Roulette Regeln

Viele von uns kennen Roulette hauptsächlich aus James Bond-Filmen, wo sich die High Society in einem Spielkasino versammelt, oder aus TV-Serien angesiedelt in Las Vegas. In der Tat ist Roulette wohl das bekannteste Glücksspiel weltweit. Und auch das weithin beliebteste: Kein einziges professionelles Casino auf der Welt kann es sich erlauben, auf einen Roulettetisch zu verzichten.

Für das Spiel dient ein Tisch mit einem Roulette-Kessel, der einen Ring mit nummerierten farbigen Zahlenfächern aufweist. Die Spieler sitzen oder stehen an diesem Tisch und warten darauf, dass eine Kugel in den Roulette-Kessel geworfen wird. Dann geben sie ihre Wetten ab, in welchem Zahlenfeld die Kugel wohl landet. Dieses Spiel ist beliebt, denn der Zufall bestimmt, wer gewinnt und es kann niemand von einem sogenannten Hausvorteil im Casino profitieren.

Es gibt einige unterschiedliche Varianten dieses Roulette-Glücksspiels. Am bekanntesten und beliebtesten ist jedoch das sogenannte Französische Roulette, nach dessen Regeln auch hauptsächlich gespielt wird. Die anderen Varianten unterscheiden sich in nur wenigen Aspekten von diesem grundsätzlichen Regelwerk. Roulette wird also in aller Welt auf nahezu dieselbe Weise nach nahezu identischen Regeln gespielt.

Inhalt und Gestaltung

Für all jene, die Roulette in einem Spielkasino und mit Geldeinsätzen spielen wollen, gilt natürlich, dass sie volljährig sein müssen. Für eine Roulette-Heimversion gibt es keinerlei Altersbegrenzungen. Ebenso lässt sich Roulette mit einer beliebigen Anzahl von Teilnehmern spielen.

Ein Roulette-Spieltisch im Casino ist meist einfach gehalten. An einem Ende des Tisches befindet sich der Roulette-Kessel und in der Mitte befindet ein Tableau mit Markierungen, das zum Platzieren der Wetten dient. Der eigentliche Roulette-Kessel ist eine drehbare Scheibe in einer Art Metallschüssel. Auf dieser drehbaren Scheibe befinden sich am Rand unterschiedliche kleine rautenförmige Hindernisse (die sogenannten Cuvettes) und weiter unten 37 kleine Fächer, gerade groß genug für die Kugel. Diese Fächer sind abwechselnd rot und schwarz gefärbt, jedoch die Zahl 0 hat die Farbe Grün. Es gibt eine bestimmte Reihenfolge für die Zahlen im Kessel, sie sind allerdings nicht nach Größe geordnet.

Die Spielregeln des Französischen Roulette

Die Roulette-Spieler haben das Ziel zu erraten, in welchem Kesselfach die Roulette-Kugel landen wird. Das Setzen auf Zahlenfelder beginnt, noch ehe der Spielleiter – der Croupier oder die Croupière – die Kugel in den Kessel wirft. Mit den Worten „Faites vos jeux!” (Machen Sie Ihr Spiel!) ersucht der Croupier oder die Croupière alle Mitspieler um deren Einsätze. Diese werden mit sogenannten Jetons auf einem Tableau mit nummerierten Feldern platziert. Das Setzen kann von den Spielern selbst erfolgen, oder sie können den Croupier oder die Croupière bitten, das Setzen vorzunehmen.

Das Croupierpersonal setzt stets einen kleinen Rechen (Rateau) ein, um gesetzte Jetons auf dem Feld zu bewegen. Diese verkünden dann auch laut, was und wie viel auf welche Felder gesetzt wurde. Gesetzt wird auf einzelne Zahlfelder der Zahlenreihe von 0 bis 36. Üblicherweise gibt es ein Minimum und auch ein Maximum für Einsätze, welche die Mitspieler einhalten müssen.

Spielstart: Sobald genügend Einsätze platziert sind, bringt der Croupier oder die Croupière den Roulette-Kessel zum Rotieren und wirft die Kugel hinein, und zwar gegen die Drehrichtung des Kessels. So lange sich die Kugel noch in Bewegung befindet, können auch noch weitere Wetten platziert werden. Verkündet der Croupier oder die Croupière „Rien ne va plus“ (Nichts geht mehr!)

Die Kugel rotiert im ebenfalls rotierenden Kessel und wird vielfach durch die kleinen Hindernisse am Kesselrand abgelenkt oder gestoppt. Das bedeutet, wo die Kugel zur Ruhe kommt, ist nicht vorhersehbar und bei allen der 37 Zahlen ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Kugel darauf fällt, gleich groß. Alle Spieler haben also dieselben Chancen zu gewinnen.

Bleibt die Kugel endlich in einem der nummerierten Fächer im Kessel liegen, verkündet der Croupier oder die Croupière laut dessen Zahl und erwähnt auch die Farbe des Fachs und die weiteren einfachen Chancen. Außerdem wird der Rechen eingesetzt, um zuerst auf die Gewinnzahl zu deuten und dann, um die Jetons jener, die verloren haben, einzuziehen. Anschließend kommt es zur Berechnung und Auszahlung aller Chancen, die mit der Gewinnzahl im Zusammenhang stehen, ausbezahlt und eine neue Runde beginnt. Wer richtig auf eine der Zahlen oder eine der Kombinationen gesetzt hat, gewinnt ein Vielfaches des Einsatzes.

Einsätze und Wettarten

Auf dem Tableau für die Spielwetten befinden sich markierte Felder mit den Zahlen von 0 bis 36. Von 1 bis 36 sind die Zahlen in Reihenfolge in Dreierreihen angeordnet. An der Seite der Zahlentabelle befinden sich weitere Setzfelder. Für gewöhnlich teilt man die Wettarten im Roulette in einfache und in mehrfache Chancen ein. Die Bezeichnung bezieht sich auf die Auszahlungsquoten, die bei einfachen Chancen bei 1:1 liegt. Bei einfachen Chancen lässt sich also höchstens die Summe des Einsatzes dazugewinnen, bei mehrfachen Chancen ein Vielfaches der eingesetzten Summe.

Einfache Chancen

Die einfachen Spielchancen sind die beliebteste und bekannteste Form der Roulette-Wette. Dabei muss beachtet werden, dass einfachen Wetten die Zahl Null ausschließen. Die Felder an der Seite der Zahlenfelder bieten unterschiedliche Möglichkeiten für das Setzen auf einfache Chancen. Das Grundprinzip der einfachen Chancen ist es, die 36 Zahlen in zwei Hälften zu teilen. Das kann mit den Farben Rot und Schwarz (Rouge oder Noir) geschehen, mit der Einteilung Gerade und Ungerade (Pair und Impair) sowie in Hoch und Niedrig (Manque und Passe). Mit letzterem ist die Teilung der Zahlen in 1 bis 18 (Niedrig) und 19 bis 36 (Hoch) gemeint. Diese Unterscheidungen sind in den einzelnen Setzfeldern ganz außen angegeben. Zu gewinnen gibt es nur die Höhe des eigenen Einsatzes. Allerdings sind die Gewinnchancen bei dieser Form der Wette ungleich höher und betragen fast 50 Prozent.

Mehrfache Chancen

Bei dieser Wettform hat man die Chance, ein Mehrfaches des eigenen Einsatzes zu gewinnen. Dazu gibt es vielerlei Möglichkeiten und Arten des Wettens. Hier eine Aufzählung der Wichtigsten und Bekanntesten.

Einzelwette (Plein)

Die einfachste Art im Roulette zu wetten nennt sich „Plein“ oder „Full Number“, also eine Einzelwette auf eine bestimmte der 37 Zahlen. Diese bringt den höchsten Gewinn mit einer Auszahlungsquote von 35:1. Jedoch stehen die Chancen dazu nur bei 2,8 Prozent.

Douzaines oder Dutzend

Das Doppelte des Einsatzes zu gewinnen bieten die Dutzend-Wetten. Dazu dient eine weitere Reihe von Feldern an der Seite der Zahlenreihen. Gesetzt werden kann auf die ersten Dutzend der Zahlen (1–12), das mittlere Dutzend (13–24) oder das letzte Dutzend (25–36), also die Felder namens 12P (Premier, Erstes Dutzend), 12M, Milieu, Mittleres Dutzend) und 12D (Dernier, Letztes Dutzend).

Colonnes oder Kolonnen

Wer lieber auf ein Dutzend Zahlen in einer Kolonne wetten will, nutzt dazu die drei Felder unter den Zahlenreihen und den jeweiligen Kolonnen von 1, 4, 7 … bis 34, also „Colonne 34“, die mittlere Kolonne 2, 5, 8 … bis 35 (Colonne 35) oder die letzte Kolonne von 3, 6, 9, 12, … bis 36 (Colonne 36).

Cheval oder Split

Hier setzt man zugleich auf zwei benachbarte Zahlen und legt sie dementsprechend auf die Linie zwischen zwei Zahlen auf das Tableau. Die Auszahlungsquote liebt bei 17:1.

Transversale Pleine oder Street

Gesetzt wird hier auf drei Zahlen in einer Querreihe, also eine Straße, beispielsweise die Zahlen 19, 20, 21. Die Auszahlungsquote beträgt 11:1.

Transversale simple oder Six Line

Gesetzt wird auf sechs Zahlen in zwei aufeinanderfolgenden Querreihen des Tableaus, zum Beispiel 4, 5, 6, 7, 8 und 9. Angekündigt wird eine derartige Wettart „Transversale 4-9“. Die Auszahlungsquote 5:1.

Les trois permiers oder First Three

Diese Wette bezieht sich auf die ersten drei Zahlen des Tableaus, also Null, 1 und 2. Die Auszahlungsquote beträgt 11:1.

Les quatres premiers oder First Four

Diese Wette zielt ab auf die ersten vier Zahlen des Tableaus, also die Null, 1,2 und 3. Die Auszahlungsquote beträgt 8:1.

Carré oder Corner

Gewettet wird auf vier auf dem Tableau angrenzenden Zahlen, zum Beispiel 23, 24, 26, 27. Der Croupier oder die Croupière würde dies als „Carré 23-27“ ankündigen. Die Auszahlungsquote 8:1.

Besonderheit: Das Zéro

Fällt die Kugel auf Zéro, also auf die Null, gewinnen alle jene, die direkt auf die Null beziehungsweise in einer Kombination auf die Null gesetzt haben (beispielsweise bei der Wettart „die ersten Drei“). Alle anderen mehrfachen Chancen, wie etwa Dutzend und Kolonne, verlieren und alle Einsätze auf die einfachen Chancen werden gesperrt.

Vorteile

  • Die grundsätzlichen Spielregeln sind einfach und schnell erklärt und international dieselben.
  • Einfache Chancen haben zwar eine niedrige Auszahlungsquote, jedoch eine fast 50-prozentige Gewinnchance.
  • Gewinnende Einsätze werden wieder rückerstattet, plus allfälliger Gewinne den Auszahlungsquoten entsprechend. Setzt man beispielsweise 10 Euro auf ein Carré und gewinnt, erhält man dank der 8 : 1-Quote, einen Gewinn von 80 Euro und den ursprünglichen Einsatz, insgesamt also 90 Euro.
  • Spielt man zunächst mit einfachen Chancen und geringen Einsätzen, erhält man schnell ein Gefühl für Roulette und mögliche Strategien.

Nachteile

  • Roulette basiert auf Zufall, Gewinnstrategien taugen also kaum etwas.
  • Ein gewisser Heimvorteil der Bank kann durch die Null nicht völlig ausgeschlossen werden.
  • Fällt die Kugel auf die Null, kann schnell viel verloren gehen, sowohl die Einsätze bei mehrfachen Chancen (Transversale, Dutzende und Kolonnen) und
  • die Einsätze auf die einfachen Chancen, die gesperrt werden.
  • Beim Roulette kann bei hohen Einsätzen schnell viel Geld verloren gehen.

Fazit zum Roulette

Ein Roulettespiel für zu Hause kann ein Vergnügen für die ganze Familie darstellen, da das Gewinnen reine Glückssache ist. Spielen es nur Erwachsene, können sie durch strategisches Setzen ihre Gewinnquote vervielfachen. Roulette in einem Spielcasino ist nur jenen anzuraten, die sich ein Limit setzen und wissen, dass eine Glückssträhne meist nur kurz andauert.