Skispringen Regeln: Punkte, K-Punkt, Haltungsnoten und V-Stil
Skispringen ist eine nordische Wintersportart, bei der die Springer über eine Schanze anfahren, am Schanzentisch abspringen und möglichst weit und sauber fliegen.
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Die Wertung setzt sich aus Weitenpunkten und Haltungsnoten zusammen: Wer genau den K-Punkt erreicht, bekommt 60 Weitenpunkte, fünf Sprungrichter vergeben bis zu 60 Haltungspunkte. Dazu kommen Ausgleichspunkte für Wind und Anlauflänge.
| Disziplin | nordischer Skisport |
|---|---|
| Schanzen | Normalschanze (HS 85 bis 109 m), Großschanze (HS 110 bis 149 m), Skiflugschanze (HS ab 200 m) |
| Weitenpunkte | 60 Punkte am K-Punkt, auf Skiflugschanzen 120 |
| Haltungsnoten | 5 Richter, je höchstens 20 Punkte; höchste und niedrigste Note fallen weg |
| Durchgänge | im Weltcup Qualifikation, 1. Durchgang mit 50 Springern, Finale der besten 30 |
| Regelwerk | FIS International Competition Rules (ICR), Skispringen |
| Spielart | Sportspiel, Wintersport |

Skispringen Ablauf in fünf Schritten
So läuft ein Skisprung ab:
- Anlauf
Der Springer startet von der Startluke, die die Jury festlegt, und fährt in der Hocke durch die Anlaufspur.
- Absprung
Am Schanzentisch springt er ab und bringt Körper und Ski schnell in eine stabile Fluglage.
- Flug
Im Flug hält er die Ski meist im V-Stil und nutzt den Luftwiderstand, um möglichst weit zu kommen.
- Landung
Die Landung erfolgt im Telemarkstil: ein Bein vorn, ein Bein hinten, Knie gebeugt.
- Wertung
Weitenpunkte, die drei mittleren Haltungsnoten und die Wind- und Anlaufkorrektur ergeben die Punktzahl des Sprungs.
Was ist Skispringen?
Skispringen, auch Spezialsprunglauf genannt, ist eine Einzelsportart, die Mut, Sprungkraft und ein feines Gefühl für die Luft verlangt. Entscheidend ist nicht nur die Weite, sondern auch die Haltung in Flug, Landung und Auslauf. Zusammen mit dem Skilanglauf bildet das Skispringen die Nordische Kombination. Neben Winterwettbewerben auf Schnee gibt es Sommerspringen auf Kunststoffmatten.
Schanzen, K-Punkt und Hill Size
Die Größe einer Schanze wird über die Hill Size (HS) bestimmt, die Weite vom Schanzentisch bis zum Ende des Landebereichs. Der K-Punkt, der Konstruktionspunkt, ist der Bezugspunkt für die Weitenpunkte. Die FIS teilt die Schanzen so ein:
| Schanzentyp | Hill Size (HS) |
|---|---|
| Normalschanze | 85 bis 109 m |
| Großschanze | 110 bis 149 m |
| Riesenschanze | 150 bis 184 m |
| Skiflugschanze | 200 m und mehr |
Am Aufsprunghang wird die Hill Size mit einer Querlinie markiert, die an beiden Seiten etwa 5 m weit rot eingefärbt ist. Empfohlen sind farbige Banner: rot zwischen K-Punkt und Hill Size, blau vom K-Punkt in Richtung P-Punkt. Im Weltcup kommt die To-beat-Linie hinzu, die anzeigt, wie weit ein Springer für die Führung springen muss.
Skispringen Regeln im Detail
Weitenpunkte
Wer genau auf dem K-Punkt landet, bekommt 60 Punkte, auf Skiflugschanzen 120. Jeder Meter darüber bringt Punkte dazu, jeder Meter darunter kostet Punkte. Wie viel ein Meter wert ist, hängt vom K-Punkt ab:
| K-Punkt | Punkte pro Meter | Typisch für |
|---|---|---|
| 80 bis 99 m | 2,0 | Normalschanze |
| 100 bis 134 m | 1,8 | Großschanze |
| 135 bis 164 m | 1,6 | Riesenschanze |
| ab 180 m | 1,2 | Skiflugschanze |
Gemessen wird vom Schanzentisch bis zu dem Punkt, an dem beide Füße voll auf dem Hang stehen, auf halbe Meter genau. Bei einem Sturz zählt die Stelle, an der der Körper zuerst den Hang berührt.
Haltungsnoten
Fünf Sprungrichter bewerten Flug, Landung und Auslauf, jeder mit höchstens 20 Punkten. Die höchste und die niedrigste Note werden gestrichen, die drei übrigen addiert; mehr als 60 Haltungspunkte sind also nicht möglich. Die Abzüge sind begrenzt: für den Flug bis 5 Punkte, für die Landung bis 5 Punkte, für den Auslauf bis 7 Punkte. Eine Landung ohne Telemark kostet mindestens 3 Punkte, ein Sturz vor der Sturzlinie 7 Punkte.
Wind- und Anlaufkorrektur
Weil Wind die Weiten stark beeinflusst, nutzt die FIS ein Wind- und Gate-Kompensationssystem: Bei Rückenwind gibt es Punkte dazu, bei Aufwind werden Punkte abgezogen. Muss die Jury die Startluke während eines Durchgangs verschieben, wird auch die Anlauflänge mit Punkten ausgeglichen. Die Endnote ist die Summe aus Weiten-, Haltungs- und Korrekturpunkten, mindestens aber null.
Wettkampfformat im Weltcup
Im Einzelwettbewerb reduziert eine Qualifikation das Feld auf 50 Springer, beim Skifliegen auf 40. Für den Finaldurchgang qualifizieren sich die besten 30 des ersten Durchgangs; sie springen in umgekehrter Reihenfolge ihrer Punktzahl. Bei der Vierschanzentournee wird der erste Durchgang im K.-o.-System gesprungen: 25 Duelle, deren Sieger plus die fünf besten Verlierer, die Lucky Loser, ins Finale kommen.
Teamwettbewerbe
Im Teamwettbewerb springen vier Athleten pro Nation, alle Sprünge werden addiert; ins Finale kommen die besten acht Nationen. Beim Super-Team treten zwei Springer pro Nation über drei Durchgänge an: Nach dem ersten bleiben zwölf, nach dem zweiten acht Teams im Wettbewerb.
Was ist der V-Stil beim Skispringen?
Beim V-Stil spreizen die Springer die Skispitzen im Flug zu einem V und neigen den Körper weit nach vorn. Die Ski wirken dadurch wie eine Tragfläche, und es sind größere Weiten möglich als mit parallel gehaltenen Ski. Der Schwede Jan Boklöv machte den V-Stil Ende der 1980er-Jahre bekannt; seit den 1990er-Jahren springen praktisch alle Athleten so. Für die Haltungsnote zählt, dass Ski, Beine und Arme symmetrisch und ruhig gehalten werden.
Wissenswertes zum Skispringen
Skispringen ist seit den ersten Olympischen Winterspielen 1924 in Chamonix olympisch. Das Springen von der Großschanze kam 1964 in Innsbruck hinzu, der Teamwettbewerb 1988 in Calgary, und seit 2014 springen auch Frauen bei Olympia. Ausrüstung und Anzüge sind streng reglementiert; die FIS kontrolliert sie bei jedem Wettbewerb.