Glücksspiel

Burraco – So funktioniert das italienische Kartenspiel

Kartenspiele gibt es nachweislich schon seit dem 9. Jahrhundert und die Vielfalt der Spiele ist ein Paradebeispiel für die Kreativität der Menschen. Ein enorm beliebtes Kartenspiel, von dem ihr vielleicht noch nie gehört habt, ist das Burraco. Hierbei handelt es sich um ein italienisches Kartenspiel, das es zwar erst wenige Jahrzehnte gibt, in Italien aber oft als traditionelles Gesellschaftsspiel empfunden wird.

Das Spiel wird zu Hause in der Familie, unter Freunden, in der typischen italienischen Bar oder auch online live gegen andere Teilnehmer gespielt. Manche Leute spielen auch um Geld und machen eine Art Glücksspiel daraus.

Es gibt sogar im Internet Plattformen, wo Spieler Buracco um Geld spielen können. In einem Online Casino mit deutscher Lizenz ist das natürlich nicht möglich.

Ein Spiel für zwei oder vier Teilnehmer

Das Buracco wird grob der Rummy-Familie zugeordnet und teilweise als Weiterentwicklung von Canasta bezeichnet. Gespielt wird entweder eins gegen eins oder zwei gegen zwei. Zwar gibt es auch Abwandlungen mit drei, fünf oder sechs Spielern, aber geläufig sind diese keineswegs. Dass es konkret zwei oder vier Spieler sein müssen, ergibt sich auch logisch aus den Spielregeln.

Kartentyp und Anzahl

Gespielt wird mit dem klassischen französischen Blatt. Also die ganz normalen Spielkarten von 2 bis Ass mit den Kartenfarben Karo, Herz, Pik und Kreuz. Davon werden zwei Decks mit je 54 Karten benötigt. Insgesamt liegen also 108 Karten auf eurem Tisch.

Bei zwei Spielern sitzen sich diese gegenüber. Bei vier Spielern sitzt ihr im Quadrat um den Tisch herum. Bezeichnet werden die Sitzposition oft als Norden, Osten, Süden und Westen. Dazu später mehr. 

Jeder Spieler erhält zu Beginn 11 verdeckte Karten. Darüber hinaus liegen in der Mitte des Tisches zwei weitere Kartenstapel mit jeweils 11 Karten. Jeder darf nur seine eigenen 11 Karten betrachten. 

Ziel des Spiels

Das Ziel des Spiels ist es zum einen, einen Buracco zu finden. Ein Buracco ist eine Kartengruppe aus sieben zueinander passenden Karten. Das kann eine Kartenreihe sein, zum Beispiel 5-6-7-8-9-10-Bube der gleichen Kartenfarbe oder aber gleiche Zahlen oder Bilder, also sieben Neunen oder sieben Könige.

Wer einen Buracco hat, hat quasi die Erlaubnis, das Spiel als Gewinner zu beenden. Allerdings gibt es dazu noch weitere Voraussetzungen. Die eigenen Karten müssen vollständig aufgebraucht werden. Das betrifft nicht nur die anfänglichen 11 Karten, sondern auch einen der zwei Ersatzstapel in der Mitte des Tisches. 

Der Gewinner muss also mindestens 22 Spielkarten zu passenden Formationen verarbeitet haben. Doch auch das ist noch nicht alles. Jede Karten-Kombination auf dem Tisch bringt Punkte.

Wer mit nur minimalem Blatt seinen Buracco macht, den Ersatzstapel nutzt und dann das Spiel beendet, kann trotzdem als Verlierer aus der Runde gehen, wenn der Gegner mehr Punkte gesammelt hat.

Start des Spiels – Die vier Himmelsrichtungen

Zu Beginn des Spiels wird die Reihenfolge der Teilnehmer festgelegt. Bei zwei Spielern gibt es nur Nord und Süd, bei vier Spielern bilden Nord und Süd ein Team und Ost und West das andere Team.

Da das Spiel über mehrere Runden gespielt wird, um entsprechend der Punkte den rechtmäßigen Gewinner zu ermitteln, wechseln sich die Startaufgaben im Uhrzeigersinn ab.

Das heißt, oft startet das Spiel damit, dass Nord die Karten mischt. Osten verteilt sie dann. Und Süden darf als erstes eine Karte vom Kartenstapel ziehen.

Karte(n) ziehen und eine Karte wegwerfen

Wenn ihr als erstes dran seid, dann zieht ihr eine Karte vom Kartenstapel. Passt sie in eurer Blatt, um eine passende Reihe zu bilden? Dann könnt ihr sie behalten. Wenn nicht, legt ihr sie offen in die Mitte des Tisches. Wollt ihr die Karte behalten, muss eine andere Karte entsorgt werden. 

Der nächste Spieler (Westen) hat nun die Möglichkeit, entweder eine verdeckte Karte vom Stapel zu nehmen, oder eure Karte einzusacken. Auch der zweite Spieler muss dann genau eine Karte wieder entsorgen. Somit liegen nach dem Zug des zweiten Spielers entweder eine neue oder zwei Karten inklusive eurer ersten Entsorgung in der Mitte. 

Der dritte Spieler, der mit euch zusammen ein Team bildet, kann dann ebenfalls entweder eine frische Karte ziehen, oder die entsorgte(n) Karte(n) einsammeln. Und genau so geht es im Uhrzeigersinn weiter.

Oft kommt es vor, dass dann 10 entsorgte Karten in der Mitte liegen und irgendwann schnappt sich einer alle, weil einige davon sehr nützlich sind, um neue Kartenreihen zu bilden.

So arbeitet ihr als Team auf das gleiche Ziel hin

Ab mindestens drei passenden Karten kannst du, wenn du an der Reihe bist, ins Spiel gehen. Du legst zum Beispiel drei Sechsen auf den Tisch. Es gibt keine Obergrenze, wie viel du auf einmal legen darfst.

Manchmal passiert es, dass du schon in der ersten Runde deinen kompletten Satz mit 11 Karten los wirst. Im dem Fall fliegt dir sofort einer der Ersatzstapel zu und du kannst auch mit diesem sofort nachlegen.

Dein Team-Partner kennt deine Karten nicht und du seine auch nicht. Er oder sie kann aber an eure bereits ausgelegten Kartenreihen ergänzen. Das geht sofort und schon ab nur einer passenden Karte, auch wenn er selbst mit seinen 11 Karten noch nichts auslegen konnte.

Unumgänglich ist es, dass ihr als Team mindestens einen Buracco kreiert, also eine Reihe mit mindestens sieben passenden Karten. Erst danach kann einer von euch das Spiel beenden und euch beide zu den Gewinnern machen.

Die 2 als zusätzlicher Joker

Das Spiel hat noch eine sehr kuriose Besonderheit und die betrifft die Joker. In einem klassischen 54-Kartendeck gibt es zwei Joker. Bei zwei Decks spielt ihr also mit vier Jokern. Aber Buracco hat noch eine super kuriose Besonderheit. Denn jede 2 ist ebenfalls ein Joker. Damit sind also acht weitere Joker mit im Spiel.

Die 2 hat dabei einen besonderen Vorteil. Denn normalerweise dürfen pro Kartenreihe maximal zwei Joker eingebaut werden. Das kann zum Beispiel so aussehen: 4-5-6-2-8-9-Joker-Bube-Dame. In diesem Fall ersetzt die 2 die Sieben und der echte Joker die 10.

Wenn einer von euch dann eine Sieben hat, rutscht die zwei ans untere Ende und ersetzt zunächst die drei. Kommt dann auch eine 3, dann wird die zwei zur normalen zwei und ein zweiter Joker oder sogar eine andere zwei dürfen mit in diese Kartenreihe, um sie noch länger zu machen und mehr Punkte zu generieren.