Abfahrtslauf Regeln: Strecke, Training und ein Lauf im Ski Alpin
Der Abfahrtslauf, kurz Abfahrt, ist die schnellste Disziplin im alpinen Skirennsport.
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Die Läufer fahren eine lange, gesperrte Strecke mit Sprüngen, Steilhängen und Gleitpassagen und erreichen dabei weit über 100 km/h. Die Abfahrt wird in einem einzigen Lauf entschieden, vorher sind offizielle Trainingsläufe Pflicht. Die schnellste Zeit gewinnt.
| Andere Namen | Abfahrt, Downhill |
|---|---|
| Disziplin | alpiner Skirennsport, Speed-Disziplin |
| Läufe | 1; Sprintabfahrt in 2 Läufen |
| Training | offizielles Training Pflicht, mindestens ein gezeiteter Trainingslauf |
| Höhenunterschied | Herren 800 bis 1.100 m, Damen 450 bis 800 m (Weltcup, WM, Olympia) |
| Tore | vier Stangen und zwei Torflaggen, mindestens 8 m breit |
| Ski | Herren 218 bis 223 cm, Damen 210 bis 218 cm, Radius mindestens 50 m |
| Regelwerk | FIS International Competition Rules (ICR), Ski Alpin |
| Spielart | Sportspiel, Wintersport |

Abfahrt Ablauf in fünf Schritten
So läuft eine Abfahrt ab:
- Besichtigung
Vor dem ersten Trainingstag besichtigen Jury und Läufer die Strecke vollständig.
- Offizielles Training
An bis zu drei Tagen fahren die Läufer Trainingsläufe; mindestens ein gezeiteter Lauf ist Pflicht.
- Rennen
Am Renntag starten die Läufer einzeln und fahren die Strecke in einem einzigen Lauf.
- Tore passieren
Die wenigen Richtungstore müssen korrekt durchfahren werden, sonst droht die Disqualifikation.
- Zeit werten
Die schnellste Laufzeit gewinnt.
Was ist der Abfahrtslauf?
Die Abfahrt gilt als Königsdisziplin des alpinen Skisports: Sie hat die längste Strecke, die wenigsten Tore und die höchsten Geschwindigkeiten. Nach den FIS-Regeln verlangt eine Abfahrt Technik, Mut, Tempo, Risikobereitschaft, Kondition und Urteilsvermögen. Die Siegerzeit liegt im Weltcup meist bei rund zwei Minuten. Zusammen mit dem Super-G bildet die Abfahrt die Speed-Disziplinen, Slalom und Riesenslalom sind die technischen Disziplinen.
Abfahrtspiste, Tore und Ausrüstung
Die Internationalen Wettkampfregeln (ICR) der FIS legen für Weltcup, Weltmeisterschaften und Olympische Spiele fest:
- Höhenunterschied: Herren 800 bis 1.100 m, in Ausnahmefällen ab 750 m; Damen 450 bis 800 m.
- Tore: vier Stangen und zwei Torflaggen, rot oder blau, mindestens 8 m breit. Fahren Damen und Herren dieselbe Strecke, sind die zusätzlichen Damentore blau.
- Breite: etwa 40 m; klassische Strecken dürfen enger sein.
- Ski: Herren 218 bis 223 cm, Damen 210 bis 218 cm, Radius mindestens 50 m, Schaufel höchstens 95 mm und Taille höchstens 65 mm breit.
- Helm: Ein Sturzhelm nach FIS-Norm ist im Training und im Rennen Pflicht.
Abfahrt Regeln im Detail
Hat eine Abfahrt einen oder zwei Läufe?
Eine Abfahrt wird in einem Lauf ausgetragen. Ausnahme ist die Abfahrt in zwei Läufen, oft Sprintabfahrt genannt: Sie wird auf einer kürzeren Strecke mit 350 bis 450 m Höhenunterschied gefahren, die beiden Zeiten werden addiert. Bei schlechten Schnee- oder Wetterverhältnissen darf die Jury eine geplante Abfahrt in zwei Läufen austragen.
Offizielles Training
Das Training ist Teil des Wettkampfs, und alle gemeldeten Läufer müssen daran teilnehmen. Vorgesehen sind drei Tage für Besichtigung und Training; die Jury kann das reduzieren. An mindestens einem der letzten beiden Trainingstage werden Zeiten genommen, und jeder Läufer muss mindestens einen gezeiteten Trainingslauf absolvieren. Wer im Training stürzt oder anhält, muss die Rennlinie verlassen.
Startreihenfolge
Nach den ICR wird eine erste Gruppe aus den bis zu 15 besten anwesenden Läufern nach FIS-Punkten ausgelost, alle weiteren starten in der Reihenfolge ihrer Punkte. Für den Weltcup gelten zusätzliche Weltcup-Bestimmungen zur Vergabe der Startnummern.
Gelbe Flagge
Die Jury kann gelbe Flaggen an der Strecke postieren. Wird ein Läufer mit der gelben Flagge angehalten, muss er sofort stoppen. Im Rennen hat er Anspruch auf einen neuen Lauf, wenn die Jury das organisatorisch für möglich hält.
Warum sind Abfahrtsstöcke gebogen?
Abfahrer fahren den größten Teil der Strecke in der Hocke. Die gebogenen Stöcke liegen dabei eng am Körper an, sodass Arme und Stöcke möglichst wenig Luftwiderstand erzeugen. Aus demselben Grund tragen die Läufer hautenge Rennanzüge, deren Luftdurchlässigkeit die FIS vorschreibt.
Wissenswertes zur Abfahrt
Die ersten Abfahrtsregeln stellte Sir Arnold Lunn 1921 für die britischen Meisterschaften auf. Zu den bekanntesten Abfahrten zählen die Streif in Kitzbühel und die Lauberhornabfahrt in Wengen, wo Höchstgeschwindigkeiten von über 150 km/h gemessen werden. Die Abfahrt gilt als Königsdisziplin des alpinen Skisports: Sie hat die längste Strecke, den größten Höhenunterschied und die höchsten Geschwindigkeiten.