Karate Regeln: Kumite, Kata, Punkte und Gürtelgrade erklärt
Karate ist eine japanische Kampfkunst, deren Name leere Hand bedeutet. Trainiert werden Schlag-, Stoß-, Tritt- und Blocktechniken in drei Säulen: Kihon (Grundtechniken), Kata (festgelegte Formen) und Kumite (Kampf mit Partner).
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- 1 gegen 1

Im Wettkampf nach den Regeln des Weltverbands WKF gibt es Punkte für kontrollierte Techniken: 1 Punkt für Fauststöße, 2 für Tritte zum Körper, 3 für Tritte zum Kopf und Techniken nach einem Wurf.
| Spieler | Kumite 1 gegen 1, Kata einzeln oder im Team zu 3 |
|---|---|
| Sportart | Kampfkunst, Kampfsport |
| Herkunft | Okinawa, Japan |
| Disziplinen | Kata und Kumite |
| Wertung im Kumite | Yuko 1, Waza-ari 2, Ippon 3 Punkte |
| Kampfzeit | 3 Minuten (WKF, Erwachsene) |
| Kampffläche | 8 x 8 Meter Tatami |
| Graduierung | Kyu-Grade (Schüler) und Dan-Grade (Meister) |
| Spielart | Sportspiel, Kampfsport |

Karate Regeln in fünf Schritten
So läuft ein Kumite-Kampf nach WKF-Regeln ab:
- Begrüßung
Beide Karateka verbeugen sich vor dem Kampfrichter und voreinander. Der Kampf beginnt auf das Kommando Shobu hajime.
- Techniken setzen
Erlaubt sind kontrollierte Fauststöße und Tritte auf festgelegte Zielzonen an Kopf, Gesicht, Hals und Körper.
- Punkte
Yuko bringt 1 Punkt, Waza-ari 2 Punkte, Ippon 3 Punkte.
- Verwarnungen
Zu harter Kontakt, verbotene Techniken, Verlassen der Fläche oder Passivität werden verwarnt, im Extremfall folgt Hansoku, die Disqualifikation.
- Sieg
Wer 8 Punkte Vorsprung hat oder nach 3 Minuten vorne liegt, gewinnt. Bei Gleichstand entscheiden die Regeln oder die Kampfrichter.
Was ist Karate?
Karate gehört zu den bekanntesten asiatischen Kampfkünsten. Nachweisbar sind seine Wurzeln im Okinawa des 19. Jahrhunderts; die Legende vom Mönch Bodhidharma und dem Kloster Shaolin, auf die sich Karate gern beruft, ist nicht belegt. Anfang des 20. Jahrhunderts kam Karate nach Japan, nach dem Zweiten Weltkrieg über Hawaii und die amerikanische Besatzung in die USA und nach Europa. Bei den Olympischen Spielen in Tokio 2020, ausgetragen 2021, war Karate erstmals olympisch.
Wichtig für Karate sind Beweglichkeit, Schnellkraft und Ausdauer. Neben dem Sport hat Karate einen geistigen Kern aus Zen und Respekt: Jedes Training beginnt mit einer kurzen Meditation (Mokuso) und einem Gruß.
Die Karate-Stilrichtungen
Das japanische Karate wird grob in vier große Stile eingeteilt, die auf die okinawanischen Stile Shorei-Ryu und Shorin-Ryu zurückgehen:
- Shotokan: in Deutschland der am weitesten verbreitete Stil
- Goju-Ryu: verbindet harte und weiche Techniken
- Shito-Ryu
- Wado-Ryu
Daneben werden ursprüngliche Stile wie Uechi-Ryu unterrichtet. Kern des Trainings sind Schlag-, Stoß-, Tritt- und Blocktechniken, dazu Fußfegen, einige Hebel und Würfe. Waffentraining (Kobudo) gehört nicht zum eigentlichen Karate.
Karate Wettkampfregeln im Detail
Kumite: Punkte und Techniken
Im Kumite-Wettkampf treten zwei Karateka gegeneinander an. Techniken müssen kontrolliert, mit guter Form und richtigem Abstand ausgeführt werden, um zu punkten. Nach den WKF-Regeln, wie sie bei den Olympischen Spielen galten, gibt es:
| Wertung | Punkte | Technik |
|---|---|---|
| Yuko | 1 | Fauststoß (Tsuki) oder Schlag zu Kopf oder Körper |
| Waza-ari | 2 | Tritt (Geri) zum Körper |
| Ippon | 3 | Tritt zum Kopf oder Technik auf einen geworfenen oder gefallenen Gegner |
Kampfzeit und Sieg
Ein Kampf dauert 3 Minuten und findet auf einer 8 x 8 Meter großen Mattenfläche statt. Gewonnen hat, wer einen Vorsprung von 8 Punkten erreicht oder am Ende mehr Punkte hat. Bei Punktgleichheit gewann nach diesen Regeln, wer zuerst gepunktet hat (Senshu); ohne Punkte entscheiden die Kampfrichter per Flaggenzeichen (Hantei).
Verwarnungen und Strafen
Verboten sind unter anderem übermäßiger Kontakt, gefährliche Würfe und Angriffe auf nicht erlaubte Zonen. Strafbar sind auch das Vortäuschen einer Verletzung, das Verlassen der Kampffläche, Passivität und unhöfliches Verhalten. Die Strafen steigern sich in Stufen bis zum Hansoku, der Disqualifikation für den Kampf.
Kata im Wettkampf
In der Kata zeigt ein Karateka allein eine festgelegte Abfolge von Techniken gegen gedachte Gegner. Kampfrichter bewerten die technische und die athletische Leistung, etwa Stand, Technik, Rhythmus, Kraft und Schnelligkeit.
Schutzausrüstung
Im Wettkampf tragen die Karateka Zahnschutz, Faust- und Fußschützer, Schienbeinschoner sowie je nach Klasse Brust- oder Tiefschutz.
Gürtelfarben und Graduierung
Das Graduierungssystem wurde vermutlich vom Judo übernommen. Es unterscheidet Schülergrade (Kyu) und Meistergrade (Dan). In Deutschland gibt es meist 9 Kyu- und 10 Dan-Grade, die Farben können je nach Verband und Stil leicht abweichen:
| Grad | Gürtel |
|---|---|
| 9. Kyu | weiß |
| 8. Kyu | gelb |
| 7. Kyu | orange |
| 6. Kyu | grün |
| 5. und 4. Kyu | blau, teils violett |
| 3. bis 1. Kyu | braun |
| 1. bis 10. Dan | schwarz |
Für den nächsthöheren Grad gibt es Prüfungen nach festem Programm und Mindestwartezeiten.
Karate-Bekleidung
Ein Karateka trägt den Karate-Gi: eine weiße, an der Hüfte geschnürte Hose (Zubon) und eine Jacke (Uwagi), heute meist aus Baumwolle. Die Jacke hält der Gürtel (Obi), dessen Farbe den Grad zeigt. Trainiert wird barfuß.
Dojo-Etikette und Training
Das Trainingszentrum heißt Dojo. Dort gibt es eine klare Rangfolge zwischen Lehrer (Sensei), fortgeschrittenem Schüler (Senpai) und Neuling (Kohai). Zu Beginn und Ende des Trainings steht ein gemeinsamer Gruß (Rei). Typische Regeln im Dojo sind:
- beim Betreten und Verlassen grüßen
- keine Schuhe, kein Schmuck und keine Uhren
- saubere Kleidung und Körperpflege
- während des Trainings nicht sprechen, nicht essen und trinken
- das Dojo nur nach Rückfrage verlassen
- üben, was der Trainer vorgibt
Das Training baut auf drei Säulen auf: Kihon, das Wiederholen und Verinnerlichen der Grundtechniken, Kata, die Formen, und Kumite, das Üben mit einem oder mehreren Partnern von abgesprochenen Techniken bis zum freien Kampf.