Watten Regeln: Kritische, Schlag und Trumpf, Bieten und Deuten erklärt
Watten ist ein Kartenspiel aus Bayern, Österreich und Südtirol, das meist zu viert in zwei Teams gespielt wird. Jeder bekommt 5 Karten. Ein Spieler bestimmt den Schlag, also einen Kartenwert, der Geber den Trumpf, also eine Farbe. Das Team, das zuerst 3 Stiche macht, gewinnt die Runde.
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- 4 Spieler

Typisch für Watten sind die Kritischen, feste höchste Karten, das Bieten und das erlaubte Deuten zwischen Partnern.
| Spieler | 4 in zwei Teams, auch zu 2, 3 oder 6 |
|---|---|
| Karten | deutsches Blatt: in Bayern 32 Karten, in Tirol und Österreich 33 Karten mit dem Weli |
| Handkarten | 5 pro Spieler |
| Kritische | Herz-König (Max), Schellen-7 (Belli) oder Schellen-6 (Weli), Eichel-7 (Spitz) |
| Ziel | zuerst 3 Stiche je Runde; die Partie meist bis 15 Punkte |
| Spielart | Kartenspiel, Stichspiel, Gesellschaftsspiel für Erwachsene |

Watten Regeln in fünf Schritten
So läuft eine Runde Watten ab:
- Karten geben
Jeder Spieler bekommt 5 Karten, meist erst 3 und dann 2.
- Schlag und Trumpf ansagen
Der Spieler links vom Geber sagt den Schlag an, zum Beispiel Ober. Der Geber bestimmt den Trumpf, zum Beispiel Herz.
- Stiche spielen
Der Spieler links vom Geber spielt aus. In Bayern muss in der Regel keine Farbe bedient werden.
- Bieten
Jedes Team darf den Einsatz erhöhen. Die Gegner geben dann auf oder halten mit.
- Runde gewinnen
Das Team, das zuerst 3 Stiche hat, gewinnt die Runde und schreibt 2 Punkte, nach dem Bieten mehr. Wer zuerst 15 Punkte hat, gewinnt die Partie.
Was ist Watten?
Watten ist eines der beliebtesten Wirtshausspiele im Alpenraum. Besonders verbreitet ist es in Altbayern, Tirol, Südtirol, Salzburg und Kärnten, und fast jede Region hat eigene Regeln. Das Spiel lebt vom Zusammenspiel der Partner: Weil nur zwei Spieler den Schlag und den Trumpf festlegen, verständigen sich die Partner mit Zeichen, dem Deuten. Wer gut blufft, kann auch mit schwachen Karten durch Bieten gewinnen.
Spielmaterial
Watten wird mit einem deutschen Blatt in den Farben Herz, Schellen, Laub (auch Gras) und Eichel gespielt. Die Kartenzahl hängt von der Region ab:
- Bayerisches Watten: 32 Karten mit Sau, König, Ober, Unter, 10, 9, 8 und 7 je Farbe.
- Tiroler und österreichisches Watten: 33 Karten, dazu kommt die Schellen-6, der Weli.
- Südtirol: fast immer 33 Karten mit dem Weli.
Watten Kartenrangfolge: Kritische, Schlag und Trumpf
Die Rangfolge der Karten ändert sich jede Runde, weil Schlag und Trumpf neu bestimmt werden. Nur die Kritischen stehen fest. Beim bayerischen Watten gilt diese Reihenfolge vom höchsten zum niedrigsten:
| Rang | Karte | Erklärung |
|---|---|---|
| 1 | Max | Herz-König, die höchste Karte |
| 2 | Belli | Schellen-7; in Österreich heißt die Schellen-6 Weli |
| 3 | Spitz | Eichel-7, der niedrigste Kritische |
| 4 | Hauptschlag | die Schlagkarte in der Trumpffarbe, auch Haube oder Rechter |
| 5 | Blinde | die drei anderen Schlagkarten; gleich hoch, die zuerst gespielte gewinnt |
| 6 | Trümpfe | die übrigen Karten der Trumpffarbe von Sau bis 7 |
| 7 | Farbkarten | die übrigen Karten, nur in der ausgespielten Farbe |
In Südtirol und bei vielen Turnieren in Österreich wird unkritisch gespielt, also ohne Kritische. Höchste Karte ist dann der Guate, die Trumpfkarte einen Rang über dem Schlag, danach folgt der Rechte als Hauptschlag.
Watten Regeln im Detail
Schlag und Trumpf
Nach dem Geben schauen nur der Spieler links vom Geber und der Geber selbst in ihre Karten. Der Erste sagt den Schlag an, also einen Kartenwert wie Unter oder 9. Der Geber sagt den Trumpf an, also eine Farbe. Die Karte, die beides vereint, ist der Hauptschlag. Manchmal bietet der Ansager dem Geber an, die Rollen zu tauschen.
Bedienen
Beim bayerischen Watten gibt es grundsätzlich keinen Farbzwang. Nur wenn im ersten Stich der Hauptschlag ausgespielt wird, müssen die anderen Trumpf oder einen Kritischen legen. In Südtirol muss Trumpf bedient werden, wenn Trumpf ausgespielt ist.
Bieten und Gehen
Ein Spiel ist zunächst 2 Punkte wert. Jedes Team darf den Wert erhöhen, etwa mit der Frage Gehst? Dann gilt:
- Die Gegner können aufgeben. Dann bekommt das bietende Team den bisherigen Wert.
- Die Gegner können halten. Dann ist das Spiel einen Punkt mehr wert.
- Die Teams bieten abwechselnd, der Wert steigt auf 3, 4, 5 und so weiter.
- Ein Team kurz vor dem Ziel, etwa mit 13 von 15 Punkten, ist gespannt und darf nicht mehr bieten.
Deuten
In Bayern und Österreich ist Deuten erlaubt und gehört zum Spiel. Mit Zeichen zeigen sich die Partner gute Karten an, in Bayern etwa einen Kussmund für den Max oder ein Zwinkern für Belli oder Spitz. Die Gegner dürfen natürlich mitschauen. In Südtirol ist Deuten meist untersagt, beim Blindwatten immer.
Spielende
Eine Runde endet, sobald ein Team 3 Stiche hat. Die Partie gewinnt das Team, das zuerst die vereinbarte Punktzahl erreicht, meist 15 Punkte, regional auch 11, 18 oder 21. Wer alle drei Kritischen auf der Hand hat, eine Maschine, gewinnt die Runde sofort.
Watten Varianten
Je nach Region gibt es eigene Formen des Wattens:
- Kritisch-Watten: das bayerische Watten mit Max, Belli und Spitz als feste höchste Karten.
- Südtiroler Watten: 33 Karten, ohne Kritische, mit Guatem, Rechtem und Trumpfzwang.
- Blindwatten: Schlag und Trumpf werden nicht angesagt, sondern verdeckt gezeigt, Deuten ist verboten.
- Böhmisch Watten: jeder spielt für sich, mit Farbzwang und Stichzwang, gezählt wird von 20 auf 0.
Welche Kartenspiele sind mit Watten verwandt?
Wie Watten wird auch Schafkopf mit dem bayerischen Blatt gespielt, dort mit Sauspiel und Wenz. In Österreich ist neben Watten Schnapsen mit 20 Karten der Klassiker. Wer lieber mit französischen Karten in fester Viererrunde spielt, findet in Doppelkopf mit Re und Kontra ein passendes Stichspiel.
Unser Fazit zu Watten
Watten ist schnell gelernt, aber schwer gemeistert: Fünf Karten, drei Stiche, und doch entscheiden Bieten, Bluffen und Deuten oft mehr als die Karten selbst. Weil sich die Regeln je nach Region stark unterscheiden, solltet ihr vor dem Spiel klären, ob ihr mit Kritischen, mit Weli und bis zu wie vielen Punkten spielt.