Dressurreiten: Figuren, Lektionen, Klassen und Bewertung
Dressurreiten ist eine Disziplin des Reitsports, bei der Reiter und Pferd in einem Viereck eine festgelegte Folge von Lektionen zeigen, etwa Volten, Traversalen, fliegende Galoppwechsel, Piaffe und Passage. Richter bewerten jede Lektion mit Noten von 0 bis 10; das Ergebnis wird in Prozent angegeben.
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Es gewinnt das Paar mit dem höchsten Prozentwert.
| Viereck | 20 x 60 m (große Prüfungen), 20 x 40 m |
|---|---|
| Wertung | Noten 0 bis 10 je Lektion, Ergebnis in Prozent |
| Klassen in Deutschland | E, A, L, M, S |
| Höchste Prüfung | Grand Prix, Grand Prix Special, Grand Prix Kür |
| Richter | bis zu 7 bei Championaten |
| Regelwerk | FEI, in Deutschland LPO der FN |
| Spielart | Sportspiel, Reitsport |

Dressurprüfung Ablauf in fünf Schritten
So läuft eine Dressurprüfung ab:
- Einreiten
Das Paar reitet bei A in das Viereck ein und grüßt die Richter bei X.
- Lektionen reiten
Reiter und Pferd zeigen die Lektionen der Aufgabe in der vorgeschriebenen Reihenfolge an den Buchstaben.
- Benotung
Jeder Richter vergibt für jede Lektion eine Note von 0 bis 10; manche Lektionen zählen doppelt.
- Gesamtnoten
Zum Schluss gibt es Noten für den Gesamteindruck, etwa für Sitz und Einwirkung des Reiters.
- Ergebnis
Die Punkte werden in einen Prozentwert umgerechnet. Der höchste Prozentwert gewinnt.
Was ist Dressurreiten?
Ziel der Dressur ist ein losgelassenes, gehorsames Pferd, das sich in allen Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp harmonisch und fein an den Hilfen des Reiters bewegt. Dressur ist die Grundlage für alle anderen Reitdisziplinen und eine olympische Disziplin. Im Sport wird nach Aufgaben geritten; in der Kür stellt der Reiter seine Lektionen selbst zusammen und reitet zu Musik.
Das Dressurviereck
Geritten wird in einem rechteckigen Viereck von 20 x 60 m, bei niedrigeren Klassen auch 20 x 40 m. Am Rand stehen Buchstaben, an denen Lektionen beginnen oder enden. Im großen Viereck sind das A, K, V, E, S, H, C, M, R, B, P und F, auf der Mittellinie liegen D, L, X, I und G. Die Richter sitzen bei C und je nach Prüfung an weiteren Punkten am Rand.
Dressurfiguren und Lektionen
Eine Dressuraufgabe besteht aus Hufschlagfiguren und Lektionen. Die wichtigsten Figuren beim Dressurreiten:
| Figur | Beschreibung |
|---|---|
| Volte | ein kleiner Kreis mit 6, 8 oder 10 m Durchmesser |
| Schlangenlinie | mehrere Bögen durch die Bahn mit Handwechsel |
| Schulterherein | Seitengang, bei dem die Vorhand leicht nach innen gestellt ist |
| Traversale | Seitengang diagonal durch die Bahn, Pferd in Bewegungsrichtung gestellt |
| Fliegender Galoppwechsel | Wechsel des Galoppfußes in der Schwebephase; als Serie bis zu jedem Sprung |
| Pirouette | Wendung im Galopp oder Schritt um die Hinterhand auf kleinem Raum |
| Piaffe | trabartige Bewegung auf der Stelle mit erhabenen Tritten |
| Passage | besonders erhabener, kadenzierter Trab mit langer Schwebephase |
| Rückwärtsrichten | das Pferd tritt diagonal rückwärts |
Dressurreiten Regeln im Detail
Klassen und Prüfungen
In Deutschland sind die Dressurprüfungen in die Klassen E (Eingangsstufe), A (Anfänger), L (leicht), M (mittelschwer) und S (schwer) eingeteilt. International folgen auf die nationalen Klassen Prix St. Georges, Intermediaire I und II sowie Grand Prix. Bei Championaten werden Grand Prix, Grand Prix Special und die Grand Prix Kür geritten.
Wie wird Dressurreiten bewertet?
Jeder Richter vergibt für jede Lektion eine Note von 0 (nicht ausgeführt) bis 10 (ausgezeichnet). Schwierige Lektionen haben einen Koeffizienten und zählen doppelt. Dazu kommen Gesamtnoten. Die Summe wird in Prozent der möglichen Punkte umgerechnet; aus allen Richtern ergibt sich das Endergebnis. In der Kür gibt es zusätzlich Noten für Choreografie, Schwierigkeitsgrad und Musik.
Fehler und Ausschluss
Wer die Aufgabe falsch reitet, etwa eine Lektion vergisst, erhält einen Punktabzug; mehrfaches Verreiten führt zum Ausschluss. Ausgeschlossen wird auch, wer mit lahmendem Pferd startet oder unerlaubte Ausrüstung verwendet. Die Ausrüstung, etwa Zaumzeug und Sporen, ist für jede Klasse vorgeschrieben.
Wissenswertes zum Dressurreiten
Dressur ist seit 1912 olympisch. Deutsche Reiterinnen und Reiter gehören seit Jahrzehnten zur Weltspitze. Die klassischen Schulen über der Erde wie Levade und Kapriole stammen aus der Hohen Schule und werden in Sportprüfungen nicht verlangt. Verwandte Reitdisziplinen auf dieser Seite sind Distanzreiten und Pferderennen. Ganz vom Pferd aus wird der Rejoneo bestritten, eine umstrittene Form, die wir bei den Stierkampf Regeln beschreiben.