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Schach Regeln: Figuren, Züge, Rochade und Schachmatt erklärt

Schach ist ein strategisches Brettspiel für 2 Spieler. Weiß und Schwarz haben je 16 Figuren: einen König, eine Dame, zwei Türme, zwei Läufer, zwei Springer und acht Bauern. Gezogen wird abwechselnd auf einem Brett mit 64 Feldern.

Stand  · Redaktionell geprüft

  • 2 Spieler
Schach

Ziel ist es, den gegnerischen König schachmatt zu setzen, so dass er dem Angriff nicht mehr entkommen kann. Schach wird privat, im Verein, in Turnieren und online gespielt.

Kurzfakten zu Schach
Spieler2
Material1 Schachbrett mit 64 Feldern, 16 weiße und 16 schwarze Figuren
Figuren je Spieler1 König, 1 Dame, 2 Türme, 2 Läufer, 2 Springer, 8 Bauern
Dauerje nach Bedenkzeit: Blitzschach bis 10 Minuten je Spieler, klassische Partien mehrere Stunden
Zielden gegnerischen König schachmatt setzen
SpielartStrategiespiel, Brettspiel, Klassiker
Schach

Schach Regeln in fünf Schritten

So läuft eine Partie Schach ab:

  1. Brett aufstellen

    Legt das Brett so, dass jeder Spieler rechts unten ein weißes Feld hat.

  2. Figuren aufstellen

    In die erste Reihe kommen Turm, Springer, Läufer, Dame, König, Läufer, Springer, Turm. Die Dame steht auf ihrer Farbe. Davor stehen die acht Bauern.

  3. Abwechselnd ziehen

    Weiß beginnt. Jeder zieht pro Zug genau eine Figur nach ihrer Gangart.

  4. Schlagen und Schach bieten

    Wer auf ein Feld mit einer gegnerischen Figur zieht, schlägt sie. Greift eine Figur den König an, steht er im Schach und muss sofort daraus befreit werden.

  5. Partie beenden

    Kann der König dem Schach nicht mehr entkommen, ist er matt, und die Partie ist verloren. Ein Patt oder andere Remisfälle enden unentschieden.

Was ist Schach?

Schach, das Spiel der Könige, begeistert seit Jahrhunderten Strategen auf der ganzen Welt. Glück spielt keine Rolle: Beide Spieler sehen jederzeit alle Figuren, und nur Planung und Taktik entscheiden. Die Grundregeln sind schnell gelernt, die Möglichkeiten sind fast unendlich. Neben dem privaten Spiel gibt es Vereine, Turniere und zahlreiche Online-Plattformen.

Spielmaterial und Aufstellung

Ihr braucht ein Schachbrett mit 64 abwechselnd hellen und dunklen Feldern und je 16 Figuren in Weiß und Schwarz:

Spielmaterial und Aufstellung
FigurAnzahlStartfelder Weiß
König1e1
Dame1d1
Turm2a1 und h1
Läufer2c1 und f1
Springer2b1 und g1
Bauer8a2 bis h2

Schwarz stellt spiegelbildlich auf der achten und siebten Reihe auf. Merkhilfe: Die weiße Dame steht auf einem weißen Feld, die schwarze Dame auf einem schwarzen. Zur besseren Übersicht tragen die Reihen die Zahlen 1 bis 8 und die Linien die Buchstaben a bis h.

Schachfiguren: Namen, Kürzel und Wert

Jede der sechs Schachfiguren hat ein Kürzel für die Notation und einen ungefähren Tauschwert. Die Werte stehen nicht in den Regeln, sie sind eine verbreitete Faustregel, um Abtausche einzuschätzen:

Schachfiguren: Namen, Kürzel und Wert
FigurKürzel und Wert
KönigK, kein Tauschwert, sein Matt entscheidet die Partie
DameD, 9 Bauern
TurmT, 5 Bauern
LäuferL, 3 Bauern
SpringerS, 3 Bauern
Bauerkein Kürzel, 1 Bauer
Schachfiguren mit Kürzel und Faustwert

Schach Regeln im Detail

Gangart der Figuren

Jede Figur hat ihre eigene Gangart:

Gangart der Figuren
FigurZugBesonderheit
Königein Feld in jede Richtungdarf nie auf ein angegriffenes Feld ziehen
Damebeliebig weit gerade und diagonalstärkste Figur
Turmbeliebig weit waagerecht oder senkrechtbeteiligt an der Rochade
Läuferbeliebig weit diagonalbleibt immer auf seiner Feldfarbe
Springerzwei Felder gerade und eines zur Seite, also in L-Formdarf als einzige Figur über andere springen
Bauerein Feld vorwärts, beim ersten Zug wahlweise zweischlägt schräg vorwärts, zieht nie rückwärts

Schlagen

Auf jedem Feld darf nur eine Figur stehen. Zieht eine Figur auf ein Feld mit einer gegnerischen Figur, wird diese geschlagen und vom Brett genommen. Schlagen ist kein Zwang. Der König darf schlagen, aber nicht geschlagen werden. Bauern ziehen gerade, schlagen aber nur schräg nach vorn.

Berührt, geführt

Wer am Zug ist und absichtlich eine eigene Figur berührt, muss mit ihr ziehen, sofern sie einen regelgerechten Zug hat. Wer absichtlich eine gegnerische Figur berührt, muss sie schlagen, wenn das möglich ist. Will man eine Figur nur zurechtrücken, sagt man vorher an: Ich rücke zurecht. Diese Regel heißt berührt, geführt und gilt im Verein und im Turnier.

Rochade

Bei der Rochade ziehen König und Turm in einem Zug: Der König rückt zwei Felder in Richtung Turm, dann springt der Turm über den König auf das Nachbarfeld. Die Rochade ist nur erlaubt, wenn:

  • weder der König noch der beteiligte Turm vorher gezogen hat,
  • zwischen König und Turm keine Figuren stehen,
  • der König nicht im Schach steht,
  • der König kein Feld überquert oder betritt, das vom Gegner angegriffen wird.

Es gibt zwei Formen der Rochade. Bei der kurzen Rochade zieht der weiße König von e1 nach g1 und der Turm von h1 nach f1, notiert als 0-0. Bei der langen Rochade zieht der König von e1 nach c1 und der Turm von a1 nach d1, notiert als 0-0-0. Schwarz rochiert entsprechend auf der achten Reihe. Steht der König nur vorübergehend im Schach, darf er später wieder rochieren, solange er selbst und der Turm noch nicht gezogen haben.

Bauernumwandlung

Erreicht ein Bauer die letzte Reihe, also die achte für Weiß oder die erste für Schwarz, wird er in eine Dame, einen Turm, einen Läufer oder einen Springer derselben Farbe umgewandelt. Meist wählt man die Dame. Eine zweite Dame kann man zum Beispiel mit einem umgedrehten Turm darstellen.

En passant

Zieht ein Bauer aus der Grundstellung zwei Felder vor und landet direkt neben einem gegnerischen Bauern auf der fünften Reihe von Weiß aus gesehen, darf dieser ihn im Vorbeigehen schlagen. Er zieht dazu schräg auf das übersprungene Feld und nimmt den Bauern vom Brett. Das ist nur im unmittelbar folgenden Zug erlaubt, sonst verfällt das Recht.

Ein Beispiel: Ein weißer Bauer steht auf e5, Schwarz zieht seinen Bauern von d7 nach d5. Im direkt folgenden Zug darf Weiß mit dem Bauern von e5 nach d6 ziehen und den schwarzen Bauern auf d5 vom Brett nehmen, notiert als exd6. Zieht Weiß stattdessen etwas anderes, ist dieses Schlagen später nicht mehr erlaubt.

Schach und Matt

Greift eine Figur den gegnerischen König an, steht dieser im Schach. Viele sagen das laut an, nach den offiziellen Regeln ist das aber nicht nötig. Der angegriffene Spieler muss das Schach sofort aufheben:

  • den König auf ein nicht angegriffenes Feld ziehen,
  • die angreifende Figur schlagen oder
  • eine eigene Figur zwischen König und Angreifer stellen.

Ist keine dieser Möglichkeiten vorhanden, ist der König schachmatt, und die Partie ist verloren. Zwei Könige dürfen nie direkt nebeneinanderstehen, weil sie sich sonst gegenseitig ins Schach setzen würden.

Remis und Patt

Eine Partie endet unentschieden, also remis, in diesen Fällen:

Remis und Patt
RemisfallWann er eintritt
PattDer Spieler am Zug hat keinen regelgerechten Zug, sein König steht nicht im Schach. Die Partie endet sofort remis.
Tote StellungKeiner kann den anderen König mehr mattsetzen, etwa bei König gegen König oder König und Läufer gegen König. Die Partie endet sofort remis.
EinigungBeide Spieler vereinbaren ein Remis, nachdem jeder mindestens einen Zug gemacht hat.
Dreifache WiederholungDieselbe Stellung entsteht zum dritten Mal mit demselben Spieler am Zug und denselben Zugmöglichkeiten. Der Spieler am Zug kann Remis beantragen.
50-Züge-RegelJeder Spieler hat 50 Züge gemacht, ohne dass ein Bauer gezogen oder eine Figur geschlagen wurde. Remis kann beantragt werden.
Fünffache Wiederholung, 75 ZügeDieselbe Stellung entsteht zum fünften Mal, oder jeder Spieler hat 75 Züge ohne Bauernzug und ohne Schlagen gemacht. Die Partie endet automatisch remis.
Remisfälle nach den FIDE-Regeln

Bedenkzeit und Schachuhr

Im Verein und im Turnier hat jeder Spieler eine feste Bedenkzeit, die eine Schachuhr misst. Nach dem eigenen Zug drückt man die Uhr, dann läuft die Zeit des Gegners. Wer seine Zeit überschreitet, verliert die Partie. Kann der Gegner den König mit keiner regelgerechten Zugfolge mehr mattsetzen, endet sie stattdessen remis.

Nach der Bedenkzeit unterscheidet die FIDE drei Arten von Partien:

  • Blitzschach: höchstens 10 Minuten je Spieler für die ganze Partie
  • Schnellschach: mehr als 10 und weniger als 60 Minuten je Spieler
  • Klassisches Schach: 60 Minuten und mehr je Spieler, im Turnier oft mehrere Stunden pro Partie

Schachnotation: Züge aufschreiben

In der algebraischen Notation hat jedes Feld einen Namen aus Linie und Reihe, zum Beispiel e4. Ein Zug besteht aus dem Kürzel der Figur und dem Zielfeld, etwa Sf3 für einen Springerzug nach f3. Für Bauernzüge steht nur das Zielfeld. Diese Zeichen kommen dazu:

  • x steht für Schlagen, etwa Lxf7
  • + steht für Schach
  • # steht für Schachmatt
  • 0-0 und 0-0-0 stehen für die kurze und die lange Rochade
  • =D hinter einem Bauernzug steht für die Umwandlung in eine Dame, etwa e8=D

Schach im Video

Schach für Anfänger: 7 Grundsätze für die Eröffnung

Die folgenden Grundsätze sind keine Regeln, sondern bewährte Tipps, mit denen Einsteiger ihre ersten Partien besser spielen:

  1. Besetzt mit Bauern und Figuren das Zentrum, also die Felder d4, e4, d5 und e5.
  2. Entwickelt zuerst Springer und Läufer, bevor ihr die Dame ins Spiel bringt.
  3. Zieht in der Eröffnung keine Figur zweimal ohne Grund.
  4. Rochiert früh, damit euer König sicher steht und die Türme verbunden sind.
  5. Prüft vor jedem Zug, welche Figur der Gegner gerade angreift.
  6. Tauscht nur, wenn ihr dabei mindestens gleichwertiges Material bekommt.
  7. Achtet auf ungedeckte Figuren, eure eigenen und die des Gegners.

Schach gehört zu den Klassikern unter den Spielen zu zweit; dort findet ihr weitere Brett- und Kartenspiele für zwei Personen.

Häufige Fragen zu Schach

Welche Figuren gibt es beim Schach?
Jeder Spieler hat 16 Figuren: einen König, eine Dame, zwei Türme, zwei Läufer, zwei Springer und acht Bauern.
Wie ziehen die Figuren beim Schach?
Der König ein Feld in jede Richtung, die Dame gerade und diagonal, der Turm gerade, der Läufer diagonal, der Springer in L-Form und der Bauer ein Feld vorwärts, beim ersten Zug auch zwei.
Kann der König den anderen König schlagen?
Nein. Zwischen den beiden Königen muss immer mindestens ein Feld frei bleiben.
Was passiert, wenn der Bauer auf die andere Seite kommt?
Er wird in eine Dame, einen Turm, einen Läufer oder einen Springer derselben Farbe umgewandelt.
Wann darf man rochieren?
Wenn König und Turm noch nicht gezogen haben, keine Figur dazwischen steht und der König weder im Schach steht noch über ein angegriffenes Feld zieht.
Was ist ein Patt?
Der Spieler am Zug hat keinen regelgerechten Zug, sein König steht aber nicht im Schach. Die Partie endet unentschieden.
Wer beginnt beim Schach?
Weiß macht immer den ersten Zug, danach ziehen beide Spieler abwechselnd.
Muss man Schach ansagen?
Nein. Viele sagen Schach laut an, die offiziellen Regeln verlangen das aber nicht. Wer im Schach steht, muss es selbst bemerken und aufheben.
Was bedeutet berührt, geführt?
Wer eine eigene Figur absichtlich berührt, muss mit ihr ziehen, sofern sie einen regelgerechten Zug hat. Eine absichtlich berührte gegnerische Figur muss geschlagen werden, wenn das möglich ist.
Wie viele Züge ohne Schlagen bis zum Remis?
Haben beide Spieler 50 Züge ohne Bauernzug und ohne Schlagen gemacht, kann Remis beantragt werden. Nach 75 solchen Zügen endet die Partie automatisch remis.