Le Havre Spiel: Regeln für das Aufbauspiel von Uwe Rosenberg
Le Havre ist ein Aufbau- und Wirtschaftsspiel von Uwe Rosenberg bei Lookout Games für 1 bis 5 Spieler ab 12 Jahren. Ihr entwickelt die Hafenstadt Le Havre: Jeder Zug bringt neue Waren auf die Angebotsfelder, dann nehmt ihr entweder alle Waren einer Sorte oder nutzt ein Gebäude.
Stand · Redaktionell geprüft
- 1-5 Spieler
- ab 12 Jahren
- ca. 60-200 Min.

So veredelt ihr Waren, baut Gebäude und Schiffe und ernährt eure Arbeiter. Nach der letzten Runde gewinnt, wer das größte Vermögen aus Gebäuden, Schiffen und Geld besitzt.
| Spieler | 1 bis 5 |
|---|---|
| Alter | ab 12 Jahren |
| Dauer | etwa 60 bis 200 Minuten, je nach Spielerzahl |
| Autor | Uwe Rosenberg |
| Illustration | Klemens Franz |
| Verlag | Lookout Games, 2008 |
| Material | 3 Spielpläne, über 400 Marken, 110 Karten, 10 Holzsteine, Nachschub- und Nahrungsplättchen |
| Ziel | am Ende das größte Vermögen besitzen |
| Spielart | Strategiespiel, Aufbauspiel, Brettspiel, Gesellschaftsspiel |

Le Havre Spielanleitung als PDF.
Le Havre Anleitung in fünf Schritten
So spielt ihr Le Havre:
- Aufbauen
Spielpläne auslegen, Nachschubplättchen verdeckt auf die Wasserfelder, Startgebäude und Bauvorhaben bereitlegen. Jeder startet mit 5 Franc und 1 Kohle.
- Nachschub
Wer am Zug ist, setzt seinen Schiffstein auf das nächste Nachschubplättchen und legt die zwei abgebildeten Waren ins Angebot.
- Hauptaktion
Nimm alle Waren eines Angebotsfelds oder betritt ein Gebäude und nutze seine Funktion, bei fremden Gebäuden gegen Eintritt.
- Kaufen und Bauen
Jederzeit im eigenen Zug dürft ihr Gebäude und Schiffe kaufen oder zum halben Wert verkaufen. Gebaut wird über Baugebäude und Werften.
- Rundenende
Nach sieben Zügen gibt es Ernte und ihr müsst Nahrung abgeben. Nach der letzten Runde folgt eine Schlussaktion, dann zählt das Vermögen.
Was ist Le Havre?
Wie Agricola stammt Le Havre von Uwe Rosenberg, und wie dort müssen die Arbeiter regelmäßig ernährt werden, nur eben in einer Hafenstadt. Im Mittelpunkt steht die Veredelung: Aus Fisch wird Räucherfisch, aus Lehm Ziegel, aus Holz Holzkohle, aus Eisen Stahl. Gebäude sind zugleich Investition und Einnahmequelle, denn wer ein fremdes Gebäude nutzt, zahlt Eintritt an den Besitzer. Schiffe liefern Nahrung und sparen so die ständige Versorgung der Arbeiter. Das Spiel wurde 2009 Zweiter beim Deutschen Spielepreis und gewann den International Gamers Award.
Spielmaterial
Laut Spielanleitung enthält die Schachtel:
- 3 Spielpläne mit Stadtkasse, Bauvorhaben und Schiffsfeldern
- 5 Personensteine und 5 Schiffsteine aus Holz
- 7 Nachschubplättchen, 16 Nahrungsplättchen und 1 Startspielerplättchen
- 420 Marken: Franc, Vieh und Fleisch, Korn und Brot, Eisen und Stahl, Lehm und Ziegel, Holz und Holzkohle, Fisch und Räucherfisch, Kohle und Koks, Fell und Leder
- 33 Standardgebäude und 36 Sondergebäude
- 20 Rundenkarten mit Schiffen auf der Rückseite: Holz-, Eisen-, Stahlschiffe und Luxusliner
- 11 Schuldscheine und 5 Rundenübersichten
Le Havre Spielregeln im Detail
Komplettversion und Kurzspiel
Le Havre lässt sich in der Komplettversion oder in einer verkürzten Fassung spielen. Die Zahl der Runden hängt von der Spielerzahl ab:
| Spieler | Runden komplett | Dauer komplett | Runden kurz | Dauer kurz |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 7 | ca. 60 Min. | 4 | ca. 20 Min. |
| 2 | 14 | ca. 120 Min. | 8 | ca. 45 Min. |
| 3 | 18 | ca. 180 Min. | 12 | ca. 120 Min. |
| 4 | 20 | ca. 200 Min. | 12 | ca. 130 Min. |
| 5 | 20 | ca. 210 Min. | 15 | ca. 150 Min. |
Der Spielzug
Ein Zug besteht aus der Nachschubaktion und der Hauptaktion. Beim Nachschub setzt der Spieler seinen Schiffstein auf das nächste Nachschubplättchen und legt die beiden abgebildeten Waren oder Franc auf die Angebotsfelder. Landet jemand auf dem Feld Zinsen, zahlt jeder mit Schuldschein genau 1 Franc. Als Hauptaktion nimmt er entweder alle Marken eines Angebotsfelds oder betritt ein unbesetztes Gebäude und nutzt dessen Funktion. Für fremde Gebäude ist Eintritt in Nahrung oder Franc fällig; Nahrung kann immer durch Geld ersetzt werden, aber nicht umgekehrt.
Kaufen, Verkaufen und Bauen
Jederzeit im eigenen Zug dürfen Gebäude der Stadt und die obersten Bauvorhaben gekauft werden, ebenso aufgedeckte Schiffe. Verkauft wird an die Stadt zum halben Wert. Gebaut werden Gebäude über die Startgebäude Bauhandwerksbetrieb und Bauunternehmen, Schiffe auf den Werften gegen Baustoffe und 3 Energie. Für das erste Schiff, das kein Holzschiff ist, muss eine Werft mit 1 Ziegel modernisiert werden.
Ende einer Runde
Nach dem siebten Zug wird die Rundenkarte ausgewertet. In der Erntezeit bekommt jeder mit mindestens 1 Korn ein weiteres Korn und mit mindestens 2 Vieh ein weiteres Vieh. Dann gibt jeder die Nahrung ab, die das Kochtopfsymbol verlangt; eigene Schiffe verringern die Menge. Wer nicht genug Nahrung hat, verkauft Gebäude oder Schiffe oder nimmt einen Schuldschein. Danach wird die Rundenkarte umgedreht, und ein neues Schiff steht zur Verfügung. Manche Rundenkarten lassen zudem die Stadt ein Gebäude bauen.
Schlussphase und Vermögen
Nach der letzten Rundenkarte führt jeder noch eine Schlussaktion aus: eine Hauptaktion ohne Nachschub, Kauf und Zinsen, wobei auch besetzte Gebäude betreten werden dürfen. Dann wird gezählt: die Werte aller Gebäude und Schiffe, Zusatzwerte mancher Gebäude wie der Bank und das Bargeld. Für jeden offenen Schuldschein werden 7 Franc abgezogen; Waren zählen nichts. Wer am reichsten ist, gewinnt; bei Gleichstand gibt es mehrere Sieger.
Le Havre Spielanleitung als PDF
Die Originalanleitung von Lookout Games mit allen Regeldetails könnt ihr hier lesen:
Le Havre Spielanleitung als PDFLe Havre Auszeichnungen und Apps
Le Havre gehört zu den meistausgezeichneten Spielen seines Jahrgangs:
- Deutscher Spielepreis 2009: Platz 2
- International Gamers Award 2009: Sieger in der Kategorie Mehrspieler
- As d’Or, Jeu de l’Année 2010: nominiert
- Japan Boardgame Prize 2010: Platz 4
Als App gibt es Le Havre für iOS und Android, dazu die Zwei-Personen-Variante Le Havre: Der Binnenhafen.
Unser Fazit zu Le Havre
Le Havre ist ein komplexes Entwicklungsspiel für Strategen. Der Aufbau braucht beim ersten Mal etwas Zeit, die Anleitung erklärt ihn aber gut. Im Spiel selbst ist das Prinzip einfach: Waren nehmen oder Gebäude nutzen. Die Tiefe entsteht durch Veredelungsketten, Eintrittsgebühren und den ständigen Nahrungsbedarf. Ohne Schiffe ist das Spiel kaum zu gewinnen.