Beachvolleyball Regeln

So spielt man Beachvolleyball – Spielregeln

Vom Strandspaß zur olympischen Disziplin: Beachvolleyball (in Deutsch Strandvolleyball) hat sich weltweit in relativ kurzer Zeit zu einer beliebten Wettkampfsportart entwickelt. Entstanden ist diese spezielle Variante des Volleyballspiels in den USA um etwa 1920 nach dem Vorbild eines Spiels, das am Waikīkī-Strand auf Hawaii beliebt war.

Diese Variante des Hallen-Volleyballs verbreitete sich wenig später auch in Santa Monica und an anderen Stränden in Kalifornien, parallel dazu auch an brasilianischen Stränden von Copacabana und Ipanema. Was ursprünglich nur als eine reine Freizeitunterhaltung schien, wurde schnell professionell. Durch die Beachclubs, deren organisierte Freizeitaktivitäten für Mitglieder und Wettkämpfe der Strandclubs untereinander kam es bald zu offiziellen Beachvolleyball-Wettkämpfen. Auch in Europa war der Siegeszug dieser Sportart ab etwa 1930 nicht aufzuhalten. Die ersten offiziellen Beachvolleyball-Turniere in Deutschland fanden allerdings erst 1989 statt und die ersten Europameisterschaften im Jahre 1993.

Seit 1996 gehört Beachvolleyball auch zu den Disziplinen der Olympischen Sommerspiele und seit 1997 gibt es professionelle Weltmeisterschaften. Anfänglich dominierten in dieser Sportart natürlich jene Nationen mit viel Strand und Sand wie USA und Brasilien. Jedoch konnten nur wenig später auch Nationen wie Deutschland, China oder Australien in dieser Sportart Medaillen gewinnen.

Inhalt und Gestaltung

Wie bei der Rückschlagsportart in der Halle stehen sich hier zwei Mannschaften in zwei gegenüberliegenden und durch ein Netz getrennten Spielfeldern gegenüber. Ziel des Spiels ist es, einen Ball über das Netz so in die gegnerische Spielfeldhälfte zu spielen, dass er den Boden berührt, oder die gegnerische Mannschaft zu einem anderen Fehler zu zwingen.

Ursprünglich bestanden diese Mannschaften ebenso wie beim Hallen-Volleyball aus sechs Spielern pro Team. Die heute übliche Spielweise mit Zweier-Teams wird einem Vorfall zugeschrieben, bei welchem ein Beachvolleyball-Organisator vergeblich auf das Erscheinen einiger seiner Mannschaftskollegen wartete.

Spielfeld und Netz

Das Beachvolleyball-Spielfeld ist rechteckig, misst 16 mal 8 Meter und muss komplett mit Sand bedeckt sein. Jedes Team spielt in einer Hälfte des Feldes mit den Maßen 8 mal 8 Metern. Es gibt keine Mittellinie und daher keine Fehlerpunkte, wenn ein Spieler die gegnerische Spielhälfte betritt. Nur darf das gegnerische Team dadurch nicht gestört werden. Außerhalb der Seitenliniengrenze befindet sich eine Drei-Meter-Freizone von mindestens drei Metern. In der Mitte des Spielfelds ist ein Netz gespannt, welches in Bewerben für Männer 2,43 Meter und bei Frauen in 2,24 Meter hoch hängt. Gemessen wird hier die Höhe der Oberkante. An den Enden des Netzes befinden sich Antennen.

Beachvolleyball Feld

Spieler und Bekleidung

Die Beachvolleyball-Mannschaft besteht aus zwei Spielern in leichter Bekleidung und barfuß. Männer tragen üblicherweise Shorts und ein Shirt, Frauen war lange Zeit ausschließlich Bikini als Sportkleidung vorgeschrieben. Seit 2012 können Frauen wie Männer mit Shorts bis oberhalb der Knie und T-Shirts mit Ärmeln spielen.

Ball

Der Ball für Beachvolleyball hat eine wasserabweisende und weiche Hülle in heller Farbe, meist aus Kunstleder, und innen eine Gummiblase. Der Umfang beträgt zwischen 66 und 68 Zentimeter, das Gewicht reicht von 260 bis 280 Gramm. Der Innendruck sollte 171 bis 221 Millibar betragen.

Beachvolleyball Ball

Spielablauf

Da es sich um ein Spiel unter freiem Himmel handelt, spielen die Wetterverhältnisse eine große Rolle. Grundsätzlich gilt, dass die Wetterverhältnisse keine Verletzungsgefahr für die Spieler verursachen dürfen. Führt Schlechtwetter zu einer Unterbrechung des Spiels, kann dieses später auf Basis des Zwischenstandes fortgesetzt werden.

Das Spiel beginnt mit dem Aufschlag des Balls in der Aufschlagzone über das Netz zwischen die beiden Antennen in das Feld der gegnerischen Mannschaft. Die Aufschlagzone befindet sich hinter der Grundlinie und ist seitlich begrenzt durch die Verlängerung der beiden Seitenlinien. Im Unterschied zum Hallen-Volleyball gibt es keine festen Spielpositionen. Jeder Spieler kann sich auf jede Position der Feldhälfte stellen. Jedoch gehört das Recht zum Aufschlag jener Mannschaft, die einen Punktgewinn erzielt hat. Solange das gegnerische Team den Ballwechsel nicht gewinnen kann, schlägt auch immer der gleiche Spieler auf.

Passiert bei der Aufschlagrotation ein Fehler in der Reihenfolge, zählt das jedoch nicht als Fehler für den Spielstand. Seitenwechsel gibt es üblicherweise nach jeweils sieben gespielten Punkten, in einem Entscheidungssatz nach fünf Ballwechseln. Dadurch sollen etwaige Nachteile bei einem Spiel unter freiem Himmel ausgeglichen werden.

Ballberührung und Spieltechniken

Jede Mannschaft muss den Ball spätestens beim dritten Kontakt über das Netz in das gegnerische Feld spielen. Ein Block zählt dabei bereits als erster Ballkontakt. Die beiden Teamspieler müssen den Ball abwechselnd berühren. Ausnahmen gibt es nur direkt nach einem Block, wenn blockende Spieler den Ball ein zweites Mal berühren oder wenn es beim ersten Ballkontakt zu einer Doppelberührung – beispielsweise vom Arm zu einem anderen Körperteil eines Spielers – kommt.

Der Ball darf grundsätzlich von allen Körperteilen berührt und gespielt werden. Beim Zuspielen ist das obere und das untere Zuspiel gestattet. Der Ball darf aber nur gerade nach vorne oder nach hinten, jedoch nicht zur Seite gepritscht werden. Angriffsfinten mit offener Hand wie beim Hallenvolleyball sind allerdings nicht erlaubt und zählen sogar als Fehler. Die übliche Spieltechnik ist das sogenannte Baggern und es gibt spezielle Aufschlag- und Zuspieltechniken für Beachvolleyball, wie etwa die Ballberührung mit Fingerknöcheln (Pokeshot).

Beachvolleyball Techniken

In der Abwehr gibt es ebenfalls strenge Regeln für den Gebrauch der Hände und Finger. Der Ball muss immer geschlagen und darf nicht lange berührt, gefangen oder geworfen werden. Ein Zuspiel nur aus den Fingern oder Fingerkuppen wie im Hallenvolleyball wird oft als zu „hart“ vom Schiedsrichter abgepfiffen. Erlaubt ist es beispielsweise bei einem „harten Angriffsschlag“, die Hände mit schalenförmig gehaltenen Handflächen zum Ball zu führen, die Arme müssen dabei gestreckt sein. Ein Aufschlag zählt jedoch in keinem Fall als harter Angriffsschlag. Ein sogenannter Lob, ein mit der offenen Hand abgelegter Ball wie beim Hallenvolleyball, ist beim Beachvolleyball verboten.

Punktezählweise

Gelingt es einer Mannschaft nicht, den Ball nach dem dritten Kontakt zurückzuspielen oder fällt der Ball auf den Boden, erhält der Gegner einen Punkt. Nach dem sogenannten Rally-Point-System kann eine Mannschaft sowohl bei eigenem als auch bei gegnerischem Aufschlag punkten. Ein Spiel dauert über zwei Gewinnsätze an, wobei 21 Punkte sowie ein Vorsprung von mindestens zwei Punkten zum Gegner nötig sind, um zu gewinnen. Gibt es Gleichstand, müssen im eventuellen dritten Satz (Tiebreak) 15 Punkte erreicht werden.

Jeder Mannschaft steht für jeden Satz eine Auszeit zu, welche sie frei wählen kann. Nach 21 gespielten Punkten gibt es auch meist eine technische Auszeit von 30 Sekunden, jedoch nicht in einem dritten Satz. Auch für Sonnenbrilleputzen ist eine kurze Unterbrechung erlaubt.

Spieltaktik

Im professionellen Beachvolleyball agiert ein Spieler hauptsächlich als Blockspieler und der andere übernimmt die Annahme. Da keinerlei Anweisungen eines Trainers im Spiel gestattet sind, hat sich im Beachvolleyball eine spezielle Kommunikationstechnik entwickelt. Die Spieler eines Teams verständigen sich mit individuellen Handzeichen, um ihre jeweilige Strategie auszuarbeiten.

Vorteile

  • Beachvolleyball steht für Bewegung im Freien und gilt von daher bereits als gesund.
  • Als Freizeitspaß ist Beachvolleyball nach wie vor als Hobby sehr beliebt und kann abseits von den Wettkampfregeln von allen Altersklassen gespielt werden.
  • Die Spielregeln sind simpel und können einfach an die aktuellen Gegebenheiten – mehr als nur zwei Spieler, beispielsweise eine Teppichstange statt Netz – angepasst werden.
  • Beachvolleyball beinhaltet eine Menge unterschiedlicher Bewegungsabläufe, erfordert auch ein wenig Kondition und trainiert daher spielerisch den gesamten Körper.
  • Da ein Ball mit jedem Körperteil gespielt werden kann, ist viel Spaß und Action garantiert.
  • Beim Spiel im Sand abseits von Wettbewerbambitionen ist die Verletzungsgefahr auch bei ungeübten Spielern relativ gering.

Nachteile

  • Beachvolleyball verlangt gute körperliche Vorbereitung mit Kraft- und Ausdauertraining für alle, die diesen Sport ernsthafter betreiben wollen.
  • Um der Verletzungsgefahr vorzubeugen, müssen auch die Spieltechniken korrekt erlernt werden. Die Sprunggelenke können ebenfalls übermäßig belastet werden, besonders wenn das vorbereitende Konditionstraining fehlt.
  • Finger und Hände sind hier verletzungsanfällig, auch hier sollte man vorbereitend trainieren und dehnen. Außerdem gibt es spezielles medizinisches Tape für die Finger.
  • Für alle, die diesen Sport intensiver betreiben wollen, kann es nicht so einfach sein, geeignete Spiel- und Trainingsflächen zu finden. Dieser Sport wird im Freien und auf Sand ausgeübt, was das Trainieren in Mitteleuropa schwieriger macht als etwa auf Hawaii.
  • Ebenso ist das Austragen von Turnieren nicht überall möglich, da Mitteleuropa auch im Sommer anfälliger für Wetterkapriolen und daraus folgende Spielunterbrechungen ist.