Poker Spielregeln

Poker gilt als eines der beliebtesten und bekanntesten Kartenspiele der Welt und wird in Spielkasinos, professionell bei Turnieren oder auch gerne privat zu Hause gespielt. In Deutschland gilt Poker rechtlich gesehen als Glücksspiel. In Casinos gibt es auch Spielvarianten, in welchen die Spieler nicht alle gegeneinander spielen, sondern jeweils einzeln gegen das Haus. Grundsätzlich sind die Poker Regeln einfach zu erlernen. Jedoch gehört einiges Wissen und viel Übung dazu, dieses Spiel zu meistern.

Vielfach wird das persische Kartenspiel As Nas als der älteste Vorläufer des Pokerspiels genannt. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass das deutsche Poch oder das französische Poque die Frühformen des Pokerspiels sind. Andere Quellen nennen auch das im 16. Jahrhundert populäre spanische Primero, in Italien Primiera und in Frankreich Prime, das englische Brag und das französische Bouillotte oder Brelan und Belle, Fluss und Einunddreißig (Dreisatz).

Die Bezeichnungen Poch und Poque stammen vom Verb „pochen“ ab, in Englisch to poke, woraus sich um 1830 der Name Poker ableitete. Das Spiel gelangte um diese Zeit durch französischen Siedlern in New Orleans in die USA, wo sich die Regelung mit dem Setzen auf die beste Hand einbürgerte. Durch die Mississippi-Dampfschiffe breitete sich das Pokerspiel über den gesamten Osten des Landes und schließlich in den gesamten Vereinigten Staaten aus.

Dank unzähliger Westernfilme hat Poker hierzulande nicht nur einen hohen Bekanntheitsgrad, sondern galt auch lange Zeit als anrüchig. Während der Entstehungszeit des Spiels wurde Poker meist von Berufsspielern verbreitet. Neulinge und Amateure unterlagen teilweise auch durch Betrug. Daher hatte Poker lange einen sehr schlechten Ruf als Glücksspiel und wurde mit Kartenhaien und Falschspiel in Verbindung gebracht.

Erst die hoch dotierten Pokerturniere wie die World Series of Poker um 1970 eröffnete Poker einem breiteren Publikum. Diese Turniere präsentieren Poker eher als ein strategisches Kartenspiel und nicht als Glücksspiel. Dennoch spielt weiterhin das Glück eine Rolle durch die Setzstruktur in den relativ kurzen Turnierspielen mit wenigen Händen. Ein wahrer Pokerboom setzte mit dem Gewinn des Amateurspielers Chris Moneymaker bei der WSOP 2003 ein, welcher durch die Erfindung des Onlinepokers fortgesetzt wurde.

Spielinhalt und Gestaltung – Pokern

Poker gehört einer Familie von Kartenspielen, die üblicherweise mit Pokerkarten im Stil des anglo-amerikanischen Blatts zu 52 Karten gespielt werden. Das bedeutet, für das Spiel benötigt man nur ein Paket Karten, da die Einsätze auf jedem beliebigen Tisch platziert werden können.

Das sogenannte Pokerblatt oder Hand besteht aus fünf Karten. Je nach Spielvariante hat der Spieler unterschiedliche Möglichkeiten, ein Blatt zusammenzustellen. Auch die maximale und die bevorzugte Spieleranzahl sind je nach Poker-Variante verschieden. In einigen Varianten gewinnt sogar nicht die beste Hand (High), sondern die schlechteste (Low).

Die Grundidee des Spiels ist, dass die Spieler einen mehr oder weniger wertvollen Einsatz wie Bargeld, Chips oder Spielmarken auf die Gewinnchancen der eigenen Hand einbringen, ohne das genaue Blatt des Gegners zu kennen. Die Ansammlung der Einsätze der einzelnen Spieler einer Pokerrunde nennt sich „Pot“. Dieser Pot fällt demjenigen Spieler zu, der die stärkste Hand hält.

Gewinnen kann aber auch der letzte Übriggebliebene in der Runde, wenn alle anderen Spieler nicht mitziehen und den von ihm vorgelegten Einsatz ebenfalls setzen. Das bedeutet, dass Spieler auch durch Bluffen und mit schwachen Karten gewinnen können. Letztendlich lautet das Ziel im Poker, den Pot und daher möglichst viel der Einsätze von anderen Spielern zu gewinnen.

Spielregeln Pokern

Die Variante des sogenannten Texas Hold’em Poker ist die beliebteste Form des Pokerspiels. Auch Online Pokerseiten, deutsche Spielbanken und viele Turniere benutzen diese Variante. Daher sind die Fachausdrücke, die man sich vor Spielbeginn aneignen sollte, in englischer Sprache. Ebenso wichtig ist es die Kartenwerte und Werte der Kartenkombinationen beim Poker zu kennen (Pokerranking).

Mindestens zwei Spieler sind nötig und es gibt keine direkt begrenzte Teilnehmerzahl. Maximal 23 Personen können an einem Pokerspiel dieser Variante teilnehmen. In der Regel sind es jedoch maximal 10 Spieler, die in einer Runde oder an einem Tisch spielen.

Man benötigt für ein Poker Kartenspiel 52 Spielkarten, die Jokerkarten müssen entfernt werden, sodass nur noch die Karten 2 bis Ass in allen vier Farben verfügbar sind.

Ein sogenannter Dealer gibt die Karten am Tisch aus und ist immer als letzter am Zug. Für jede neue Hand beziehungsweise Spielrunde wird der linke Nachbar des Kartengebers aus der Vorrunde zum Dealer. In einem Spielcasino übernimmt der Croupier die Rolle des Dealers und beteiligt sich niemals selbst am Pokerspiel.

Das Texas Hold’em Spiel ist in mehrere Spielrunden unterteilt, die solange durchgeführt werden, bis ein Spieler alle Chips der Mitspieler auf sich vereinen kann und den Pot gewinnt.
Jede Spielrunde ist in vier Abschnitte geteilt, in welchen Karten ausgeteilt und Einsätze getätigt werden.

Jeder Spieler erhält zwei verdeckte Karten, die nur für ihn gelten (Hole Cards), fünf Gemeinschaftskarten kommen in die Tischmitte. Diese gelten für alle Spieler (Community Cards). Aus diesen sieben Karten, die jedem Spieler nun zur Verfügung stehen, muss eine möglichst starke Hand aus den fünf besten der sieben Karten gebildet werden.

Es kommt immer zuerst zur Ausgabe der Karten, ehe reihum die Einsätze gesetzt werden.
Für Pokereinsätze dienen meistens Chips oder Jetons, die einen verschiedenen Wert aufgedruckt haben. Wenn man um echtes Geld spielt, müssen diese Chips auch in einen bestimmten Geldwert umgerechnet werden. Bei Turnieren erhält üblicherweise jeder Spieler zu Beginn die gleiche Anzahl an Einsatz-Chips.

Die Einsatzhöhe wird nach den Texas Hold’em Regeln durch die sogenannten Blinds, Grundeinsätze oder Zwangseinsätze vorgegeben. Blinds müssen die beiden Spieler, die am Tisch nach dem Dealer positioniert sind, einbringen. An der Höhe dieser Blinds lässt sich ungefähr abschätzen, wie hoch die Einsätze pro Spielrunde ausfallen werden. Beim Texas Hold’em gibt es normalerweise kein Limit für die Höhe der Spieleinsätze.

Poker-Einsatz

Die Mindestwetten stellt man für gewöhnlich als zwei durch einen Schrägstrich getrennte Zahlen dar (wie 2/4 or $5/$10). Dieser Einsatz zeigt an, wie finanzkräftig ein Tisch ist beziehungsweise wie schnell und wie hoch der jeweilige Pot steigen kann. Selbstverständlich gilt, je höher der Einsatz, desto reicher der Tisch. Die erste Zahl gibt die Höhe der Mindestwette für die ersten zwei Runden an. Die zweite Zahl ist für die letzten zwei Runden. Im Free Play-Modus gibt es dabei keine Währungssymbole. Die Mindestwette in No Limit- und Pot Limit-Spielen ist für alle Runden gleich. Der Einsatz wird jedoch trotzdem in zwei Zahlen dargestellt, beispielsweise so: $5/$5.

Fachausdrücke für Poker

Für das Pokerspiel ist es unerlässlich, bestimmte englische Fachausdrücke zu kennen, um das Spiel zu verfolgen und auch regelgerecht spielen zu können.

  • All-In: Ein Spieler setzt all seine Chips.
  • Bet: Das Setzen eines Einsatzes. Bet bedeutet ‚wetten‘, denn im Endeffekt wettet Sie jeder Spieler darauf, das beste Blatt zu haben.
  • Big Blind: Jener Mindesteinsatz, den der zweite Spieler links vom Dealer entrichten muss. Die anderen Spieler müssen ihn zahlen, wenn sie nach dem Flop die Community Cards sehen möchten.
  • Blinds: Die Pflichteinsätze im Pokerspiel. Es gibt einen Big Blind und einen Small Blind.
  • Call: Wenn ein Spieler bei einem Einsatz (bet) eines anderen mitgeht, ist dies ein Call. Dies ist gewissermaßen die Bestätigung, dass ein Einsatz (bet) durch einen Call akzeptiert und mit einer Gegenwette dagegen gehalten wird.
  • Check: Wer in einer Wettrunde den Einsatz nicht erhöhen möchte, verlautbart einen Check. Auf Deutsch würde man es schieben nennen. Das bedeutet, der Spieler hat keine Verpflichtungen und die Karten bleiben in der Hand. Checken alle noch im Spiel befindlichen Spieler, beginnt die nächste Runde. Setzt jedoch ein Spieler nach einem Check eines anderen dennoch einen Einsatz (bet), so haben die anderen Spieler noch die Möglichkeit, den bet zu callen, also einfach die gesetzte Summe mitzugehen, den Einsatz zu erhöhen (raise) oder die Karten abzulegen (fold).
    Community Cards: Die offen ausgelegten Karten heißen Community Cards oder Gemeinschaftskarten. Nach der ersten Setzrunde werden drei, anschließend pro Runde eine weitere Gemeinschaftskarte aufgedeckt, bis fünf Karten in der Mitte liegen. Gemeinsam mit den Hole Cards, der Starthand, bilden sie das jeweilige Pokerblatt eines Spielers.
  • Dealer: Der Kartengeber im Pokerspiel und dessen Position rotiert mit jedem Spiel im Uhrzeigersinn. Abhängig von der Position des Dealers werden auch die Blinds bestimmt.
  • Fold: Durch Abwerfen der Karten signalisiert ein Spieler die Beendigung des aktuellen Spiels. Fold bedeutet passen, der Spieler hat in dem Fall keine Ansprüche auf den Pot. Fold ist die häufigste Aktion und das stärkste Instrument eines Pokerspielers, er kann es immer und zu jederzeit einsetzen. Jedoch sollten Spieler vorher überlegen, ob noch ein Check als Alternative möglich wäre, denn sonst ist man eventuell vorzeitig aus dem Spiel. Im Live Casino zieht der Dealer die Karten sofort nach einem Fold ein. Beim Online-Poker kommt noch einmal die Frage, ob man wirklich folden möchte.
  • Flop: Die ersten drei Community Cards heißen Flop und dienen dazu, die Gewinnchancen beurteilen zu können. Wer mit Hold Cards und den Community Cards ein (gutes) Blatt bilden kann, hat einen Flop getroffen. Abhängig von diesem Flop sollten Pokerspieler ihre weitere Strategie entwickeln.
  • Hole Cards: Die Karten, die zu Beginn des Spiels verdeckt an die Spieler ausgeteilt wurden. Als Starthand sind sie das Gegenstück zu den Community Cards und die Basis für dein Pokerblatt.
  • Pokerblatt: Ein Pokerblatt besteht aus den Community Cards (den Gemeinschaftskarten) und den Hole Cards oder der Starthand. Im Showdown kommen alle verfügbaren Karten zum Einsatz, um das bestmögliche Blatt aus fünf Karten zu bilden. Es gelten entweder alle fünf Gemeinschaftskarten verwenden und keine Hole Card, eine Hole Card oder beide Hole Cards und entsprechend vier oder drei Gemeinschaftskarten, je nachdem wie das höchstmögliche Blatt gebildet werden kann.
  • Raise: Wer den Wetteinsatz erhöhen möchte, kündigt dies mit Raise an. Setzt ein Spieler (bet), gibt es die Möglichkeit, diese Wette mitzugehen (call), die Karten abzulegen (fold) oder den Einsatz zu erhöhen (raise). Der nächste Spieler muss bei Raise diesen erhöhten Einsatz mitgehen oder erneut erhöhen. Ein Raise muss immer doppelt so hoch sein wie der anfängliche Wetteinsatz. Zum Beispiel wird ein Bet von 5 Chips des vorhergehenden Spielers durch Raise auf 10 Chips erhöht. Der Spieler der ersten Bet muss also noch 5 Chips nachlegen, um im Spiel zu bleiben und den Raise zu bestätigen. Wirft er die Karten ab (fold) und bestätigt den Raise nicht, verliert er den Einsatz.
  • Showdown: Das Vergleichen der Blätter am Ende eines Spiels ist der Showdown und das beste Blatt gewinnt. Beim Showdown muss derjenige seine Karte zeigen, der zuerst gesetzt hat. Den anderen ist es überlassen, die Karten aufzudecken. Wird vor dem Showdown gecheckt, zeigt jener Spieler seine Karte zuerst, der die letzte Runde eröffnet hat.
    Small Blind: Der Mindesteinsatz, den der Spieler links vom Dealer entrichten muss. Möchte dieser den Flop sehen, muss er den Small Blind bis zum Big Blind aufstocken.

Poker-Ranking

Das sogenannte Poker-Ranking definiert die Reihenfolge der Gewinnblätter und stellt also klar, wer eigentlich gewonnen hat. Diese Kartenwerte und die Möglichkeiten im Ranking sollten vor Beginn eines Spiels genaustes studiert werden. Denn nur so lassen sich auch Entscheidungen treffen, die zu einem Pokergewinn führen können.

Generell gilt: Jedem Spieler stehen die beiden Hole-Cards und die Gemeinschaftskarten zur Verfügung, um ein bestmögliches Poker-Blatt bilden zu können. Alle Kombinationen sind dabei möglich, es können eine, keine oder beide Hole-Cards verwendet werden.

  • High Card: Die höchste einzelne Karte
  • Ein Paar, One pair: Zwei Karten gleichen Wertes
  • Zwei Paare, Two pair: Zwei Mal zwei Karten gleichen Wertes
  • Drilling, Three of a kind: Drei Karten des gleichen Wertes
  • Straße, Straight: Fünf aufeinanderfolgende Karten in beliebiger Farbe
  • Flush: Fünf beliebige Karten einer Farbe
  • Full House: Ein Drilling und ein Paar
  • Vierling, Poker, Four of a kind: Vier Karten des gleichen Wertes
  • Straight Flush: Die Folge von Zahlenkarten in einer Farbe
  • Royal Flush: Die Folge Zehn, Bildkarten bis Ass in einer Farbe

Bei der Straße (Straight) gilt es zu beachten, dass im Poker-Spiel nicht nach Farbe unterschieden wird. Überdies gilt, dass eine Kombination wie Dame – König – Ass – 2 – 3 hier nicht möglich ist. Die niedrigste mögliche Straße ist Ass – 2 – 3 – 4 – 5, die höchste Straße wird aus den Karten zehn und den Bildkarten bis Ass gebildet (Royal Flush).

Bei einem Full House ist immer der höchste Drilling entscheidend. Ein Full House aus einem Zehner-Paar und einem Neuner-Drilling schlägt ein Kartenblatt aus Ass – Ass – 8 – 8 – 8.

Spielbeginn

Vor Spielbeginn wird der Dealer oder Geber festgelegt. Diese Position rotiert nach jeder Runde im Uhrzeigersinn, also kommt jeder Spieler einmal als Dealer dran. Der Dealer spielt auch mit und erhält als letzter jedes Mal eine Karte.

Die beiden Spieler links vom Dealer müssen dann die Grundeinsätze in den Pot legen. Der Spieler direkt links vom Dealer entrichtet den sogenannten Small Blind, dessen Nachbar weiter links vom Dealer den Big Blind. Diese Einsätze werden vor dem Spiel festgelegt und erhöhen sich in jeder Runde.

Da nach jeder Runde der Dealer wechselt, wechseln damit auch die Grundeinsätze im Uhrzeigersinn im Laufe eines Pokerspiels.

Der Dealer teilt zunächst eine Karte der Reihe nach aus. Danach bekommen alle die zweite Karte, die abhängig von der Pokervariante entweder vollständig verdeckt aufgenommen oder teilweise offen gelegt werden muss. Beim Texas Hold’em Poker bleibt diese zweite Karte üblicherweise verdeckt.

Diese zwei Karten gelten als die sogenannten Pocket Cards, Hole Cards oder Down Cards. Jeder teilnehmende Spieler erhält diese zu Beginn einer jeden Runde verdeckt und legt sie erst beim Showdown am Schluss offen. Diese zwei Karten dienen zur Bildung der Hand des Spielers und sind das Gegenstück zu den Gemeinschaftskarten.

Dann beginnt die erste Wettrunde. Die restlichen Spieler müssen ihren Einsatz setzen oder können in der Runde aussetzen, indem sie ihre Karten ablegen. Der Einsatz kann auch erhöht werden. Jedoch muss jeder Spieler mindestens einen Einsatz in der Höhe des Big Blinds setzen, um an der Spielrunde teilzunehmen.

In dieser ersten Runde müssen alle Spieler für sich selbst beurteilen, ob sie eine gute Starthand haben. Dazu dient die gute Kenntnis der Poker-Ranking-Regeln. Ob es sich um eine gute Starthand handelt, hängt auch davon ab, wie viele Spieler am Tisch sitzen und wie weit das Spiel oder Turnier fortgeschritten ist. An einem Tisch mit vielen Spielern reicht meist nur ein äußerst gutes Blatt, um den Pot zu gewinnen. Wenn die Pocket Cards schlecht sind, ist es wenig sinnvoll, höhere Einsätze für die Ansicht des Flops zu bezahlen und passen ist eher anzuraten. Das Beurteilen der Starthand ist daher eine äußerst wichtige Fähigkeit, die jeder Spieler beherrschen sollte.

Nach der ersten Wettrunde werden drei Karten offen in der Mitte des Tisches gelegt. Dies sind die sogenannten Gemeinschaftskarten, Community Cards oder auch Board Cards. Anfänglich gibt es drei Gemeinschaftskarten, die vierte Gemeinschaftskarte kommt erst nach der zweiten Wettrunde offen auf den Tisch, die fünfte und letzte Karte nach der dritten Wettrunde.

Diese Gemeinschaftskarten sind die Grundlage des Spiels. Sie können von allen Spielern genutzt werden, um gemeinsam mit den Startkarten (Hole Cards, Starthand) ein bestmögliches Pokerblatt aus fünf Karten zu bilden.

Sobald alle Gemeinschaftskarten auf dem Tisch liegen, gibt es eine abschließende Setzrunde. Sind nach dieser letzten Runde noch mehrere Personen im Spiel, gibt es einen Showdown, wo alle Karten aufgedeckt werden. In diesem Fall gewinnt der Spieler mit der besten Poker-Hand das Spiel.

Wichtige Poker-Strategien

Im Allgemeinen gewinnt jener Spieler, der im Showdown das beste Blatt aller Mitspieler vorweisen kann. Gewinnen können aber auch jene, die ihre Mitspieler durch geschicktes Taktieren zum Aufgeben bringen können. Dazu gibt es einige grundsätzliche Strategien.

  • Bluff: Der Spieler gibt vor, ein viel besseres Blatt zu haben, als er eigentlich in der Hand hält, und überbietet beispielsweise alle Einsätze. Bluffen ist risikoreich, besonders bei einem schlechten Blatt. Besser ist es, diese Strategie bei einer Pokerhand mit Potenzial einzusetzen. Bluffen ist auch immer vom Spielverlauf abhängig und sollte nicht zu häufig verwendet werden, um als Spieler nicht die Glaubwürdigkeit zu verlieren.
  • Pokerface: Berühmt als Sprichwort oder durch den Lady Gaga-Song ist die Attitüde der Pokerspieler, sich möglichst neutral zu verhalten, um den Mitspielern keinerlei Hinweise auf ihre Poker-Hand zu geben (Pokerface, Poker-Gesicht). Spieler bei professionellen Poker-Turnieren nutzen gerne Sonnenbrille oder Hüte zurück, um ihre Gesichter zu verdecken.
  • Beobachten: Das Poker-Spiel lebt zwar vom neutralen Pokerface, dennoch ist es sinnvoll, die anderen Spieler zu beobachten. Dadurch lassen sich nicht nur Rückschlüsse auf die Spielhand der anderen ziehen oder mögliche Muster erkennen, sondern es kann auch ein Bluff auf diese Weise auffliegen.
  • Nur gute Hände spielen: Wenn die Gewinnchancen niedrig liegen durch eine schlechte Starthand, empfiehlt sich das vorzeitige Aussteigen (Fold). Weitermachen sollte man nur bei einer guten Starthand. Je mehr Spieler an einem Tisch, desto geringer die Gewinnchancen, da mehr Karten im Spiel sind. Daher sollte man sich an die Faustregel halten, an vollen Tischen maximal jede dritte Starthand zu spielen, um nicht unnötig Verluste zu machen.
  • All-in Einsatz: Wer nicht mehr über genügend Chips verfügt, um bei einem Einsatz mitzugehen, sollte All-In gehen und alle verbliebenen Chips auf einmal setzen. In diesem Fall nimmt man weiter an der Spielrunde teil, kannst jedoch nur so viel von einem Spieler gewinnen, wie man selbst hatte. Die weiteren Einsätze anderer Spieler werden in einem Side-Pot gesammelt, um welchen die verbliebenen Spieler pokern. Diese Strategie lässt sich bei einem Bluff anwenden, aber auch bei geringer Chipanzahl und einem guten Blatt.

Poker-Varianten

Poker gibt es in vielen Varianten, die etwas voneinander abweichen. Einige sind uralt, einige neueren Datums. Pokervarianten wie Stud Poker oder Draw Poker stammen aus der Zeit des US-Sezessionskrieges (1861–1865) und wurden durch Westernfilme auch hierzulande populär. Hier die wichtigsten Unterscheidungen.

Die älteste Poker-Variante, welche Community Cards nutzt, ist Spit in the Ocean, die vom Spielverlauf her jedoch eher einem Draw Poker ähnelt. Dennoch werden die Hold’Em-Varianten in der Literatur oft unter der Bezeichnung “Spit Poker” zusammengefasst.

Texas Hold’em Poker ist weltweit die beliebteste Variante. Sie kommt auf Online-Pokerseiten, in deutschen Spielbanken und auch bei den meisten Pokerturnieren.

Beim Omaha Hold’em erhält jeder Spieler vier verdeckte Karten als Hand, darf aber aus seinen vier verdeckten Karten nur zwei verwenden.

Stud Poker sind alle Pokervarianten, bei denen ein Spieler einige offene und einige verdeckte Karten erhält.

Zum Draw Poker zählen alle Varianten, bei denen der Spieler eine bestimmte Anzahl von Karten erhält und daraus eine Hand bilden muss. Es gibt dabei die Möglichkeit, bestimmte Karten zu tauschen.

Five Card Draw war die bevorzugte Pokervariante im Wilden Westen mit fünf ausgeteilten Karten für eine Hand. Diese Variante nutzt auch meistens eine Joker-Karte als 53. Karte im Spiel. Wild Bill Hickok wurde von hinten erschossen, als er eine Hand mit Assen und Achten hielt. Seitdem heißt dieses Blatt Dead Man’s Hand.

Vorteile

  • Poker kann überall gespielt werden, da nur ein Satz Spielkarten notwendig ist.
  • Die Texas-Pokerregeln gelten überall auf der Welt, ebenso beim Online-Poker.
  • Beim Poker führt nicht nur Glück, sondern auch Strategie zum Gewinn.

Nachteile

  • Es ist absolut notwendig, die Spielregeln genau zu kennen.
  • Um ein Poker-Blatt oder den Spielverlauf zu beurteilen, benötigt man viel Übung.
  • Beim Poker wird meist um Geld gespielt, also drohen besonders Anfängern Verluste.
  • Poker ist schlussendlich ein Glücksspiel und kann daher süchtig machen.