Kartenblätter: Skatblatt, französisches und deutsches Blatt erklärt
Ein Kartenblatt ist ein vollständiger Satz Spielkarten. In Deutschland sind zwei Familien verbreitet: das französische Blatt mit Kreuz, Pik, Herz und Karo und das deutsche Blatt mit Eichel, Laub, Herz und Schellen.
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Wie viele Karten ein Blatt hat, hängt vom Spiel ab: 32 beim Skat, 52 beim Poker, 48 beim Doppelkopf und nur 20 beim Schnapsen.
Was ist ein Kartenblatt?
Das Wort Blatt steht beim Kartenspiel für zwei Dinge: für den ganzen Kartensatz eines Spiels und für die Karten, die ein Spieler auf der Hand hält. Diese Seite meint den Kartensatz. Er ist durch drei Merkmale bestimmt:
- Farben: vier Farben mit eigenen Symbolen, französisch oder deutsch.
- Werte: die Rangstufen je Farbe, zum Beispiel von der Sieben bis zum Ass.
- Bild: die Gestaltung der Karten, etwa französisches Bild, bayerisches Bild oder das Turnierbild beim Skat.
Französisches und deutsches Blatt: die Farben im Vergleich
Jede französische Farbe hat eine deutsche Entsprechung. Beim Skat haben die Farben in beiden Blättern denselben Rang:
| Französisch | Deutsch |
|---|---|
| Kreuz | Eichel |
| Pik | Laub, auch Grün, Gras oder Blatt |
| Herz | Herz, auch Rot |
| Karo | Schellen |
Auch die Bildkarten heißen unterschiedlich. Die folgenden Entsprechungen gelten zum Beispiel beim Schnapsen, das mit beiden Blättern gespielt wird:
| Französisch | Deutsch |
|---|---|
| Ass | Daus oder Sau |
| König | König |
| Dame | Ober |
| Bube | Unter |
Das Skatblatt: 32 Karten
Ein Skatblatt hat 32 Karten in vier Farben mit je acht Werten: Ass, Zehn, König, Dame, Bube, Neun, Acht und Sieben. Zusammen bringen die Karten beim Skat 120 Augen. Gespielt wird mit drei Bildern:
- Französisches Bild: Kreuz, Pik, Herz und Karo.
- Deutsches Bild: Eichel, Grün, Rot und Schellen, gespielt in Teilen Süd- und Ostdeutschlands.
- Turnierbild: französische Symbole in den vier Farben Schwarz, Grün, Rot und Gelb. Es ist seit 1990 das offizielle Turnierblatt nach der Internationalen Skatordnung.
Mit dem Skatblatt spielt ihr nicht nur Skat, sondern auch Mau Mau, Schwimmen oder 17 und 4. Sechsundsechzig wird mit 24 Karten gespielt.
Das französische Blatt: 52 Karten und Joker
Das volle französische Blatt hat 52 Karten: die Werte Zwei bis Zehn, Bube, Dame, König und Ass in jeder der vier Farben, dazu je nach Hersteller bis zu drei Joker. Es ist das Blatt für Poker, Rommé und Canasta. Rommé und Canasta brauchen zwei solcher Blätter, Durak kommt mit 36 Karten von der Sechs bis zum Ass aus.
Das deutsche Blatt: regionale Bilder
Das deutsche Blatt gibt es in mehreren regionalen Bildern, die sich in Zeichnung und Kartenzahl unterscheiden:
- Bayerisches Bild: 32 Karten mit Eichel, Gras, Herz und Schellen und den Werten Sau, Zehn, König, Ober, Unter, Neun, Acht und Sieben. Damit spielt ihr Schafkopf und Watten.
- Württembergisches Blatt: Für Gaigel und Binokel mit 48 Karten, bei denen jede Karte doppelt vorkommt.
- Sächsisches Bild: Grundlage des Altenburger Skatblatts mit deutschen Farben.
- Salzburger Bild: auch einfachdeutsches Bild genannt. Beim Watten in Tirol und Österreich kommt mit dem Weli eine 33. Karte dazu.
Doppelte und kurze Blätter
Manche Spiele verdoppeln das Blatt, andere lassen Karten weg:
- Doppelkopf: 48 Karten, also 9, 10, Bube, Dame, König und Ass jeder Farbe zweimal. Eine Variante spielt ohne Neunen mit 40 Karten.
- Binokel und Gaigel: ebenfalls 48 Karten mit jeder Karte doppelt.
- Schnapsen: nur 20 Karten, von jeder Farbe Ass, Zehn, König, Ober und Unter.
- Rommé: zwei französische Blätter zu je 55 Karten, also 110 mit Jokern.
Welches Kartenspiel braucht welches Blatt?
Diese Tabelle zeigt für vierzehn Kartenspiele unserer Sammlung, welches Blatt ihr braucht. Jeder Link führt zu den vollständigen Regeln:
| Spiel | Blatt |
|---|---|
| Skat | 32 Karten, französisches oder deutsches Blatt |
| Schafkopf | 32 Karten, bayerisches Bild |
| Watten | deutsches Blatt, 32 Karten oder 33 mit dem Weli |
| Doppelkopf | 48 Karten, jede doppelt, oder 40 ohne Neunen |
| Gaigel | 48 Karten, württembergisches Blatt, jede doppelt |
| Binokel | 48 Karten, jede doppelt |
| Schnapsen | 20 Karten: Ass, Zehn, König, Dame oder Ober, Bube oder Unter |
| Sechsundsechzig | 24 Karten |
| Mau Mau | Skatblatt mit 32 Karten oder 52 Karten |
| 17 und 4 | 32 Karten (Skatblatt) oder 52 französische Karten |
| Schwimmen | Skatblatt mit 32 Karten |
| Durak | 36 französische Karten von der Sechs bis zum Ass |
| Rommé | 2 × 55 Karten, also 110 mit Jokern |
| Canasta | 2 × 52 Karten und 4 Joker, insgesamt 108 |
Grundbegriffe beim Kartenspiel: Farbe, Trumpf, Stich und Bedienen
In vielen Kartenspielen tauchen dieselben Begriffe auf. Die wichtigsten bedeuten:
- Farbe: eine der vier Kartengruppen, etwa Herz oder Schellen.
- Trumpf: Karten, die alle anderen Farben stechen. Welche Karten Trumpf sind, legt das jeweilige Spiel fest.
- Stich: Jeder Spieler legt eine Karte, die höchste gewinnt alle Karten dieser Runde.
- Bedienen: die ausgespielte Farbe zugeben, wenn man sie auf der Hand hat. Man spricht auch von Farbzwang.
- Augen: die Punktwerte der Karten in Stichspielen wie Skat, Schafkopf oder Schnapsen.
- Talon: der Stapel der Karten, die nicht ausgeteilt wurden.
Welche Kartenspiele sich zu zweit spielen lassen, zeigt die Übersicht Kartenspiele zu zweit.