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Hochsprung Regeln: Anlauf, drei Versuche je Höhe und Wertung

Hochsprung ist eine Sprungdisziplin der Leichtathletik, bei der Athleten ohne Hilfsmittel und mit einem Fuß abspringend eine auf zwei Ständern liegende Latte überqueren; pro Höhe gibt es drei Versuche, drei Fehlversuche in Folge bedeuten das Ausscheiden, und es gewinnt, wer die größte Höhe überspringt.

Stand  · Redaktionell geprüft

Regeln Hochsprung
Kurzfakten zu Hochsprung
SpielartLeichtathletik, Sprungdisziplin
WettbewerbeEinzeldisziplin, auch Teil von Siebenkampf und Zehnkampf; olympisch seit 1896 (Männer) und 1928 (Frauen)
MaterialSprunglatte (4 Meter lang, 30 Millimeter dick) auf zwei Ständern, Hochsprungmatte, Spikes
Versuche3 pro Höhe; nach 3 Fehlversuchen in Folge ist der Wettkampf beendet
Absprungmit einem Fuß; heute fast immer Flop-Technik (rücklings über die Latte)
Wertunghöchste übersprungene Höhe in ganzen Zentimetern; bei Gleichstand weniger Versuche über die letzte Höhe, dann weniger Fehlversuche insgesamt
Weltrekord2,45 Meter (Javier Sotomayor, 1993) und 2,10 Meter (Jaroslawa Mahutschich, 2024)
Regeln Hochsprung

Hochsprung Wettkampfablauf in fünf Schritten

So läuft ein Hochsprung-Wettkampf von der Einstiegshöhe bis zum Sieger ab:

  1. Einstiegshöhe nennen

    Vor dem Wettkampf werden Anfangshöhe und Steigerungen (mindestens zwei Zentimeter) bekannt gegeben; jeder Athlet nennt die Höhe, bei der er einsteigt, und darf niedrigere Höhen auslassen.

  2. Anlauf und Absprung

    Der Athlet läuft beim Flop in einer Kurve an, springt mit einem Fuß ab und dreht den Rumpf so, dass er die Latte rücklings mit dem Kopf voran überquert. Für den Versuch hat er bei mehr als drei Athleten 30 Sekunden Zeit.

  3. Gültig oder Fehlversuch

    Der Sprung zählt, wenn die Latte liegen bleibt. Ein Fehlversuch liegt vor, wenn die Latte fällt, mit beiden Füßen abgesprungen wird, die Bodenmarkierung oder die Matte vor dem Überqueren berührt wird oder die Zeit überschritten ist.

  4. Drei Versuche pro Höhe

    Pro Höhe stehen drei Versuche zu; ein Athlet darf Versuche aufsparen und auf die nächste Höhe übertragen. Drei Fehlversuche in Folge, auch über verschiedene Höhen, bedeuten das Ausscheiden.

  5. Sieger ermitteln

    Gemessen wird in ganzen Zentimetern an der Oberkante der Lattenmitte. Es gewinnt die größte übersprungene Höhe; bei Gleichstand entscheidet die geringere Zahl der Versuche über diese Höhe, dann die geringere Zahl aller Fehlversuche, zuletzt ein Stichkampf.

Was ist Hochsprung?

Hochsprung gehört zu den Disziplinen der Leichtathletik und ist auch Teil des Sieben- und Zehnkampfs. Ziel ist es, einen möglichst hohen Sprung ohne jegliche Hilfsmittel über eine Latte zu absolvieren. Diese Latte ruht auf zwei Ständern und fällt auch bei leichter Berührung herunter, der Sprung muss also präzise ausgeführt sein. Je aufgelegter Höhe sind drei Versuche erlaubt, nach einem Fehlversuch darf es keine geringere Höhe geben und es muss mit einem Fuß abgesprungen werden.

Die Geschichte dieser Wettkampfsportart lässt sich zu den Kelten zurückführen, jedoch zählte Hochsprung nicht zu den olympischen Disziplinen der Antike. Ab dem 18. Jahrhundert in England sehr beliebt, gab es 1865 die ersten Wettkämpfe im Hochsprung der Männer, wo auch die aktuellen Regeln formuliert wurden. Für Frauen gab es erstmals 1895 in den USA Hochsprungwettkämpfe. Seit den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit 1896 gehört der Hochsprung für Männer zu den leichtathletischen Disziplinen, für Frauen seit 1928.

Hochsprung Wettkampfregeln im Detail

Bei jedem Wettkampf werden Anfangshöhe und Steigerungen (mindestens zwei Zentimeter) vorher bekanntgegeben und die Teilnehmer müssen ihre jeweilige Einstiegshöhe nennen. Es gibt drei Versuche pro Durchgang, die jedoch nicht alle über diese Höhe auszuführen sind. Ein Teilnehmer kann auch nach zwei Fehlversuchen auf den dritten verzichten. Das bedeutet, dass er diesen dritten Versuch bei der nächsten Höhe verpflichtend ausführen muss und hat nur einen einzigen Versuch. Nach drei aufeinanderfolgenden Fehlversuchen gibt es kein Recht mehr auf weitere Sprünge, das hat also ein Ausscheiden zur Folge. Verzichtet ein Athlet im Vorhinein auf eine Höhe, so darf er erst wieder bei der nächsten Höhe einen Sprung versuchen. Ist nur noch ein Teilnehmer im Wettkampf und hat diesen also gewonnen, so kann er die weiteren Höhensteigerungen selbst bestimmen.

Die Sprunghöhen werden in ganzen Zentimetern gemessen, es zählt die Oberkante der Latte. Da die Latte leicht mit maximal zwei Zentimetern durchhängt, wird in der Lattenmitte genau senkrecht zum Boden gemessen.

Gewonnen hat der Teilnehmer mit der höchsten übersprungenen Höhe. Bei Gleichständen ist der Athlet mit der geringeren Anzahl an Versuchen über die letzte übersprungene Höhe im Vorteil. Besteht weiterhin Gleichstand, zählt die Gesamtzahl an Fehlversuchen inklusive der zuletzt übersprungenen Höhe und jener mit einer geringeren Anzahl erhält die bessere Platzierung. Besteht dennoch Gleichstand auf dem ersten Platz, gibt es einen Stichkampf.

Zeitbeschränkung

Als Versuchszeit gibt es bei mehr als drei Wettkämpfern eine Minute, bei zwei oder drei Athleten eineinhalb Minuten. Bei nur noch einem Teilnehmer darf dieser sich maximal drei Minuten Zeit für einen Versuch lassen. Muss ein Sportler aufgrund eines Fehlversuchs den nächsten Versuch unmittelbar beginnen, stehen dazu maximal 2 Minuten zur Verfügung.

Fehlversuche

Ein Fehlversuch liegt vor, wenn

  • der Athlet nicht mit nur einem Fuß abspringt.
  • der Athlet die Latte während des Sprungs berührt und zu Fall bringt. Fällt die Latte durch Windstoß oder fällt sie nach Berührung nicht, ist es kein Fehlversuch.
  • vor dem Überqueren der Latte die weiße Bodenmarkierung mit irgendeinem Teil des Körpers berührt wird.
  • vor dem Überqueren der Latte der Boden hinter der Bodenmarkierung oder die Matte mit irgendeinem Teil des Körpers berührt wird.
  • die Versuchszeit überschritten wird.

Der Hochsprung lebt von der Technik

Sprungtechnik

Die Sprungtechniken bei den Wettbewerben hat sich oft verändert, denn zum Überqueren der Latte gibt es verschiedene Techniken.

Die älteste Technik im Hochsprung ist die Frontalhocke. Von 1900 bis 1912 gab es bei den Olympischen Spielen auch einen Wettbewerb im Standhochsprung. Bis 1936 war vorgeschrieben, dass als erster Körperteil die Füße die Latte überqueren müssen.

Lange Zeit dominierend war der Schersprung, bei dem der Springer seitlich mit aufrechtem Oberkörper die Latte überquert und zuerst das eine und dann das andere Bein hochschleudert.

Diese Technik wurde abgelöst durch den Rollsprung und später den Wälzer oder Straddle, bei dem der Springer die Latte bäuchlings überquert. Der sogenannte Flop-Stil setzte sich 1980 bei allen führenden Springern durch. Weitere Techniken sind Parallel-Rücken-Rollsprung und Scher-Kehr-Sprung. Zwingend vorgeschrieben ist aber bei all diesen Techniken, dass nur mit einem Bein abgesprungen wird.

Flop-Technik

Eine Verbesserung der Ausrüstung sowie die weicheren Matten ermöglichte eine neue Variation von Sprungtechniken. Heutzutage überquert man die Latte mit dem Kopf zuerst in der Flop-Technik. Der Springer läuft beim Anlauf eine Kurve, dreht beim Absprung oder in der Steigephase den Rumpf und überquert die Latte rücklings.

Beim Flop unterscheidet man weiters zwischen Speedflop, basierend auf einer hohen Anlaufgeschwindigkeit, und dem Powerflop, wo Flughöhe aus der Sprungkraft gewonnen wird. Der Absprung ist beim Speedflop flacher mit 45 bis 55 Grad und einer flacheren und längeren Flugparabel. Beim Powerflop ist der Absprung mit 55 bis 65 Grad und die Flugparabel steiler und kürzer.

Die aktuelle Flop-Sprungtechnik lässt wesentlich größere Höhen als die eigene Körpergröße überspringen. Der Weltrekord liegt bei den Männern bei 2,45 Metern, bei den Frauen bei 2,10 Metern.

Durch den Siegeszug dieser Flop-Technik traten andere Sprungtechniken in den Hintergrund. Hocksprung, Schersprung, Rollsprung und Wälzsprung oder Straddle sind jedoch weiterhin in der Schul-Leichtathletik zu finden.

Ausstattung für den Hochsprung

Material

Die modernen Hochsprung-Matten bestehen aus unterschiedlichen Schaustoffen oder sogenannten Airbags, Polyschaumblöcke mit Luftkanälen nach dem Hohlkammersystem.

Das Sprunghindernis verwendet Materialien wie Glasverbundwerkstoffe und Aluminium. Hochsprungständer mit automatischer Verstellung der Lattenauflagefläche gibt es in 200, 250 und 300 Zentimeter Höhe. Die Latte kann aus Glasfaser oder Polyester bestehen und ist üblicherweise 4 Meter lang mit einem Durchmesser von 30 Millimetern.

Senkrecht unter der Sprunglatte befindet sich seitlich und zwischen den Ständern eine weiße Linienmarkierung, deren Vorderkante genau mit der vorderen Kante der Sprunglatte übereinstimmt.

Auf die richtige Sportkleidung kommt es an

Die Leichtathletik-Sportler treten bei den Bewerben in luftdurchlässigen T-Shirt und Shorts an, die meist aus Nylon und Polyester gefertigt sind. Wichtig sind jedoch die ebenfalls atmungsaktiven Schuhe, gefertigt mit einem Oberteil aus Nylon oder anderen Kunststoffen. Es gibt spezielle Hochsprungschuhe renommierter Sportschuh-Hersteller mit Spikes. Diese sind auch als feste Spikeplatte mit tauschbaren Dornen in unterschiedlicher Anzahl erhältlich.

Häufige Fragen zum Hochsprung

Welche Hochsprungtechniken gibt es?
Es gibt den Hock-, Scher- und Rollsprung, den Straddle (Wälzer) und den Flop, der sich seit 1980 bei den führenden Springern durchgesetzt hat.
Wo liegt der Weltrekord beim Hochsprung?
Bei den Männern liegt der Weltrekord seit dem 27. Juli 1993 bei 2,45 Metern, bei den Frauen seit dem 7. Juli 2024 bei 2,10 Metern.
Wer hält den Weltrekord im Hochsprung?
Bei den Männern Javier Sotomayor aus Kuba, bei den Frauen Jaroslawa Mahutschich aus der Ukraine.
Ist Hochsprung eine olympische Disziplin?
Ja, bei den Männern seit den ersten Spielen 1896 in Athen, bei den Frauen seit 1928 in Amsterdam.
Wie heißt die Stange beim Hochsprung?
Die Stange heißt Latte. Sie liegt lose auf zwei Ständern und darf beim Sprung nicht herunterfallen, sonst zählt der Versuch als Fehlversuch.