Regeln Billard

Beim Billard oder Billardspiel treten zwei Personen oder zwei Teams gegeneinander an. Nötig ist ein spezieller Billardtisch, Billardkugeln oder Bälle und ein Holzstock oder Queue für jeden Spieler. Die Kugeln werden durch Anstoßen bewegt, jedoch darf der Spieler mit dem Queue nur die weiße Kugel oder Spielkugel anstoßen. Diese Spielkugel stößt ihrerseits andere Kugeln (Objektkugeln) an. Ziel des Spiels ist es, alle Objektkugeln schneller als der Gegner in den dafür vorgesehenen Löchern am Billardtisch zu versenken.

Wahrscheinlich stand das französische Wort Bille (Kugel) Pate für den Namen des Spiels. Die früheste Erwähnung eines Billardtisches am Hofe des französischen Königs Ludwig XI. lässt sich auf 1470 datieren. Mitte des 16. Jahrhunderts war Billard ein etablierter Zeitvertreib an zahlreichen Königshäusern Europas und Teil des Gesellschaftslebens. Um 1850 entstanden die ersten Regelwerke, die ersten Formen von Spieler-Organisierung und es wurden die ersten Meisterschaften in Turnierform ausgetragen. Besonders in Großbritannien und in den USA war das Interesse am Billardspiel groß. Während sich in den USA Billard zum Profisport entwickelte, blieb Europa im Amateurbereich.

Um 1880 waren bereits alle heute gängigen Billard-Varianten etabliert und wurden teilweise mit neuen Untervarianten weiterentwickelt. Von allen möglichen Spielvarianten ist Poolbillard die häufigste und die meisten der Öffentlichkeit zugänglichen Billardtische sind für Poolbillard gebaut.

Billardtisch

Der Billardtisch für Poolbillard hat eine bestimmte Größe und Spielflächengestaltung. Die Spielfläche ist mit einem Billardtuch aus Kunstfasern wie Nylon, Polyester, Teflon oder Trevira bezogen. Die Farbe ist bei vielen Tischen ein dunkles Grün, jedoch kann die Farbgebung des Tuches variieren. Um die Spielfläche verlaufen die sogenannten Banden (Holz mit Bandengummibeschichtung), die zwischen 36 und 37 Millimeter hoch sind.

Durch die offiziellen Verbände unterliegt er bestimmten Normen:

  • Der 8-Fuß-Tisch, Spielfläche, 2240 mal 1120 Millimeter, Mindestgewicht: 300 Kilogramm (Mindestgröße bei Meisterschaften)
  • Der 9-Fuß-Tisch, Spielfläche, 2540 mal 1270 Millimeter, Mindestgewicht: 350 Kilogramm (Bundesliga, Deutsche und Internationale Meisterschaften).
  • Der 6-Fuß-Tisch für Blackball bei Bundesliga, Deutsche und Internationale Meisterschaften), Verhältnis von 2 zu 1 zwischen Länge und Breite, die Tischhöhe muss zwischen 750 und 850 Millimeter betragen.

Der äußere Rahmen oder Bandenspiegel muss mindestens 100 Millimeter breit sein, um die Finger zur Queueführung aufzulegen. Im Kopf- und Fußbereich sind je drei und längs je sechs Markierungen, die sogenannten Diamanten in normierten Abständen eingearbeitet. Diese Markierungen helfen, das Anspielen der Spielkugeln zu berechnen.

Für die Kugeln gibt es insgesamt sechs Senktaschen oder Lochtaschen, vier Ecktaschen und zwei Mitteltaschen an den Längsseiten. Ein Rücklaufsystem für die Kugelrückführung seitlich oder am Fußende versammelt alle eingelochten Kugeln unterhalb der Spielebene an einer Sammelstelle. Die weiße Kugel wird überwiegend bei gewerblichen Tischen zur Wiederbenutzung ausgeworfen.

Zur Ausstattung eines Billardtisches gehört auch ein Plastikdreieck, das zum Anordnen der Objektkugeln für den Spielbeginn dient.

Queue

Ein Queue ist der Billardspielstock, der entweder aus Holz oder aus mit Glas- oder Kohlenstofffasern verstärktem Kunststoff oder Aluminium bestehen kann. Es gibt unterschiedliche Längen, Durchmesser und Härtegrade.

Jeder Queue hat eine sogenannte Pomeranze an der Spitze, meist ein Stück Leder.
Diese Pomeranze gibt es einschichtig und mehrschichtig, sie können angeklebt oder angeschraubt sein. Je härter sie ist, umso leichter sind kräftige Stöße. Abrunden und Aufrauen der Pomeranze dient dazu, mehr Kreide aufzunehmen und so mehr Effet im Stoß zu ermöglichen.

Für schwierige Stöße darf auch eine Queueverlängerung als Hilfsmittel verwendet werden. Sie wird das hinten auf das Griffstück des Queues aufgesetzt. Eingesetzt werden darf auch ein Hilfsqueue mit einer kreuzförmigen Spitze oder die Spider, ein erhöhter Hilfsqueue mit bogenförmigem Auflagestütze am Ende.

Billardkreide und Aufreiber

Die Billardkreide wird auf die Pomeranze aufgetragen, um für bessere Haftreibung zu sorgen. Diese Kreide, meist in blauer Farbe, kommt in Form von papier-ummantelten Würfeln oder Zylindern im Durchmesser von etwa 2 Zentimetern.

Um eine bessere Annahme der Kreide zu gewährleisten, gibt es die Aufreiber für die Pomeranze, eine kleine Stahlplatte mit Waffelmuster. Damit lässt sich das Leder an der Queuespitze aufrauen.

Billardkugeln

Billardkugeln werden aus hochreinem Phenolharz hergestellt. Poolbillardkugeln haben einen Durchmesser von 57,2 Millimeter und wiegt 170 Gramm. Beim Poolbillard werden ein weißer Spielball und 15 Objektbälle benutzt. Diese Kugeln tragen Nummern von 1 bis 15; jene 1 bis 8 bezeichnet man als die Vollen. Die Kugeln 9 bis 15 nennt man die Halben, da sie nur zur Hälfte eingefärbt sind. Den Nummern sind stets folgende Farben zugeordnet:

  • 1 und 9 = Gelb
  • 2 und 10 = Blau
  • 3 und 11 = Rot
  • 4 und 12 = Lila bzw. Pink1
  • 5 und 13 = Orange
  • 6 und 14 = Grün
  • 7 und 15 = Braun
  • 8 = Schwarz
  • Spielball: Weiß

Stoßtechniken

Ein Billardspieler sollte beim Ausführen des Stoßes mit dem Queue den Unterarm gerade halten, es sollte ein rechter Winkel zwischen Unter- und Oberarm entstehen. Zum Schwungholen sollte nur der Ellenbogen bewegt werden, Schulter- und Handgelenk bleiben dabei steif.

Zu den Stoßtechniken gehören

  • ein ideal elastischen Stoß, der die weiße Kugel exakt in der Mitte trifft, in Fortsetzung einer Geraden
  • ein dezentraler Effetstoß, welcher die weiße Kugel in Drehung versetzt. So erhält die Kugel ein bestimmtes Laufverhalten, etwa für einen Bogenstoß oder einen Rückläufer.

Billard-Regeln

Jeder Spieler oder jedes Team hat 7 farbige Kugeln. Das Ziel des Poolbillard-Spiels ist es, die eigenen Kugeln schneller zu versenken als der Gegner. Hat ein Spieler diese versenkt, muss anschließend die Schwarze in einem bestimmten Loch versenkt werden, um das Spiel zu gewinnen. Locht ein Spieler die schwarze Kugel zu früh ein oder in das falsche Loch, hat er das Spiel sofort verloren. Für Turniere und Meisterschaften sind die Spielregeln standardisiert und exakt festgelegt. Im Freizeitbereich handelt es sich bei den Billardregeln um Kneipenregeln. Das bedeutet, von Kneipe zu Kneipe können diese Regeln etwas variieren.

Spielablauf

  • Zu Beginn des Poolbillard-Spiels wählen die Spieler, wer welche Kugeln spielt. Für gewöhnlich kommt es zur Wahl durch die erste Kugel, die ein Spieler einlocht. Ist das eine Volle, dann spielt er die vollen Billardkugeln und darf nur diese einlochen.
  • Die Objektbälle werden aufgebaut und dazu in das Plastik-Dreieck gelegt. Die schwarze Kugel muss dabei mittig in der dritten Reihe liegen und in den äußeren Ecken müssen sich je eine Volle und eine Halbe befinden.
  • Angestoßen wird aus dem Kopffeld, dem ersten Viertel der Fläche. Das Dreieck liegt mit der Spitze auf dem Kopfpunkt, der in der Mitte der Kopflinie ist. Auf dem gegenüberliegenden Fußpunkt im unteren Viertel des Tisches liegt die weiße Billardkugel für den Eröffnungsstoß (Break). Dabei wird die weiße Kugel mit möglichst viel Kraft auf die Ballpyramide geschossen, um diese möglichst auszubreiten und eventuell bereits den ersten Ball zu versenken.
  • Wurde eine Kugel versenkt, hat der Spieler so die Auswahl für Volle oder Halbe getroffen und darf nur noch diese Kugeln spielen.
  • Wurde keine Kugel versenkt, ist der andere Spieler dran. Sobald ein Spieler eine Kugel versenkt hat, ist zugeordnet, wer welche Kugeln (Volle oder Halbe) spielen muss.

Varianten

Bei anderen Varianten darf der eröffnende Spieler den Spielball beliebig im Kopffeld platzieren und auf eine beliebige Kugel im Dreieck spielen.

Eine andere Variante erlaubt es, dass der Spieler beliebig Volle oder Halbe wählen kann, wenn er beim Eröffnungsstoß auch farbige Kugeln versenkt. Es spielt dabei keine Rolle, ob beim Anspiel Halbe oder Volle versenkt wurden. Dann muss allerdings für den nächsten Stoß genau der Ball und die Tasche angesagt werden. Gelingt es dem Spieler, die Ansage zu erfüllen – den angesagten Ball in die angekündigte Tasche zu versenken – darf er das Spiel fortsetzen. Sind alle eigenen Bälle versenkt, darf der Spieler den 8er Ball spielen. Versenkt er auch diesen, hat er das Spiel gewonnen.

Spielerwechsel

Der Wechsel zum anderen Spieler erfolgt,

  • wenn es einem Spieler nicht gelingt, eine Kugel zu versenken
  • wenn anstelle der eigenen Kugel eine des Gegners versenkt wird
  • wenn mit einer Kugel auch die weiße Spielkugel versenkt wird
  • wenn die schwarze Kugel korrekt gespielt, aber nicht versenkt wird
  • Wird die schwarze Kugel zu früh versenkt, ehe alle eigenen Kugeln versenkt sind, hat der Spieler automatisch das Spiel verloren.

Billard-Fouls

Als Foul gilt, wenn gegen grundsätzliche Billard Regeln verstoßen wird. Bei 3 Fouls verliert ein Spieler automatisch. Fouls sind beispielsweise:

  • Kurze Bande
    Die weiße Billardkugel muss immer mindestens über den halben Tisch rollen. Tut sie das nicht, ist das ein Foul
  • Falscher Objektball
    Wenn anstelle der eigenen Objektkugeln (Volle oder Halbe) die weiße Kugel als Erstes eine Objektkugel des Gegners berührt, dann ist das ein Foul.
  • Kugel berührt
    Billardkugeln im Spiel dürfen niemals mit der Hand berührt werden, das ist ein Foul.
  • Kugel fällt vom Tisch
    Wenn bei einem Anspiel die weiße oder eine andere Kugel vom Tisch auf den Boden fällt, gilt dies als Foul.

Spielfortsetzung nach Fouls

  • Foul beim Anspiel: Der gegnerische Spieler kann die weiße Kugel beliebig ins Kopffeld setzen und auf einen beliebigen Ball außerhalb des Kopffeldes spielen.
  • Foul im Spiel: Der gegnerische Spieler kann die weiße Kugel beliebig am ganzen Tisch platzieren.
  • Fallen farbige Bälle die vom Tisch, werden diese, wenn möglich, auf den Fußpunkt gesetzt. Ist dies nicht möglich, weil mehrere Bälle platziert werden müssen, oder der Fußpunkt belegt ist, kommen die Bälle auf die Linie zwischen Fußpunkt und Kurzbande.