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Eisstockschießen Regeln: Zählweise, Kehren und Daube erklärt

Eisstockschießen, auch Stockschießen oder Stocksport, ist ein Präzisionssport aus dem Alpenraum.

Stand  · Redaktionell geprüft ·

  • 4 gegen 4
Regeln Eisstockschießen

Zwei Mannschaften mit meist vier Spielern lassen ihre Eisstöcke über eine Bahn aus Eis oder im Sommer aus Asphalt gleiten und versuchen, sie möglichst nahe an die Daube, das Ziel in der Mitte des Zielfelds, zu bringen. Ein Spiel hat sechs Kehren; jeder eigene Stock, der näher an der Daube liegt als der beste gegnerische, bringt einen Punkt.

Kurzfakten zu Eisstockschießen
Andere NamenStockschießen, Stocksport, Asphaltstockschießen (Sommer)
Spielerim Mannschaftsspiel 4 gegen 4 mit je 1 Stock; auch Trio, Duo und Solo
Kehren6 pro Spiel
Stockpunkte1 Punkt für jeden Stock in Bestlage, höchstens 4 pro Kehre
SpielpunkteSieg 2:0, Unentschieden 1:1, Niederlage 0:2
BewerbeMannschaftsspiel, Zielwettbewerb, Weitenwettbewerb
RegelwerkInternationale Eisstockregeln (IER) der IFI, 11. Auflage 2022
SpielartSportspiel, Wintersport
Regeln Eisstockschießen

Eisstockschießen Ablauf in fünf Schritten

So läuft eine Kehre im Mannschaftsspiel ab:

  1. Daube legen

    Vor jeder Kehre wird die Daube auf das Mittelkreuz des Zielfelds gelegt.

  2. Anspielen

    Ein Spieler der anspielenden Mannschaft schießt den ersten Stock. Bleibt er im Zielfeld, ist der Gegner an der Reihe.

  3. Nachspielen

    Es spielt immer die Mannschaft, die gerade nicht in Bestlage liegt, bis einer ihrer Stöcke der Daube am nächsten ist.

  4. Kehre beenden

    Haben beide Mannschaften alle Versuche gespielt, stellen die Spielführer das Ergebnis fest.

  5. Punkte zählen

    Jeder Stock, der näher an der Daube liegt als der nächste gegnerische, zählt einen Stockpunkt. Nach sechs Kehren entscheidet die Summe.

Was ist Eisstockschießen?

Eisstockschießen ist besonders in Bayern, Österreich und Südtirol verbreitet und wird als Freizeitsport wie als Wettkampfsport betrieben. Das Prinzip ähnelt dem Curling, Material und Regeln unterscheiden sich aber: Gespielt wird mit Stöcken aus Stockkörper, Stiel und Laufsohle, und das Ziel ist ein beweglicher Gummiring, die Daube. Weil es im Sommer auf Asphalt, Beton oder Kunststoff gespielt wird, heißt die Sommervariante auch Asphaltstockschießen. Die Regeln gelten auf allen Böden gleich.

Eisstock, Daube und Spielfeld

Die Internationalen Eisstockregeln (IER) legen das Material fest:

  • Eisstock: Stockkörper, Stiel und Laufsohle; Winterlaufsohlen für Eis, Sommerlaufsohlen für andere Böden.
  • Gewichtsklassen des Stockkörpers: Typ M 3.800 bis 3.830 g, Typ L 3.700 bis 3.730 g, Typ P 3.500 bis 3.530 g, Schülerstock Typ E 2.730 bis 2.780 g; der Typbuchstabe steht sichtbar auf der Haube.
  • Stiel: 270 bis 430 g.
  • Daube: ein dickwandiger Gummiring mit einer profilierten Seite für Eis und einer glatten Seite für Sommerböden, mit vier Zentrierhilfen für das Mittelkreuz.
  • Spielfeld: eine Bahn mit Abspielstelle und Zielfeld; die Maße stehen in den Abbildungen der IER.

Eisstockschießen Regeln im Detail

Mannschaft und Kehren

Eine Mannschaft besteht aus vier Spielern mit je einem Stock; jeder hat pro Kehre einen Versuch. Im Trio spielen drei Spieler mit je einem Stock, im Duo zwei Spieler mit je zwei Stöcken, im Solo ein Spieler mit vier Stöcken. Ein Spiel hat immer sechs Kehren. Die Mannschaft, die die erste Kehre anspielt, spielt auch die dritte und fünfte an, die andere die zweite, vierte und sechste.

Reihenfolge der Versuche

Bleibt der Stock des Anspielenden im Zielfeld, spielt der Gegner nach. Danach spielt immer die Mannschaft, die gerade nicht in Bestlage ist, bis einer ihrer Stöcke der Daube am nächsten liegt. Gleich weit entfernte Stöcke ergeben keine Bestlage. Stöcke und Daube dürfen verschoben werden; die Daube bleibt in ihrer neuen Lage, solange sie im Zielfeld liegt. Verlässt sie das Zielfeld, kommt sie zurück auf das Mittelkreuz.

Zählweise beim Eisstockschießen

Nach jeder Kehre bekommt die Mannschaft einen Stockpunkt für jeden Stock, der näher an der Daube liegt als der nächststehende Stock des Gegners. In einer Kehre sind also höchstens vier Stockpunkte möglich. Stöcke beider Mannschaften in gleichem Abstand zählen nicht. Strafpunkte werden von den Stockpunkten abgezogen.

In der 10. Auflage der IER brachte die Bestlage noch 3 Punkte und jeder weitere Stock 2 Punkte. Manche Hobbyturniere zählen bis heute so; vor dem Spiel sollte deshalb klar sein, welche Wertung gilt.

Spielwertung

Die Mannschaft mit mehr Stockpunkten gewinnt das Spiel und erhält 2:0 Spielpunkte, ein Unentschieden bringt 1:1, eine Niederlage 0:2. Haben im Turnier mehrere Mannschaften gleich viele Spielpunkte, entscheiden nacheinander die Stockpunktdifferenz, die höhere Zahl eigener Stockpunkte, der direkte Vergleich und das Los.

Ungültige Versuche

Der Versuch muss von der Abspielstelle ausgeführt werden, mit mindestens einem Fuß auf der Standvorrichtung. Der Stiel muss spätestens nach dem ersten Ausfallschritt die Hand verlassen haben; Vorlaufen mit dem Stock oder Vorschieben ist ungültig. Trainingsversuche während des Spiels sind nicht erlaubt.

Zielwettbewerb und Weitenwettbewerb

Neben dem Mannschaftsspiel kennt die IER zwei Einzelwettbewerbe:

  • Zielwettbewerb: vier Durchgänge mit je sechs Versuchen auf einer Bahn. Im ersten Durchgang zielt der Spieler in die Ringe um das Mittelkreuz, die von außen nach innen 2, 4, 6, 8 und 10 Punkte zählen; die weiteren Durchgänge verlangen Treffer auf einen Zielstock. Pro Durchgang sind höchstens 60 Punkte möglich.
  • Weitenwettbewerb: fünf Durchgänge ohne Anlauf, alle Spieler nutzen dieselben Stockkörper und Laufsohlen, nur der Stiel ist eigen. Es gewinnt die größte Weite; bei Gleichstand entscheidet der zweitbeste Versuch.

Eisstockschießen als Freizeitsport und Wildschießen

Im Freizeitbereich wird oft mit Holzstöcken auf zugefrorenen Teichen oder Natureisbahnen gespielt, und viele Regeln werden vor Ort vereinbart. Beim Wildschießen, etwa in der Steiermark, zählt die Daube dort, wo sie gerade liegt, auch wenn sie weit aus dem Zielfeld geschossen wurde, und die Mannschaften sind oft größer als vier Spieler. Das sind regionale Bräuche, keine Wettkampfregeln.

Wissenswertes zum Eisstockschießen

Die Wettkampfregeln gibt der internationale Verband IFI heraus; sie gelten auch für die nationalen Verbände in Deutschland und Österreich. In Bayern und Österreich heißt eine Mannschaft traditionell auch Moarschaft, ihr Spielführer Moar. Weitere Präzisionssportarten auf dieser Seite sind Boßeln und Kegeln.

Häufige Fragen zum Eisstockschießen

Wie zählt man beim Eisstockschießen?
Jeder Stock, der näher an der Daube liegt als der beste gegnerische Stock, bringt einen Stockpunkt. Pro Kehre sind höchstens vier Punkte möglich.
Wie viele Kehren hat ein Spiel?
Ein Spiel im Mannschaftsspiel hat immer sechs Kehren.
Wer spielt beim Eisstockschießen als Nächstes?
Immer die Mannschaft, die gerade nicht in Bestlage liegt.
Was ist die Daube?
Das Ziel beim Eisstockschießen, ein dickwandiger Gummiring, der zu Beginn jeder Kehre auf das Mittelkreuz gelegt wird.
Gelten auf Asphalt andere Regeln?
Nein. Die IER gelten für Eis und Sommerböden; es ändern sich nur Laufsohlen und die Seite der Daube.
Wie viele Spielpunkte gibt es für einen Sieg?
Zwei. Ein Unentschieden bringt 1:1, eine Niederlage 0:2.