Regeln Diskuswurf

Das Diskuswerfen ist eine der ältesten Sportarten der Welt und datiert sich bis in das 8. Jahrhundert vor Christus. Schon im Griechenland der Antike trugen Athleten Wettbewerbe in dieser Disziplin aus, mit dem Ziel, den Diskus so weit wie nur möglich zu werfen. Während die antiken Diskusscheiben aus Stein oder Bronze gefertigt wurden, nutzt man heute mit einem Metallring versehenden Holz oder Metallkern. Gleich geblieben ist jedoch die Wurftechnik, eine komplexe Drehtechnik, die du exakt ausführen musst, die leider nicht ganz einfach zu erlernen und vor allem zu perfektionieren ist. Viele Spitzen-Diskuswerfer erreichen ihre Bestweiten erst ab einem Alter von 30 Jahren.

Seit 1896 zählt der Diskuswurf als Disziplin ersten Olympischen Spiele, an der seit 1928 auch Frauen zugelassen sind. Diskuswerfen zählt nach wie vor zu den Disziplinen der modernen Leichtathletik in der Gruppe Wurf, neben Hammerwurf, Speerwurf und Kugelstoßen.

Mehr zu dieser faszinierenden Sportart, die nicht jeder ausübt, erfährst du bei uns.

Landessportbund Nordrhein-Westfalen e.V. zeigt den Diskuswurf

Regeln Diskuswurf und Ausrüstung

Ziel dieses Sports ist es, den Diskus so weit wie möglich zu werfen. Dabei muss der Sportler in einer Abwurfzone mit einem Durchmesser von 2,5 Meter bleiben. Für einen kraftvollen Abwurf nimmt der/die Sportler:in innerhalb der Abwurfzone maximalen Schwung, um den Diskus innerhalb der markierten Landezone aufkommen zu lassen.

Durch die Gründung der Internationalen Leichtathletik-Föderation IAAF in 1912 ließen sich erstmals Regeln für den Diskuswurf im Detail festhalten. Heute besteht ein derartiger Wettkampf aus sechs Versuchen und nur die beste gültige Weite eines/einer Athleten/Athletin zählt. Nach den Regeln für Diskuswurf qualifizieren sich die besten acht Athleten/Athletinnen für die drei Finalrunden nach drei Runden.

Sportkleidung

Üblich sind Trikot, Shorts und Sportschuhe als Ausrüstung für eine:n Diskuswerfer:in. Die Schuhe besitzen keine Spikes, sondern eine flexible Sohle, die guten Halt auf dem Wurfkreis bieten. Ausrutschen kann zu einem Sturz und Verletzungen führen. Gefertigt sind diese Schuhe meist aus Wildleder oder einer anderen Lederart.

Diskus

Regeln Diskuswurf nach den IAAF Regeln:

FrauenMänner
Gewicht1 kg2 kg
Durchmesser18 cm 22 cm
Höhe3,7 bis 3,9 cm4,4 bis 4,6 cm

Das Material kann Kunststoff, Holz oder Gummi sein ohne einen Rahmen. Ein Diskus für Wettbewerbe besitzt einen Stahl- oder Messingrahmen, damit der Aufprall die Ränder der Scheibe nicht beschädigt.

Zusätzlich besitzt ein Diskus in der Mitte beidseitig einen Metalleinsatz mit einem Durchmesser von 5 bis 5,7 Zentimeter und einen Radius von etwa 0,6 Zentimeter. Moderne Geräte bestehen häufig aus Kohlenstofffasern oder anderen Verbundwerkstoffen und sind mithilfe von Computern in ihren Flugeigenschaften optimiert.

Die Masseverteilung spielt eine große Rolle. Der größte Teil der Masse (zwischen 70 und bis zu 92 Prozent) ist in den Einfassungsring verlagert. Jedoch muss der Diskus symmetrisch sein, die Oberseite darf sich nicht von der Unterseite unterscheiden. Je größer der Massenanteil im Außenring, desto höher ist die Eigenrotation.

Die Wurftechnik

Die Technik des Diskuswurfs beinhaltet Schwung, Kraft, Explosivität am Ende des Wurfs, Koordination und den richtigen Flugwinkel.

Ein Diskuswurf besteht aus einer anderthalbfachen Drehung um die eigene Achse vor dem Abwurf zur Beschleunigung. Diese flüssig aussehende Drehbewegung lässt sich in verschiedene Phasen unterteilen:

  • Das Halten des Diskus mit den letzten Fingergliedern, Schwerpunkt zwischen Zeige- und Mittelfinger. Durch eine leichte Handgelenkbeugung berührt der obere Diskusrand den Unterarm.
  • Die Ausgangsstellung für den Sportler ist mit Rücken zur Wurfrichtung und er steht am hinteren Kreisrand mit Beinen etwas über Schulterbreite auseinander. Der Arm mit dem Diskus hängt locker seitlich am Körper herab.
  • Der Anschwung bringt den Diskus mit gestrecktem Wurfarm möglichst weit nach rechts hinten etwas über Schulterhöhe. Der Oberkörper bleibt aufrecht.
  • Die Drehung dient zur Beschleunigung des Diskus auf einen möglichst langen Weg durch Verwringung des Körpers. Sobald die Körperfront in Wurfrichtung weist, hebt der linke Fuß für die Flugphase vom Boden ab. Dadurch entsteht eine Bewegung, wo der Werfer sich vorwärts bewegt und gleichzeitig eine Drehung ausführt.
  • Die Landung der Beine vor dem Abwurf erfolgt kurz nacheinander und der Rücken der Wurfhand zeigt ständig nach oben.
  • Die Wurfauslage im Gleichgewicht ist wichtig, damit die Kraft des Werfers voll auf den Diskus übertragen werden kann. Der Arm mit dem Diskus befindet sich bis zum Wurf noch weit hinter dem Körper. Der Oberkörper ist aufrecht, die linke Körperseite bildet von Fuß bis Schulter eine Gerade. Die Verwringung der rechten Körperseite und deren Spannung muss beibehalten werden und löst sich erst im Abwurf.
  • Die Abwurfbewegung erfolgt mit langem Wurfarm in Schulterhöhe. Bei einem Sprungabwurf befinden sich kurz beide Beine in der Luft. Beim Abwurf weist der Handrücken nach oben und der Diskus rollt über den Zeigefinger ab. Durch die Rotation erhält der Diskus Flugstabilität.
  • In dieser Stellung beginnt die explosive Dreh-Streckbewegung des hinteren Beines, die die rechte Hüfte und die rechte Schulter nach vorne bringt. Wenn das Körpergewicht über das linke Bein kommt, gelangen Becken- und Schulterachse in Wurfrichtung.
  • Der Abwurf wird von der Streckbewegung beider Beine unterstützt. Für einen Moment befinden sich dann beim Sprungabwurf beide Beine in der Luft und der Kraftimpuls geht geradlinig in Wurfrichtung.
  • Das Abfangen des Körperschwunges erfolgt beim Stützwurf durch Umspringen der Beine, jedoch erst dann, wenn das Gerät die Wurfhand verlassen hat. Beim Sprungwurf erfolgt nach Verlassen des Diskus eine weitere Drehung in der Luft, um das Körpergewicht in die Mitte des Ringes zu verlagern.

Ein derart komplexer Ablauf bedeutet Fehleranfälligkeit, daher sollte jeder Athlet mental gestärkt und voll konzentriert in den Wettkampf gehen.

Ein guter Gleichgewichts- und Orientierungssinn sind bei dieser Sportart unerlässlich, ebenso wie regelmäßiges Training.

Das Spielfeld

Das Diskus-Spielfeld besteht aus Wurfkreis, Käfig und Landezone. Der Diskus muss in einem markierten Kreissektor landen. Dessen Seitengrenzen haben einen Winkel von 34,92 Grad und sein Scheitel liegt im Wurfkreismittelpunkt.

Der Wurfkreis

Der Wurfkreis besitzt einen Durchmesser von 2,5 Metern mit einem Ring, der etwa 0,6 Zentimeter dick und 0,7 bis 0,8 Zentimeter hoch ist. Der Ring ist weiß und besteht meist aus Metall, der Untergrund des Wurfkreises besteht aus Beton oder einem ähnlich rutschfesten Material. Auf beiden Seiten befindet sich eine mindestens 70 Zentimeter lange Linienmarkierung rechtwinklig zur Wurfrichtung. Ein:e Diskuswerfer:in muss nach dem Wurf nach hinten und links oder rechts dieser Linien herausgehen. Berührt oder überschreitet ein Werfer eine Linie, ist der Wurf ungültig.

Der Wurfkäfig

Hinter und an den Seiten des Wurfringes befindet sich ein 4 Meter hohes, massives Metallgitter oder ein gespanntes Netz in U-Form. Dieser sogenannte Wurfkäfig ist nur zum Wurfsektor hin etwa 6 Meter weit offen. Auf diese Weise werden andere Personen und technische Anlagen von Fehlwürfen geschützt. Es kann vorkommen, dass ein Athlet den Diskus zu früh oder zu spät freilässt und der Wurfkäfig fängt den Diskus ab.

Die Landezone

Vom Mittelpunkt des Wurfkreises aus erstreckt sich die Landezone in einem 34,92 Grad Winkel nach vorne der Käfigöffnung auf insgesamt 80 Meter. In dieser Zone muss der Diskus für einen gültigen Wurf aufkommen.

Wettkampfablauf

Bei einem regulären Wettkampf gibt es sechs Versuche, um den Diskus möglichst weit in einen vorgegebenen Sektor zu werfen. Die jeweils beste Weite wird für den jeweiligen Diskuswerfer gezählt. Nach den ersten drei Versuchen qualifizieren sich die besten acht Athleten/Athletinnen für den Endkampf. Im Endkampf gibt es jeweils drei Würfe und beim vierten und fünften Versuch gilt die umgekehrte Reihenfolge des Wettkampfstandes nach den ersten drei Versuchen. Im letzten Durchgang wird die Reihenfolge vom Letzten zum Ersten nach den fünf Versuchen neu geordnet.

Regeln Diskuswurf: Ungültige Würfe

Ein Diskuswurf gilt als ungültig, wenn:

  • der Sportler den Kreis nach einem Wurf nach vorne verlässt
  • die Oberkante des Wurfringes oder der Boden außerhalb des Kreises während des Versuches berührt wird (Ausnahme: Erfolgt die Berührung ohne Abdrücken nur während der ersten Drehung, ist es kein Fehlversuch)
  • der Diskus nicht zuerst im Sektor aufkommt
  • die Vorbereitungszeit für den Wurf überschritten wird
  • der Sportler den Kreis verlässt, bevor der Diskus den Boden berührt
  • der Versuch nicht aus der Ruhestellung begonnen wird.

Die Weltrekorde im Diskuswerfen

Bei den Männern hält ein Deutscher den aktuellen Weltrekord von 74,08 Metern, geworfen von Jürgen Schult 1986. Bei den Frauen steht ebenfalls eine Deutsche ungeschlagen an der Spitze: Gabriele Reinsch hält den Weltrekord mit 76,8 Metern.
Der Rekord der Frauen weist also eine höhere Distanz auf als jener der Männer, was im unterschiedlichen Diskusgewicht begründet ist.