Ausgefeiltes Hühner-Robin-Hood „Chickwood Forest“ vom Zoch Verlag

Spielbeschreibung & Spielregeln

Wenn Sie auf der Suche nach einem Ärgerspiel sind, indem ein wenig Strategie und eine große Portion Glück zum Zug kommen, gibt es mit Chickwood Forest vielleicht eine neue Bereicherung für den Familienspieleabend. Das Kartenspiel ist an die Legende von Robin Hood angelegt und es geht im Prinzip um das Stehlen von Schätzen aus Schlössern und die Kartenprtagonisten sind Hähne.

Verpackung und Lieferung des „Chickwood Forest“ Kartenspiels

Drei Werktage nach der Bestellung kam das Kartenspiel „Chickwood Forest“ bei mir in einer neutralen Verpackung an. Im Inneren des Lieferkartons war der zugeschweißte Spielekarton, der bunt und mit Robin Hood als Hahn, Burgen und Schätzen aufgemacht ist. Auf der Oberseite des Kartons sieht man außerdem das Spielverlagslogo von Zoch und den Autorennamen Matt Loomis. Auf den Seiten und der Unterseite des Kartons stehen noch die wichtigsten Fakten und Highlights des Kartenspiels:

  • Ab zwölf Jahre
  • Für zwei bis fünf Spieler
  • Spielzeit etwa 45 Minuten

Ebenfalls auf der Unterseite ist eine sehr kurze Beschreibung des Spiels zu finden:

Robin Hahn nimmt den Reichen und gibt den Armen!

  • Schlösser ausspähen
  • Beute machen
  • Almosen geben
  • Material: 165 Karten, 75 Holzwürfelchen
  • Ruhm ernten

Der Kartenspiel hat die Maße:

  • 20 cm Länge des Spielkartons
  • 20 cm Breite der Spielkarten
  • 5,3 cm Höhe des Spielekartons
  • Gewicht: 454 g
  • 8,7 x 5,6 cm Spielkartengröße
  • 8 mm Quadrat-Klötzchen 

Im Spiel sind enthalten:

  • 165 Spielkarten
  • 75 Holzkuben (quadratische bunte Holzwürfelchen)
  • Eine Spielanleitung auf Deutsch und Englisch

Öffnet man das Spiel erfährt man an einer Seite noch einiges über die Spielillustrator Alexander Jung und den Spieleautoren Matt Loomis. Illustrator Jung stammt aus der Pfalz und lebt mit seiner Familie in Lüneburg. Loomis, ein US-Amerikaner, ist ein ehemaliger Turnierkartenspieler und erfindet seit 2010 Brettspiele, die er mit Frau und Sohn gerne spielt. Des Weiteren werden an den Seiten weiter Spiele des Zoch-Verlags wie „Heckmeck am Bratwurmeck“ und „Beasty Bar“.

Der Preis des „Chickwood Forest“ von Zoch

Das liebevoll gestaltete bunte Karten-Räuberspiel kostet derzeit (Stand September 2018) 15,67 bis 17,99 Euro.

Gestaltung des „Chickwood Forest“ Kartenspiels

Die bunten Holzwürfel sind sehr klein und können von Kindern schnell verschluckt werden. Deshalb und wegen der etwas komplizierten Regeln und dem schwierigen Auswerten am Ende ist es eher für Jugendliche und Erwachsene geeignet. Die Karten sind allesamt wunderschön im Comic-Stil illustriert und erinnern an alte Table-Role-Play-Spiele. Der Ebenso schön gestaltete Karton ist etwas zu groß, um ihn mitzunehmen. Hier wäre eine kleinere Dose schön gewesen. Das Regelwerk ist ebenso farbenfroh gestaltet, was ich etwas anstrengend und verwirrend fand. Wenn man die Bilder ausblenden kann, ist das Regelwerk aber verständlich geschrieben.

Auf den Handkarten, die die Beutekarten sind ist auf der Rückseite ein Ei mit Robin-Hood-Hut.

Das Spielziel des „Chickwood Forest“ Kartenspiels

Am Ende, wenn man nicht mehr jedem Spieler die volle Anzahl Handkarten geben kann, wird gezählt, wer am meisten Ruhm gesammelt hat. Hierfür gibt es einen Wertungsblock, der dem Spiel nicht beiliegt, aber kostenlos von der Zoch-Website gedownloaded werden kann.

Die Spielvorbereitung des „Chickwood Forest“ Spiels

  • Zuerst mischt man alle Beutekarten und gibt jedem Spieler drei zufällige Handkarten daraus. Der Rest kommt als verdeckter Zugstapel in die Mitte des Spieltischs.
  • Jeder nimmt sich 15 Almosen-Würfelchen.
  • Wenn Sie Anfänger sind, werden die Legendären Karten erst mal aus dem Spiel genommen, da sie das Spiel erschweren und etwas für Fortgeschrittene sind. Dazu etwas später mehr.
  • Die Dorf- und Waldkarten werden zusammen gemischt und in drei Reihen mit jeweils drei Karten aneinander gelegt (bei zwei Spielern zwei Reihen)
  • Drei Spieler brauchen die Schlösser 1 bis 4, vier Spieler 1 bis 5, fünf Spieler 1 bis 6 und bei zwei Spielern (nicht empfehlenswert) die Schlösser 1 bis 3. Diese werden mit der Tagseite nach oben gelegt. Übrige Schlosskarten werden aus dem Spiel genommen. Jedem Spieler wird ein Schloss zufällig zugeteilt.
  • Derjenige der das Schloss mit der niedrigsten Wertung hat, darf anfangen, dann geht es im Uhrzeigersinn weiter.
  • Es werden die Handkarten (Schmuck, Truhen, Gewänder, Schergen & Co.) an eines der ausliegenden Schlösser gelegt. An Schloss 1 dürfen nur zwei Karten gelegt werden, an Schloss 2 drei Karten, an Schloss 3 vier Karten etc. Das geht reihum so, bis keiner mehr Handkarten hat verdeckt und offen. 

Beispiel: Ein Spieler hat Schloss 4 und spielt eine offene Karte vor eins der Schlösser aus. Wenn er das nächste Mal am Zug ist spielt er eine verdeckte Karte und danach wieder eine verdeckte Karte.

  • Nun sucht sich jeder ein Schloss aus und nehmen dieses samt dabei liegender Karten als offen liegende eigene Auslage.

Die Bedeutung der Spielbestandteile

Im Spiel gibt es die verschiedensten Karten und Almosen-Würfelchen. Es ist Spielentscheidend, die Bedeutungen der Karten zu kennen. Das fällt anfangs etwas schwer, wird aber von Spiel zu Spiel leichter. Im Spiel enthalten sind:

  • 3 Atrappenkarten
  • 49 Schatzkarten
  • 3 Maiden-Merihenn-Karten
  • 12 Schergen-Karten
  • 23 Wohltäter-Karten
  • 5 Legendäre Karten
  • 50 Schlösser-Karten
  • 7 Dörfer-Karten
  • 2 Wälder-Karten
  • 1ß Übersichtenkarten – davon 5 auf Deutsch
  • 75 Almosen-Würfelchen

Der Spielablauf des „Chickwood Forest“ Kartenspiels im Groben

Auf dem Tisch liegen Schlösserkarten mit Wertungen von 1 bis 6 (immer eine mehr als Spieler dabei sind) und um den Tischrand herum Dorfkarten. Jeder Spieler hat zusätzlich eine eigene Schlosskarte bekommen. Die niedrigste Wertung beginnt.  Man hat drei Handkarten (Beutekarten) und legt diese reihum an die Schlösser in der Mitte, aber maximal zwei beim ersten, drei beim zweiten usw. Ob die Karte offen oder verdeckt gelegt wird steht auf der Schlosskarte.

Sind alle Handkarten ausgelegt, darf der erste Spieler ein Schloss ausrauben und nimmt sich ein Schloss aus der Mitte, das er haben möchte samt Handkarten. Die geraubte Schlosskarte legt er auf seine eigene Schlosskarte.

Die anderen Karten werden nach Ihrer Art sortiert und offen vor sich ausgelegt. Bekommt man eine Wohltäterkarte muss die Almosen sofort ausspielen: Man addiert die Almosen und legt eine durchgehende Reihe von Dort zu Dorf -waagerecht oder senkrecht. Waldkarten dürfen nicht durchquert werden! Um am Ende viele Ruhmpunkte zu bekommen, muss man viele Dörfer besitzen!

Hat jeder ein Schloss ausgeraubt – man darf kein Schloss ausrauben, dass in derselben Runde bereits ausgeraubt wurde, es sei denn dort liegt keine Beutekarte – werden übrige angelegte Karten entfernt und die nächste Runde gespielt.

Wenn der Nachziehstapel leer ist, endet das Spiel und es kommt zur recht komplizierten Auswertung der Ruhmpunkte, die aber auf vier Seiten in der Spieleanleitung erklärt wird. Den Wertungsblock kann man auf zoch-verlag.com downloaden und sich ausdrucken.

Einsatz der legendären Karten

Wenn man soweit ist, funktioniert das Spiel mit den legendären Karten so: Man sortiert ein Schmuckstück pro Wert und einen Schergen aus und legt sie weg. Stattdessen kommen die fünf legendären Karten ins Spiel unter die restlichen Beutekarten.

Das Fernglas

Damit darf man jede Runde alle verdeckt liegenden Karten eines Schlosses seiner Wahl ansehen, bevor der erste Spieler Beute machen kann.

Der Schlüssel

Mit ihm darf man einen Mitspieler zwingen, ein anderes Schloss zum Ausrauben zu wählen. Das darf der Mitspieler aber selbst aussuchen. Nach Gebrauch wird die Schlüssel-Karte aus dem Spiel genommen.

Der Gaukler

Direkt vor der Schlusswertung darf man die Position von zwei Almosen seiner Wahl tauschen.

Der Goldene Pfeil

Direkt vor der Schlusswertung darf man einen Schatz mit dem eines Mitspielers tauschen.

Der falsche Bart

Direkt vor der Schlusswertung gibt man einen Schergen an einen Mitspieler ab.

Hat man am Ende den Gaukler, den goldenen Pfeil und den falschen Bart werden diese in der Reihenfolge: Gaukler, Pfeil, Bart ausgespielt.

Spielregeln Chickwood Forest in kompletter Länge

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Vorteile des „Chickwood Forest“ Kartenspiels

  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Lässt sich immer wieder spielen
  • Tolle Illustrationen
  • Stratgisches Denken ist gefragt

Nachteile des „Chickwood Forest“ Kartenspiels

  • Auswertung ist sehr kompliziert
  • Bei zwei Spielern nicht spannend

Fazit zum „Chickwood Forest“ Spiel vom Zoch Verlag

Das Spiel animiert dazu strategisch zu denken und ist ab drei Spielern sehr spannend. Am meisten Spaß macht es tatsächlich mit fünf Spielern. Das Ärger- und Strategiespiel zu dem auch eine Portion Glück gehört fordert Vorsicht, Mut, Vertrauen und Misstrauen gleichermaßen. Zudem sind die Karten wunderschön gestaltet und die Figuren wie Robin Huhn und Maid Marihenn sind einfach lustig. Ein tolles Spiel, dass aber wegen dem umfassenden und komplizierten Regelwerks und dem komplizierten Auswerten am Ende des Spiels erst etwas für Jugendliche ist.