Badminton-Regeln

Um Badmintonkorrekt zu spielen, braucht ihr unbedingt die Badminton-Regeln. Diese haben wir für euch zusammengefasst und ausführlich erklärt, sodass keine Missverständnisse während des Spiels aufkommen.

Badminton lässt sich schnell erlernen und eignet sich daher für alle Altersklassen. Dieser Sport fordert von den Spielern jedoch Schnelligkeit und hohe körperliche Fitness. Weltweit wird Badminton als Wettkampfsport von über 14 Millionen Menschen in mehr als 160 Nationen betrieben.

Geschichte des Badmintons

Badminton ist ein beliebtes Rückschlagspiel mit einem Federball und Schlägern, das auf eine lange Geschichte zurückblicken kann. Schon vor 2000 Jahren gab es ähnliche Spiele in Indien und auch die Azteken kannten ein vergleichbares Spiel mit gefiederten Bällen. In Europa in der Barockzeit erfreute sich das Federballspiel in Adelskreisen großer Beliebtheit. Die Regeln entsprachen jenen, die wir heute für Federball kennen: Die Spieler spielen sich mit einfachen Schlägern einen Federball so oft wie möglich zu, ohne diesen den Boden berühren zu lassen.

Das Badminton-Spiel hingegen benutzt ein Netz und hat konkretere Regeln, beruhend auf dem indischen Poona-Spiel, das britische Kolonialoffiziere in ihre Heimat mitbrachten. Der Name des Spiels beruht auf jenem Ort, wo es zum ersten Mal in Großbritannien zur Vorstellung gelangte, dem Landsitz Badminton House in 1872. Bereits in 1899 fanden die ersten englischen Badminton-Meisterschaften statt und Badminton fand schnell ebenso große Beliebtheit wie Tennis.

In Deutschland entstand bereits 1902 der erste Badminton-Sportverein, zugleich der erste auf europäischem Festland. Die ersten deutschen Meisterschaften gab es jedoch erst 1953 und seit Ende der 1980er zählt Badminton auch zum Schulsport.

Inhalt und Gestaltung

Bei Badminton versuchen die Spieler, mit einem Schläger den Federball so über ein Netz zu schlagen, dass der Gegner diesen nicht mehr den Regeln entsprechend zurückschlagen kann. Es gibt Badminton als Einzel mit zwei Spielern, aber auch mit vier Spielern als Doppel oder Mixed. Die Spieltechnik und die Regeln haben gewisse Ähnlichkeit mit Tennis. Im Unterschied zu Tennis wird Badminton jedoch stets in einer Halle gespielt. Eine Badmintonhalle muss in Deutschland mindestens eine Höhe von 5 Metern aufweisen und gilt erst ab einer Höhe von 9 Metern als uneingeschränkt bespielbar.

Das Spielfeld

Das Badmintonspielfeld ist jedoch deutlich kleiner als ein Tennisfeld mit 13,40 Metern Länge und 6,10 Metern Breite. In der Mitte ist ein Netz mit einer Höhe von 1,55 Metern an den Seiten und 1,524 Metern in der Mitte gespannt, welches das Feld in zwei Spielhälften teilt. Eine Grundlinie und Seitenlinien begrenzen das Spielfeld, welches wiederum durch eine Mittellinie geteilt ist. Parallel zum Netz in 1,98 Metern Abstand verläuft eine Aufschlaglinie. Bei einem Einzel und einem Doppel oder Mixed gelten unterschiedliche Linienbegrenzungen.an den Seiten und für den Aufschlag. Die Netzpfosten liegen an den Seitenlinien des Doppelfelds.

Schläger und Ball

Ein Badmintonschläger wiegt weniger als ein Tennisschläger und darf nicht länger als 68 Zentimeter und nicht breiter als 23 Zentimeter sein. Der Schlägerkopf hat ein gleichmäßiges Muster von sich kreuzenden Saiten. Die Länge der Längssaiten darf maximal 28 Zentimeter und die der Quersaiten 22 Zentimeter betragen, kann aber in den Schlägerhals verlängert werden.

Der Spielball aus natürlichen oder künstlichen Materialien hat einen Kranz mit 16 an der Basis befestigten Federn, meist aus Plastik, wodurch er besondere Flugeigenschaften erhält. Ein Naturfederball hat eine mit einer Lederschicht überzogene Korkbasis und gilt als Standard für die Bewertung der Flugeigenschaften. Das Gewicht beträgt eines zwischen 4,74 und 5,50 Gramm. Ein synthetischer Ball darf 10 Prozent vom Standard bei Maßen und Gewicht abweichen.

Üblicherweise wird ein Ball durch einen vollen Unterhandschlag von der Grundlinie aus entlang der Seitenlinie getestet. Die Ballgeschwindigkeit gilt als korrekt, wenn der Federball in einem Bereich landet, der zwischen 53 und 99 Zentimeter Entfernung von der gegenüberliegenden Grundlinie liegt.

Spielbeginn und Spielregeln Badminton

Das Spiel beginnt mit der Auslosung, welcher Spieler die Wahl des Aufschlag- und Rückschlagrechts oder Wahl der Spielfeldseite hat.

Beim Aufschlags müssen sich die Spieler innerhalb der diagonal gegenüberliegenden Aufschlagfelder befinden, ohne die Begrenzungslinien zu berühren. Die Füße der Spieler müssen beim Aufschlag ebenfalls großteils Bodenkontakt haben. Wenn bei der Vorwärtsbewegung des Schlägerkopfes des Aufschlägers der Ball dabei berührt wird, gilt der Aufschlag als ausgeführt. Die Aufschlagbewegung darf nicht verlangsamt oder gestoppt werden.

Dabei muss außerdem

  • der Schläger abwärts gerichtet sein
  • die Basis des Balles zuerst treffen
  • der gesamte Ball darf sich nicht höher als die Taille, unterhalb der untersten Rippe des Aufschlägers befinden und beim Aufschlag eine Aufwärtsbewegung aufweisen.

Wenn beim Aufschlag ein Spieler den Ball nicht trifft, gilt das als Fehler und der Gegner erhält einen Punkt. Gezählt wird in Punkten und Sätzen mit zwei Gewinnsätzen, die bis auf 21 Punkte gespielt werden. Bei jedem Fehler in einem Ballwechsel erhält der Gegenspieler einen Punkt, unabhängig vom Aufschlagsrecht. Auch wenn der Ball den Boden des gegnerischen Spielfelds berührt, gewinnt der Gegner den Ballwechsel.

Der Ball ist nicht mehr im Spiel, wenn er auf den Boden fällt, er das Netz oder den Pfosten berührt und anschließend zurück ins Spielfeld des Spielers fällt, der den Ball zuletzt geschlagen hat. Im Gegensatz zum Tennis wird bei Badminton auch dann weitergespielt, wenn der Ball beim Aufschlag das Netz berührt, wenn er danach trotzdem in das Aufschlagfeld des Gegners gelangt.

Punkte und Spielsätze

Ein Spiel endet, wenn eine Seite zwei Sätze gewinnt, also zuerst 21 Punkte erreicht. Ausnahmen gibt es bei einem Spielstand von 20:20. Hier muss ein Vorsprung von zwei Punkten bestehen, um zu gewinnen. Steht es 29:29, gewinnt jene Seite, welche den nächsten Punkt macht. Der Satz endet also auf alle Fälle mit dem 30. Punkt. Wer einen Satz gewinnt, hat Aufschlagrecht im nächsten Satz.

Nach jedem Satz kommt es zu einem Wechsel der Spielfeldseite und das auch in einem möglichen dritten Satz, wenn der führende Spieler 11 Punkte erreicht hat.

Einzel-Spiel

Beim Einzel gelten die Einzel-Seitenlinie und die Grundlinie als Eingrenzung des Einzel-Spielfelds. Das Aufschlagfeld ist wiederum begrenzt durch Mittellinie, Grundlinie und Einzel-Seitenlinie. Der Aufschlag erfolgt im rechten Aufschlagfeld, wenn der Aufschläger einen geraden Punktestand hat, bei ungeradem im linken Feld. Der Badmintonball wird so lange hin und her übers Netz geschlagen, bis er nicht mehr im Spiel ist. Gewinnt der Aufschläger den Ballwechsel, erhält er einen Punkt und darf den nächsten Aufschlag vornehmen, jedoch vom anderen Aufschlagfeld aus. Sollte der Gegner den Ballwechsel gewinnen, erhält dieser einen Punkt und auch das Aufschlagrecht.

Doppel und Mixed

Bei einem Doppel spielen jeweils Männer oder Frauen gegeneinander, bei einem Mixed bestehen Teams aus Männer und Frauen. Im Doppel kommt das Spielfeld in voller Größe zur Nutzung. Das Aufschlagfeld ist begrenzt durch Mittellinie, hintere Doppel-Aufschlaglinie und Doppel-Seitenlinie. Beim Doppel darf der Partner während des Aufschlags jede Position innerhalb des eigenen Spielfelds einnehmen. Jedoch darf kein Spieler die Sicht der anderen Spieler zu keiner Zeit behindern. Sobald der Aufschlag zurückgespielt ist, darf jeder beliebige Spieler von jeder Position aus den Ball zurückschlagen, solange dieser im Spiel ist. Jedoch muss jener Spieler, der dem Aufschläger diagonal gegenüber steht, als Erstes den Ball zurückspielen.

Gewinnt das Aufschlagteam den Ballwechsel, gibt es einen Punkt. Derselbe Aufschläger schlägt dann erneut von der anderen Seite des Spielfelds aus auf. Gewinnt jedoch das gegnerische Team, erhalten sie den Punkt und das Aufschlagrecht. Dabei muss auch wieder die Aufschlagposition wechseln. Das Aufschlagrecht wechselt diagonal, das bedeutet, vom ersten Aufschläger im rechten Feld zum Gegner im linken Feld, dann zum Mitspieler des ursprünglichen Aufschlägers wieder zum ersten Gegenspieler des ersten Aufschlägers und kehrt dann wieder zum ersten Aufschläger zurück.

Es ist nicht erlaubt, diese Reihenfolge zu verändern oder zweimal hintereinander aufzuschlagen. Passieren dabei Fehler, gelten diese nicht für Punktegewinn. Bei jedem Satzbeginn können alle Positionen der Spieler neu festgelegt werden.

Fehler und Punktegewinn

Punkte gewinnen kann man bei folgenden Spielfehlern:

  • wenn der Aufschlag nicht korrekt ist, also beispielsweise der Schläger nicht die Basis des Balls trifft
  • wenn der Ball im Netz hängen bleibt oder unter dem Netz durchfliegt
  • den Schläger über oder unter das Netz ins gegenerische Spielfeld hält. Erlaubt ist jedoch ein Ausschwingen beim Schlag über das Netz hinweg.
  • wenn der Ball über die Begrenzungslinien hinaus gespielt wird oder hinausfällt
  • wenn der Ball die Decke oder Wände, einen Spieler oder dessen Kleidung, einen Gegenstand oder eine Person außerhalb des Spielfeldes berührt
  • Die Gegner in einer Form zu behindern oder abzulenken gilt ebenfalls als Fehler.
  • wenn der Ball mit dem Schläger aufgefangen und geschleudert, also nicht korrekt geschlagen wird
  • wenn der Ball zweimal geschlagen wird vor dem Rückspiel oder nicht in Richtung des gegnerischen Spielfeldes fliegt
  • Wiederholungen
  • wenn ein Spieler während des Ballwechsels das Netz berührt oder

Wiederholung ohne Fehler oder Punktegewinn gibt es in folgenden Fällen:

  • Der Gegenspieler ist beim Aufschlag nicht bereit.
  • Beide gegnerischen Spieler begehen gleichzeitig einen Fehler.
  • Der Ball bleibt nach einem Rückspiel im Netz hängen.
  • Bei einem anderen unvorhergesehenen oder unbeabsichtigten Ereignis.
  • Der Ball geht während eines Ballwechsels kaputt.
  • Der Ball trifft einen sich über dem Spielfeld befindenden Gegenstand.

Badminton: Vorteile und Nachteile

Vorteile

  • Badminton ist wie Federball für alle Altersklassen leicht zu erlernen.
  • Die Ausrüstung ist nicht teuer.
  • Da man Badminton stets in einer Halle gespielt, lässt sich dieser Sport im ganzen Jahr ausgeüben.
  • Wer Badminton regelmäßig betreibt, kommt außerdem gut in Form.
  • Badminton stellt Ansprüche an Reflexe, Schnelligkeit und Kondition und erfordert auch Konzentration und Taktik.

Nachteile

  • Es muss eine Badminton-Halle zur Verfügung stehen, denn dieser Sport lässt sich nicht wie Federball beliebig im Freien ausüben.
  • Die Spielregeln sind auch komplexer als bei Federball.
  • Da es lange Ballwechsel und viel Laufarbeit zu leisten gibt, sollte man vorher Konditionstraining betreiben.
Welche Unterschied gibt es zwischen Federball und Badminton?

Badminton ist als Leistungs- bzw. Profisport anzusehen, während Federball die Hobbyspieler anspricht. Die Ausrüstung beim Badminton ist hochwertiger, das Spielfeld ist fest und es geht vor allem um Punkte, als um den reinen Spaß.

Welche Größe hat ein Badmintonfeld?

13,40 x 6,10 Meter (L x B). Die 4 cm dicken Linien gehören zum Spielfeld. Die Breite der Felder liegt durch die Begrenzungen bei 5,18 Meter.

Wie schnell kann ein Shuttlecock werden?

Der Weltrekord liegt bei 493 km/h.