Tischtennis Regeln: Aufschlag, Sätze bis 11 Punkte und Doppel
Tischtennis, auch Ping Pong genannt, spielt ihr im Einzel oder im Doppel an einer 2,74 Meter langen Platte: Ein Satz geht bis 11 Punkte mit mindestens zwei Punkten Vorsprung, nach jeweils zwei Punkten wechselt der Aufschlag, und ein Spiel geht über eine ungerade Zahl von Sätzen, meist drei oder vier Gewinnsätze. Hier findet ihr die Tischtennis-Regeln einfach erklärt, vom Aufschlag über den Ballwechsel und das Doppel bis zur Wechselmethode.
Stand · Redaktionell geprüft
- 1 gegen 1 oder 2 gegen 2

| Spieler | Einzel 1 gegen 1, Doppel und Mixed 2 gegen 2 |
|---|---|
| Satz | bis 11 Punkte, mindestens 2 Punkte Vorsprung |
| Aufschlag | Wechsel nach jeweils 2 Punkten, ab 10:10 nach jedem Punkt |
| Spiel | ungerade Zahl von Sätzen, meist 3 Gewinnsätze (Best of Five) oder 4 Gewinnsätze (Best of Seven) |
| Disziplinen | Einzel, Doppel und Mixed |
| Tisch | 2,74 m lang, 1,525 m breit, Spielfläche 76 cm über dem Boden |
| Netz | 15,25 cm hoch |
| Ball | 40 mm Durchmesser, rund 2,7 g |
| Kategorie | Sportspiel, Ballsportart, olympisch seit 1988 |

Tischtennis Spielablauf in fünf Schritten
So läuft ein Tischtennis-Spiel nach den Regeln ab:
- Aufschlag und Seiten auslosen
Lost aus, wer zuerst aufschlägt und wer auf welcher Seite beginnt.
- Regelgerecht aufschlagen
Der Ball liegt frei auf der offenen Hand, wird mindestens 16 cm hochgeworfen und hinter der Grundlinie geschlagen. Er springt erst auf der eigenen und dann auf der gegnerischen Tischhälfte auf.
- Ballwechsel spielen
Jeder Rückschlag muss die gegnerische Tischhälfte direkt oder nach Netzberührung treffen. Volleys aus der Luft sind nicht erlaubt. Wer einen Fehler macht, gibt dem Gegner einen Punkt.
- Aufschlag wechseln
Nach jeweils zwei Punkten wechselt das Aufschlagrecht. Steht es 10:10, schlägt jeder abwechselnd nur noch einmal auf.
- Satz und Spiel gewinnen
Wer zuerst 11 Punkte mit zwei Punkten Vorsprung hat, gewinnt den Satz. Nach jedem Satz werden die Seiten gewechselt. Wer die nötigen Gewinnsätze zuerst holt, gewinnt das Spiel.
Was ist Tischtennis?
Tischtennis ist ein Rückschlagspiel, das Ende des 19. Jahrhunderts in England als Freizeitvergnügen entstand und lange Ping Pong hieß. Zwei Spieler oder zwei Doppel schlagen einen kleinen Zelluloid- oder Kunststoffball mit Schlägern über ein Netz auf die gegnerische Tischhälfte. Die Regeln legt der Weltverband ITTF fest, in Deutschland der DTTB. Seit 1988 ist Tischtennis olympisch, und es zählt zu den Sportarten mit den meisten aktiven Spielern weltweit.
Tischtennis Regeln im Detail
Wie beim Rasentennis kann Tischtennis als Einzelbewerb oder als Doppelbewerb gespielt werden. Bei Wettkämpfen gibt es Bewerbe im Einzel, Doppel und Mixed. Im Einzelwettkampf treten zwei Spieler gegeneinander an und im Doppelwettkampf vier.
Das erste Regelwerk für Tischtennis auf Basis der Regeln für Rasentennis wurde schon 1875 vom englischen Ingenieur James Gibb veröffentlicht. Das aktuelle Regelwerk für Tischtennis findet international Anwendung. Zum Betreiben dieses Sports gibt es keinerlei Altersbegrenzungen, jedoch gelten auch in diesem Punkt spezifische Regelungen für professionelle Wettbewerbe. In der Folge die wesentlichsten Spielregeln; die Regeln im professionellen Tischtennis weisen noch weitere zusätzliche Details, von der vorgeschriebenen Sportkleidung bis hin zur Art der Gummibeschichtung auf den Schlägern auf.
Spielbeginn: Die Tischtennis-Spielrunde wird als Satz bezeichnet und beginnt mit dem Aufschlag eines Spielers. Jeder Spieler hat zwei Aufschläge hintereinander, danach wechselt das Aufschlagrecht. Ein Spiel geht üblicherweise über drei Gewinnsätze (Best of Five), bei großen Turnieren über vier Gewinnsätze (Best of Seven).
Satz
Einen Satz gewinnt der Spieler, der zuerst 11 Punkte erzielt hat und um mindestens zwei Punkte Vorsprung führt. Haben beide Spieler 10 Punkte erreicht, geht es in die Satzverlängerung und es wird abwechselnd aufgeschlagen. Nach jedem Satz wechselt man die Seiten. Im entscheidenden letzten Satz findet der Seitenwechsel statt, sobald einer der Spieler 5 Punkte erreicht hat.
Wie viele Sätze spielt man beim Tischtennis?
Ein Spiel besteht laut den Regeln des Weltverbands immer aus einer ungeraden Zahl von Sätzen, damit es einen Sieger gibt. Im Verein und bei den meisten Turnieren wird auf drei Gewinnsätze gespielt, also höchstens fünf Sätze. Bei großen internationalen Turnieren sind es vier Gewinnsätze, also höchstens sieben Sätze. In der Freizeit könnt ihr auch zwei Gewinnsätze vereinbaren. Jeder Satz geht bis 11 Punkte.
Ballwechsel
Der Ball muss mit dem Schläger getroffen werden, nachdem er einmal auf der eigenen Tischhälfte aufgeschlagen hat, und direkt auf die gegnerische Tischhälfte gespielt werden. Berührt der Ball das Netz beim Ballwechsel und landet dann trotzdem korrekt im gegnerischen Feld und nicht im Aus, gilt das nicht als Fehler. Berührt der Ball beim Ballwechsel andere Gegenstände wie Kleidung, die Decke oder die Wand, zählt das automatisch als Fehler und gibt dem Gegner einen Punkt. Ein Fehler ist es auch, wenn der Rückschlag die gegnerische Tischhälfte verfehlt. Die Kanten der Spielfläche gehören dabei noch zum Tisch, die Seitenflächen unterhalb der Kante nicht. Ein Ballwechsel-Volley aus der Luft wie beim Tennis ist nicht erlaubt. Sich während des Ballwechsels mit der anderen Hand am Tisch aufzustützen ist ebenfalls verboten.
Einen Punkt bekommt ihr also immer dann, wenn der Gegner keinen korrekten Aufschlag oder keinen korrekten Rückschlag spielt, den Ball berührt, bevor er auf seiner Tischhälfte aufgesprungen ist, oder ihn absichtlich zweimal hintereinander schlägt.
Besonderheiten beim Doppel
Im Doppel spielen je zwei Spieler gegeneinander als Herren-Doppel, Damen-Doppel und Mixed, also eine weibliche und eine männliche Person zusammen in einem Team. Beim Aufschlag muss der Ball zuerst die rechte Spielfeldhälfte des Aufschlägers berühren und dann in der diagonal gegenüberliegenden gegnerischen Hälfte aufkommen.
Bei jedem Ballwechsel ist es unbedingt vorgeschrieben, dass die Spieler jedes Mal abwechselnd den Ball spielen. Sollte diese Reihenfolge nicht eingehalten werden, erhalten die Gegner einen Punkt.
Auch im Doppel wechselt das Aufschlagrecht nach jeweils zwei Punkten. Dabei wird der bisherige Rückschläger zum Aufschläger, und der Partner des bisherigen Aufschlägers wird zum Rückschläger.
Muss ein Entscheidungssatz gespielt werden, werden die Seiten gewechselt, sobald ein Doppel fünf Punkte erreicht hat.
Wechselmethode: wenn ein Satz zu lange dauert
Damit ein Satz nicht endlos dauert, gibt es die Wechselmethode. Sie greift, wenn ein Satz nach 10 Minuten Spielzeit noch nicht beendet ist, es sei denn, beide Spieler haben zusammen schon mindestens 18 Punkte erzielt. Ab dann schlagen die Spieler abwechselnd nur noch einmal auf. Schafft der Rückschläger 13 korrekte Rückschläge in einem Ballwechsel, bekommt er den Punkt.
Tischtennis Aufschlag Regeln
Ein regelgerechter Aufschlag beginnt mit dem Ball ruhig auf der offenen Hand, steigt mindestens 16 Zentimeter fast senkrecht auf und wird erst im Fallen hinter der eigenen Grundlinie geschlagen. Wer zuerst aufschlägt und auf welcher Seite gespielt wird, wird vor dem Spiel ausgelost. Die Internationalen Tischtennisregeln schreiben für jeden Aufschlag diese Punkte vor:
- Offene Hand: Der Ball ruht frei auf dem Handteller der unbewegten freien Hand.
- Hochwurf: Der Ball wird fast senkrecht und ohne Effet hochgeworfen und steigt nach dem Verlassen der Hand mindestens 16 Zentimeter.
- Im Fallen schlagen: Geschlagen wird erst, wenn der Ball wieder fällt. Er springt zuerst auf der eigenen und dann auf der gegnerischen Tischhälfte auf.
- Hinter der Grundlinie und über dem Tisch: Vom Beginn des Aufschlags bis zum Schlag ist der Ball oberhalb der Spielfläche und hinter der Grundlinie des Aufschlägers.
- Sichtbar bleiben: Der Ball darf für den Rückschläger nicht durch Körper, Kleidung oder den Doppelpartner verdeckt werden. Sobald er hochgeworfen ist, nimmt der Aufschläger freien Arm und freie Hand aus dem Raum zwischen Ball und Netz.
- Im Doppel diagonal: Der Ball berührt zuerst die rechte Hälfte des Aufschlägers und dann die rechte Hälfte des Rückschlägers. Im Einzel ist egal, wo er auf der gegnerischen Hälfte aufkommt.
Wie oft hat man Aufschlag?
Nach jedem zweiten Punkt wechselt das Aufschlagrecht. Erreichen beide Spieler 10 Punkte oder tritt die Wechselmethode in Kraft, schlägt jeder nur noch einmal abwechselnd auf. Im nächsten Satz beginnt, wer im vorigen Satz zuerst zurückgeschlagen hat.
Was ist beim Aufschlag nicht erlaubt?
Diese Fehler kosten beim Aufschlag einen Punkt oder führen zur Wiederholung:
- Ball verdecken: Wer den Ball mit Körper, Arm oder Kleidung vor dem Rückschläger versteckt, schlägt regelwidrig auf.
- Zu niedrig oder mit Effet hochwerfen: Unter 16 Zentimetern oder mit Drall aus der Hand ist der Aufschlag falsch.
- Aus der Hand schlagen: Der Ball muss vor dem Schlag die Hand verlassen und wieder fallen.
- Vor der Grundlinie oder unter der Tischkante: Der Ball muss die ganze Zeit hinter der Grundlinie und über der Spielfläche sein.
- Ball verfehlen: Wer den hochgeworfenen Ball nicht trifft, gibt dem Gegner einen Punkt.
- Netzaufschlag: Berührt der Ball beim sonst korrekten Aufschlag das Netz und landet richtig, wird der Aufschlag wiederholt. Geht er nach der Netzberührung ins Aus, bekommt der Gegner den Punkt.
Bestehen Zweifel, ob ein Aufschlag regelgerecht ist, kann der Schiedsrichter beim ersten Mal verwarnen. Jeder weitere zweifelhafte Aufschlag desselben Spielers gilt dann als Fehler.
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Benötigte Ausstattung
Wenn ihr Tischtennis spielen möchtet, gibt es zwei Möglichkeiten: als Hobby oder professionell im Verein. Davon hängt ab, welche Anforderungen an eure Ausstattung gelten.
Hobby-Tischtennis
Spielset, Tisch und Netz

Für den Hobby- und Heimsport könnt ihr zu einem der preisgünstigen Spielsets greifen, die ihr im Internet, in Spiel- und Sportwarengeschäften kaufen könnt.
Ihr könnt quasi jeden Tisch nehmen, den ihr findet. Ob ihr dabei auf Tischtennistische im Park zurückgreift, euren eigenen kauft oder einen langen Schreibtisch umfunktioniert: Die Regeln sind nicht ganz so streng im Hobbybereich. Wichtig ist nur, dass ihr in der Mitte zwischen euch und eurem Gegenüber ein Netz zieht, wobei auch eine gezogene Linie geht, wenn ihr kein Netz zur Hand haben solltet.
Vereins-/Profi-Tischtennis
Raum / Bewegungsfreiheit
Für die professionelle Ausübung des Sports benötigt ihr eine bestimmte Grundausstattung. Tischtennis braucht auch genügend Raum, nicht nur für den Tisch, sondern auch für die Bewegungsfreiheit der Spieler.
In Deutschland ist beispielsweise vorgeschrieben, dass ein Tischtennis-Wettkampfraum mindestens 10 bis 12 Meter Länge und 5 bis 6 Meter Breite aufweisen muss.
Tisch und Netz
Um wettkampftauglich zu sein, muss ein Tisch eine Länge von 2,74 Metern und eine Breite von 1,525 Metern aufweisen. Die Tischfläche muss genau 76 Zentimeter über dem Boden liegen. Die Spielfläche kann aus jedem beliebigen nicht reflektierendem Material bestehen und weist meist eine matt-grüne oder matt-blaue Farbe auf. Jedoch lautet die Faustregel, dass ein Tischtennisball, fallen gelassen aus 30 Zentimetern Höhe, 22 bis 25 Zentimeter hoch springen muss.
Weiße Trennlinien laufen den Kanten entlang und eine Mittellinie teilt die Tischfläche längs in gleiche Hälften. Die parallel zum Netz laufende Kantenmarkierung nennt man Grundlinie, die rechtwinklig zum Netz laufenden Kantenlinien sind die sogenannten Seitenlinien.
Das Netz mit Aufhängung ist rechts und links mittels Zwingen am Tisch befestigt und muss 15,25 Zentimeter hoch sein. Die Netzspannung darf das Netz maximal einen Zentimeter absinken lassen, wenn man es in der Mitte mit 100 Gramm belastet.
Schläger und Ball
Die Schläger sind meist aus Holz gefertigt. Die leicht ovale Schlagfläche hat in etwa die Größe einer Untertasse und besteht in der Mitte aus mehrfach geleimtem Holz. Es gibt aber auch Schläger aus Carbon-, Kevlar- oder Glasfiberfurnieren. Für den Griff gibt es Varianten für die von Europäern bevorzugte Shakehandhaltung und die von asiatischen Spielern bevorzugte Penholderhaltung. Die Schläger müssen auf Vorder- und Rückseite eine rote beziehungsweise schwarze, meist genoppte Gummibeschichtung haben. Es gibt unterschiedliche Typen von Beschichtungen für den Profisport.
Tischtennisbälle können aus Zelluloid oder anderem Plastikmaterial in den Farben mattweiß und mattorange bestehen. Sie sind hohl und daher sehr leichtgewichtig und müssen einen Durchmesser von 4 Zentimetern haben. Das vorgeschriebene Gewicht liegt zwischen 2,67 und 2,77 Gramm.
Geschichte des Tischtennis
Tischtennis, auch bekannt unter der Bezeichnung Ping Pong, ist eine Ballsportart, die Ende des 19. Jahrhunderts in Großbritannien entstand und sehr schnell populär wurde. Ursprünglich handelte es sich um eine Abart des Tennisspiels, das in seiner frühen Form im Freien gespielt wurde. Wegen des regnerischen Wetters in England musste Tischtennis in Innenräume und auf Tische verlegt werden. Die ersten internationalen Tischtennisbewerbe fanden schon 1902 in Wien statt. Seit 1926 gibt es Tischtennisweltmeisterschaften und seit 1988 ist Tischtennis eine Disziplin der Olympischen Sommerspiele.
Wie die Regeln des großen Bruders auf dem Rasen aussehen, lest ihr bei den Tennis Regeln.
Tischtennis: Vor- und Nachteile
Vorteile
- Für zu Hause als Hobby genügt eine Minimalausrüstung für einen beliebigen Tisch.
- Ein Tischtennis-Heimset mit Netz, Schlägern und Bällen ist sehr preisgünstig.
- Für das Spiel gibt es keine Altersbegrenzung.
- Die grundsätzlichen Spielregeln sind einfach und schnell erklärt.
- Es lassen sich leicht eigene individuelle Spielvarianten entwickeln, wenn es nur darum geht, mit der Familie oder mit Gästen Spaß zu haben.
- Wer den Sport professionell betreiben will, findet schnell Anschluss und Förderung in Sportvereinen.
- Es gibt viele Möglichkeiten, sich in diesem Sport weiter vom Amateur bis hin zum Profi zu entwickeln, Neues zu lernen und die eigene Spieltechnik zu verbessern (beispielsweise die Spins).
Nachteile
- Der Tisch muss eine gewisse Größe haben, um sich für Hobby-Tischtennis zu eignen.
- Ein professioneller Tischtennistisch ist nicht billig und benötigt Stauraum.
- Zudem sollte man ihn nicht für andere Zwecke - beispielsweise als Küchentisch - nutzen, um die Oberfläche nicht zu beschädigen.
- Der Raum muss groß genug für den Tischtennistisch und die Spieler sein.
- Die grundsätzlichen Spielregeln sollten vor jedem Spiel genau erklärt werden, besonders wenn Kinder mitspielen.
- Wer mehr Ambitionen als für ein Hobby zu Hause hat, muss einem Verein beitreten, um professionelle Trainingsmöglichkeiten zu haben.
Unser Fazit zum Tischtennis
Tischtennis ist ein tolles Hobby und bietet Spaß für die ganze Familie. Die Ausrüstung für Tischtennis-Anfänger ist auch nicht teuer. Wer Ambitionen hat, findet viele Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln. Dazu sollte man aber zumindest einem Tischtennis-Verein beitreten.