Regeln Super-G

Der Super-G (Abkürzung für die englische Bezeichnung „Super Giant Slalom“, in Deutsch Super-Riesenslalom) ist eine Disziplin im alpinen Skisport und im Grasskilauf. Der Super-G ähnelt dem Riesentorlauf und wurde um 1980 von der FIS eingeführt, um eine zusätzliche Speed-Disziplin anbieten zu können. Weiters sollte diese Art des Riesenslaloms wieder einen engeren Verlauf der Tore und so eine mehr technisch orientierte Richtung erhalten.

Der Super-G ist nach der Abfahrt die zweitschnellste Skisport-Disziplin auf speziell markierten Pisten. Die Strecke ist kürzer als bei der Abfahrt, aber technisch anspruchsvoller. Im Vergleich zur Abfahrt gibt es wesentlich mehr Tore, die auch enger gesetzt sind. Neben der geeigneten Ausrüstung zählt die Kraft, Ausdauer, exzellente Skitechnik und Mut der Läufer.

Das erste offizielle Super-G Weltcuprennen für Herren fand am 12. Dezember 1982 in Val-d’Isère statt. Für die Damen gab es am 9. Januar 1983 in Verbier den ersten offiziellen Super-G-Bewerb. Die ersten Weltmeisterschaftsrennen in dieser Disziplin fanden 1987 in Crans-Montana statt und 1988 gab es bereits die ersten Super-G Olympiasieger. Der Österreicher Hermann Maier ist der erfolgreichste Super-G-Fahrer aller Zeiten mit 24 Siegen in Weltcup-Rennen, er holte 5 Mal die Disziplinwertung und wurde Weltmeister und Olympiasieger. Ein weiterer Super-G-Spezialist war der Norweger Kjetil André Aamodt, der 1992, 2002 und 2006 Super-G-Olympiagold gewann.

Wettkampfregeln

Die Regelungen beim Super-G ähneln jenen des Abfahrtslaufs. Der Höhenunterschied bei Super-G-Rennen im Weltcup, in den Kontinentalcups, bei Weltmeisterschaften und bei Olympischen Spielen beträgt für die Herren mindestens 500 Meter und höchstens 650 Meter, bei den Damen mindestens 400 Meter und höchstens 600 Meter.

Es müssen mindestens 35 beziehungsweise 30 Tore gesetzt werden. Diese Tore müssen mindestens sechs Meter Breite und höchstens acht Meter bei offenen und mindestens acht Meter und höchstens zwölf Meter bei vertikalen Toren aufweisen, der Mindestabstand muss 25 Meter betragen. Meist ist auch der Pistenverlauf mit gefärbtem Schnee markiert.

Im Gegensatz zu der Abfahrt finden allerdings keine Trainingsläufe statt. Die Teilnehmer am Rennen haben zwar die Möglichkeit, die Strecke am Renntag zu besichtigen, sie können sie jedoch nicht befahren. Wie die Abfahrt wird auch der Super-G in einem einzigen Lauf ausgetragen.

Super-G Tore

Die Super-G-Tore sind so gebaut, dass sie sich bei einer Berührung durch den Fahrer flexibel biegen. Sie sind auch weniger fest im Schnee verankert als Slalomtore. Dadurch bieten sie weniger Widerstand, wenn ein Rennläufer in sie hineinfährt, und werden von diesem mitgerissen; dadurch wird das Verletzungsrisiko minimiert.

Startreglement

Für die Startreihenfolge beim Super-G hat sich die Regelung für den Abfahrtslauf durchgesetzt. Für die Weltcup-Abfahrtsrennen gilt, dass die aktuell zehn besten der Weltrangliste sich eine ungerade Startnummer zwischen 1 und 19 aussuchen dürfen. Jene auf den Positionen 11 bis 20 der Weltrangliste werden auf die geraden Startnummern zwischen 2 und 20 ausgelost, die Startpositionen 21 bis 30 zwischen den auf den Rängen 21 bis 30 der Weltrangliste.

Ausrüstung

Da es auch beim Super-G vorwiegend um die Geschwindigkeit geht, ist die Ausrüstung für diesen Sport mit der Abfahrtslauf-Ausrüstung nahezu identisch. Aber bei einigen Super-G-Rennen müssen sich die Sportler entscheiden, ob sie eher die schnellen Abfahrtsski oder die langsameren Riesentorlaufski wählen.

Skimodelle für Super-G

Die für Riesenslalom und Super-G verwendeten Skimodelle sind länger und steifer als Slalomski. Ein Abfahrtsski ist wiederum 30 Prozent länger als ein Riesenslalomski und sorgt so für zusätzliche Stabilität. Außerdem ist der Radius wichtig. Eine Radiusangabe bezieht sich auf den natürlichen Radius des Skis. Zur Messung wird der Ski auf die Kante gestellt und so weit durchgebogen, dass die Kante durchgehend auf dem Untergrund aufliegt. Aus dieser entstehenden gebogenen Linie lässt sich der natürliche Kurvenradius eines Skis errechnen. Laut FIS muss der Radius eines Riesenslalom-Skis 30 Meter, die Taillierung 35 Meter betragen. Die Mindestlänge beträgt 193 Zentimeter für die Herren und 188 Zentimeter für die Damen.

Anzug und Schutzvorrichtungen

Die Rennläufer beim Super-G tragen hautenge Skianzüge zur Minimierung des Luftwiderstands. Das Material muss jedoch eine genau definierte Luftdurchlässigkeit aufweisen. Jedes vom Internationalen Skiverband (FIS) organisierte Rennen lässt nur Anzüge zu, die vorher von der FIS überprüft und am linken Bein mit einer Plombe versehen wurden.
Zusätzlich vorgeschrieben bei Rennen sind Skihelm und Rückenschutz, neben Brille und Handschuhen.

Skistöcke

In der Abfahrt und im Super-G dienen Skistöcke häufig nur zum Gleichgewichthalten, was bei den engen und schnellen Kurven sowie den hohen Geschwindigkeiten sehr wesentlich ist. Skistöcke bestehen aus einem leichten Material wie Aluminium oder Carbon. Ein Skistockrohr hat etwa 1 bis 2 Zentimeter Durchmesser und sind leicht geschwungen, da sie dadurch weniger Luftwiderstand bieten. An den Griffen befinden sich Schlaufen für einen sicheren Halt. Am unteren Ende eines Stocks befindet sich ein Teller, der dafür sorgt, dass die Skistöcke nicht sehr tief in den Schnee eindringen. Die Form der Teller, der Stöcke und deren Länge unterscheiden sich doch etwas für die speziellen Skidisziplinen.

Skischuhe

Die richtigen Skischuhe sind zur optimalen Kraftübertragung vom Fuß auf den Ski nötig. Skischuhe sind massiv gebaut und bestehen üblicherweise aus Kunststoff und Verbundstoffen. Rennfahrer bevorzugen harte bis sehr harte Skistiefel, die schmal und eng geschnitten sind. Der Komfort ist in diesem Fall zweitrangig, dennoch zählt die optimale individuelle Passform. Für die Angabe des Härtegrads dient der Flexindex, je höher, desto härter der Schuh. Skistiefel für Rennfahrer besitzen den Flexindex 150.
Es gibt auch Unterschiede zwischen Skischuhen für Männer und Frauen: Aufgrund des niedrigeren Wadenansatzes bei Frauen ist der Schaft der Skistiefel etwas niedriger.

Super-G und Grasski

Der Super-G ist die jüngste und schnellste Disziplin im Grasskisport und wurde erstmals 1987 als Teil einer Weltmeisterschaft ausgetragen. Hierbei gelten ähnliche Regeln wie beim alpinen Skisport. Beim Grasski gibt es mangels geeigneter Pisten jedoch keine Abfahrt. Jedoch ist geplant, sogenannte Sprint-Abfahrten durchzuführen.

Die Höhendifferenz einer Super-G-Piste beim Grasski beträgt für Herren 120 bis 180 Meter (in Ausnahmefällen mindestens 100 Meter) und für Damen 110 bis 150 Meter (in Ausnahmefällen mindestens 90 Meter). Die Startreihenfolge richtet sich nach den FIS-Punkten, wobei die 15 bestplatzierten Läufer die vorderen Startplätze zugelost bekommen, alle weiteren starten in der Reihenfolge ihrer FIS-Punkte. Vor dem Rennen erfolgt eine Besichtigung des Kurses und es gibt nur einen Durchgang.