Regeln Skilanglauf

Schon die Urgesellschaft hatte diverse Geräte und Schneeschuhe, die das Einsinken beim Laufen auf Schnee bei der Jagd verhinderten. Die Sportart Skilanglauf hat sich aus einer nordischen Methode zur Fortbewegung im Winter entwickelt. Bei dieser nordischen Wintersportart gleitet man auf speziellen Skiern mit spezieller Bindung nicht nur hangabwärts, sondern nutzt eine Rückstoß-Technik oder Skating-Technik auch zur Fortbewegung horizontal oder bergauf. Für den Sport werden üblicherweise speziell präparierte sogenannte Loipen benutzt, parallel laufende etwa 10 bis 15 Zentimeter Tiefe Spuren zur Erleichterung der Rückstoß-Technik.

Die frühesten Zeugnisse über diese nordische Skisportart stammen aus dem 16. Jahrhundert. Schon 1843 sind Langlaufbewerbe in Norwegen nachgewiesen und 1924 in Chamonix gab es die Premiere für Skilanglauf als fester Bestandteil der olympischen Winterspiele. Zugleich wurde ebendort der internationale Skiverband (FIS) gegründet.1926 gab es in Lahti die ersten offiziellen Weltmeisterschaften, seit 1952 sind Langlaufbewerbe für Frauen ebenfalls Teil der Olympischen Winterspiele.

Traditionell ist der Skilanglauf nicht nur als Breitensport, sondern auch als Leistungssport in den nordischen Ländern populär und lockt große Zuschauermengen an. Neben Nordeuropa und den Alpenländern, Polen, Russland, Weißrussland, Ukraine, Tschechien, der Slowakei und dem Baltikum ist Skilanglauf auch außerhalb von Europa in Kasachstan, China, Japan und Korea beliebt. Auch in Kanada und den USA gibt es eine lange Langlauftradition, als Sport ist Skilanglauf dort jedoch weniger populär. Die wichtigsten Wettbewerbe im Skilanglauf werden vom Weltverband FIS organisiert.

Mit dem Skilanglauf verwandte Sportarten sind Biathlon, die Nordische Kombination, Ski-Orientierungslauf, Rollski, Nordic Blading und Nordic Walking.

Skilanglauf ist leichter zu erlernen als andere Skisportarten und gilt als gesundheitlich empfehlenswert für Freizeitsportler. Beim Skilanglauf werden nahezu alle Muskelgruppen betätigt werden.

Voraussetzungen und Ausrüstungen

Die Standardausrüstung für den Skilanglauf sowohl als Breitensport als auch für den Profi muss beinhalten:
Langlaufskier mit vorne nach oben gebogener Spitze und leichter Krümmung in der Mitte mit spezieller Bindung; dazu Stöcke und Schuhe, weiters Helm oder Mütze, Brille und Handschuhe zum Schutz vor der Winterwitterung. Eine zusätzliche Rolle spielt auch das Ski-Wachs.

Langlaufskivarianten

Je nach Langlauftechnik gibt es spezialisierte Modelle:

  • Ein klassischer Langlaufski nutzt den mittleren Bereich (Steigzone) für den Kontakt am Schnee zum Abdrücken nach hinten.
  • Der Skatingski ist kürzer und weniger gekrümmt und hat auch keine Steigzone.
  • Der Kombiski lässt sich als Kompromiss für beide Techniken nutzen und ist daher gut für den Freizeitsport geeignet.
  • Das Modell für Nordic Cruising – die Ski-Version des Nordic Walking – ist breiter und kürzer und weist daher eine höhere Wendigkeit und Stabilität auf.
  • Der sogenannte Backcountry-Ski ist ebenso wie der Nordic Cruising Ski geeignet, sowohl in einer Loipe als auch abseits zum Querfeldeinwandern eingesetzt zu werden.

Schuhe

Es empfiehlt sich, spezielle Langlaufschuhe mit für diesen Sport geeigneten Eigenschaften anzuschaffen. Auch hier spielt der bevorzugte Langlaufstil eine Rolle. Skating-Schuhe haben eine starre Sohle und einen seitlich stabilisierten Schaft. Sie sind auch etwas höher, um den Knöchel bei der seitlichen Bewegung zu stützen.

Stöcke

Die Stöcke für den Skilanglauf sind etwas länger als für jene im Slalom- oder Abfahrts-Skisport. Mit diesen Stöcken muss man sich im Langlauf gut schräg nach hinten abstoßen können.

Langlaufbindung

Für die Skibindungen gibt es mehrere Systeme, die wiederum völlig vom Schuhwerk abhängen.

  • Nordic-Norm-Bindungen (NN) – die klassische Bindung mit und ohne Kabelzug um die Ferse
    SNS (Salomon Nordic System)
  • SNS-BC-Bindungen- eine breitere Variante der SNS-Bindung mit härterem Flexor
  • NNN-BC-Bindungen – eine Variante der NNN-Bindung mit massiverem Metallstift und etwas härterem Flexor
  • Riemenbindung (Hagan)

Daher sind neben persönlichen Stil-Vorlieben die jeweiligen Schuhmodelle zu berücksichtigen, beziehungsweise empfiehlt es sich, vorher die Schuhe anzuschaffen.

Skiwachs

Bei den Skimodellen unterscheidet man auch den „Wax“- und „Nowax“-Ski.
Bei Wax-Ski muss die Steigzone vor der Benutzung mit einem speziellen Haftwachs versehen werden. Ein Nowax-Ski hat in der Steigzone mechanische (Schuppen, Kronen, Fell) oder chemische (Chemoski) Steighilfen.

Im Leistungssport wird üblicherweise der Ski gewachst, da sich bessere Gleiteigenschaften erreichen lassen. Welches Wachs eingesetzt wird, hängt von der aktuellen Schneelage oder dem Schneetyp, der Temperatur und der Feuchtigkeit ab. Neuschnee bei Null Grad beispielsweise bedeutet, dass keinerlei Wachs nötig ist. Jedoch sollte jeder Langlaufski in der Gleitzone mit Gleitwachs behandelt werden, schon um den Belag vor Korrosion zu schützen.

Skilanglaufstile

Beim Skilanglauf unterscheidet man grundsätzlich den klassischen Stil und den Skating-Stil. In Wettbewerben war Skating lange unzulässig. Der Internationale Skiverband schrieb vor, dass mindestens ein Ski in der Loipe bleiben musste. Dies führte zum Einsatz des sogenannten Halbschlittschuhschrittes. 1986 entschied der Weltverband, das Skating nicht nur im Biathlon zuzulassen. Seither werden Wettbewerbe entweder im klassischen Stil mit paralleler Skiführung in einer gespurten Loipe oder im freien Stil in der Skatingtechnik auszutragen.

Klassischer Stil: Parallele Skiführung

Der parallele Langlaufstil beherrschte lange Zeit den Skilanglaufsport und gilt daher auch als klassischer Langlaufstil. Lange Zeit war die parallele Skiführung (Diagonalschritt mit Doppelstockeinsatz) im Langlauf die einzige bei Bewerben zugelassene Fortbewegung. Dieser Stil ist auch bei maschinell präparierten Loipen am besten einzusetzen.

Zu den Fortbewegungsabläufen im klassischen Stil gehören

  • Doppelstockschub
  • Doppelstock mit Zwischenschritt
  • Diagonalschritt
  • Halbgrätenschritt
  • Grätenschritt

Freier Stil oder Skating

Das sogenannte Skating, eine Fortbewegungstechnik, die an die Beinbewegungen des Eislaufens angelehnt ist, kam um etwa 1970 auf.

Die Bewegungstechniken dabei sind:

  • Schlittschuhschritt ohne Stockeinsatz
  • Armschwungtechnik – zwei Beinabdrücke bei einem Stockeinsatz
  • Eintakter – bei jedem Beinabdruck ein Stockeinsatz
  • Führarmtechnik – zwei Beinabdrücke bei einem Stockeinsatz, üblicherweise am Berg
  • Diagonalskating – Schlittschuhschritt mit diagonalem Stockeinsatz

Weitere Langlauf-Fortbewegungstechniken

Weitere Fortbewegungstechniken im Langlauf ähneln jenen im Abfahrts- oder Slalomskisport:

  • Pflug – Ski in A-Form
  • Pflugbogen
  • Bogentreten
  • Bogenlaufen
  • Schwungformen
  • Stoppschwung
  • Stockhebelbremse – die Stöcke werden in den Schnee gekrallt oder zwischen den Beinen gehalten und dann zum Körper gezogen.
  • Telemark – kniender Fahrstil
  • Wedeln – wie beim Abfahrtslauf durch Gewichtsverlagerung

Skilanglauf-Wettkämpfe

Skilanglaufwettbewerbe werden in verschiedenen Stilarten und über verschiedene Distanzen ausgetragen. Die jeweilige Stilart, die alle Sportler einhalten müssen, sind im Vorhinein für bestimmte Rennen festgelegt. In den Staffeln laufen üblicherweise die ersten beiden Läufer klassisch, die letzten beiden im freien Stil.

Die üblichen Wettkampfdisziplinen, auch für die Olympischen Winterspiele, sind:

Sprint

Beim 1,5-Kilomter-Sprint können die Langläufer entscheiden, ob sie im freien oder klassischen Stil laufen wollen. Nach einer Qualifikationsrunde stehen die besten 16 Läufer im Viertelfinale bei vier Rennen mit jeweils vier Teilnehmern. Anschließend folgen Halbfinale (zwei Rennen mit jeweils vier Teilnehmern) und Finale (ein Rennen mit vier Teilnehmern). Der Sieger des Endlaufes gewinnt die Goldmedaille.

Team-Sprint

Ein Langlauf-Team besteht aus zwei Läufern, die abwechselnd insgesamt sechs Runden lang sprinten.

Klassischer Stil

Beim klassischen Stil ist das Skating verboten; für Frauen gibt es 10 und 30 Kilometer-Rennen, für Männer 15 und 50 Kilometer-Bewerbe. Bei allen Rennen gibt es den Einzelstart, bei welchem die Teilnehmer im Abstand von 30 Sekunden starten. Der schnellste Läufer gewinnt.

Freistil

In den Freistilrennen ist jede Lauftechnik, also auch Skating, erlaubt. Frauen laufen über die Distanz von 15, Männer über jene von 30 Kilometern. Beide Rennen erfolgen im Massenstart, wobei die bestplatzierten Läufer der FIS-Rangliste auch bessere Startplätze erhalten. Wer als Erster das Ziel erreicht, hat gewonnen.

Verfolgungsrennen, Jagdstart oder Jagdrennen

Beim Verfolgungswettbewerb gibt es zwei Rennen an einem Tag: Zuerst ein Durchgang im klassischen Stil (Frauen 5 und Männer 10 Kilometer), danach 5 beziehungsweise 10 Kilometer im freien Stil. Die Startreihenfolge ergibt sich aus der Laufzeit des ersten Rennens. Dieser Modus wird auch als Gundersen-Methode bezeichnet. Wer zuerst das Ziel erreicht, hat gewonnen.

Staffel

Frauen absolvieren 4 mal 5, Männer 4 mal 10 Kilometer, in den ersten beiden Durchgängen im klassischen Stil, die dritten und vierten Läufer einer Mannschaft im freien Stil. Beide Rennen erfolgen im Massenstart. Die zugewiesene Spur darf erst nach 100 Metern gewechselt werden.

Langlaufregeln für den Amateursportler

Grundsätzlich gilt, dass Fussgänger auf den präparierten Loipen nichts verloren haben. Es besteht Unfallgefahr. Hunde sind an der Leine zu führen. Die Regeln für die Amateur-Langläufer sind:

  1. Rücksichtnahme auf die Anderen
    Jeder Langläufer muss sich so verhalten, dass er keinen anderen gefährdet oder schädigt.
  2. Signalisation, Laufrichtung und Lauftechnik
    Markierungen und Signale (Hinweisschilder) sind zu beachten. Auf Loipen und Pisten ist in der angegebenen Richtung und Lauftechnik zu laufen.
  3. Wahl von Spur und Piste
    Auf Doppel- und Mehrfachspuren muss in der rechten Spur gelaufen werden. Langläufer in Gruppen müssen in der rechten Spur hintereinander laufen. In freier Lauftechnik ist auf der Piste rechts zu laufen.
  4. Überholen
    Überholt werden darf rechts oder links. Der vordere Läufer braucht nicht auszuweichen. Er sollte aber ausweichen, wenn er es gefahrlos kann.
  5. Gegenverkehr
    Bei Begegnungen hat jeder nach rechts auszuweichen. Der abfahrende Langläufer hat Vorrang.
  6. Stockführung
    Beim Überholen, Überholt werden und bei Begegnungen sind die Stöcke eng am Körper zu führen.
  7. Anpassung der Geschwindigkeit an die Verhältnisse
    Jeder Langläufer muss, vor allem auf Gefällestrecken, Geschwindigkeit und Verhalten seinem Können, den Geländeverhältnissen, der Verkehrsdichte und der Sichtweite anpassen. Er muss einen genügenden Sicherheitsabstand zum vorderen Läufer einhalten. Notfalls muss er sich fallenlassen, um einen Zusammenstoß zu verhindern.
  8. Freihalten der Loipen und Pisten
    Wer stehen bleibt, tritt aus der Loipe/Piste. Ein gestürzter Langläufer hat die Loipe/Piste möglichst rasch frei zu machen.
  9. Hilfeleistung
    Bei Unfällen ist jeder zur Hilfeleistung verpflichtet.
  10. Ausweispflicht
    Jeder, ob Zeuge oder Beteiligter, ob verantwortlich oder nicht, muss im Falle eines Unfalles seine Personalien angeben.