Skat Regeln: Reizen, Spielarten und Abrechnung einfach erklärt
Skat ist eines der bekanntesten deutschen Kartenspiele, gespielt von 3 Spielern mit einem Blatt aus 32 Karten. Beim Reizen bieten die Spieler mit Zahlenwerten ab 18 gegeneinander, und wer am höchsten reizt, wird Alleinspieler.
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- 3 Spieler

Er spielt ein Farbspiel, einen Grand oder ein Nullspiel gegen die beiden anderen. In Farbspiel und Grand gewinnt er mit 61 von 120 Augen. Wie viel ein Spiel wert ist, ergibt sich aus Grundwert und Spitzen, und die Skat Reiztabelle zeigt alle Werte, die ihr reizen könnt. Die Regeln folgen der Internationalen Skatordnung.
| Spieler | 3, am Vierertisch setzt der Geber aus |
|---|---|
| Karten | 32, jeder bekommt 10, 2 liegen im Skat |
| Augen | 120 im ganzen Spiel, 61 gewinnen |
| Niedrigstes Reizgebot | 18 |
| Spielarten | Farbspiel, Grand, Null |
| Regelwerk | Internationale Skatordnung (ISkO) des Deutschen Skatverbands |
| Spielart | Kartenspiel, Stichspiel |

Skat Spielablauf in fünf Schritten
So läuft ein Spiel Skat nach der Internationalen Skatordnung ab:
- Karten geben
Der Geber mischt, lässt abheben und gibt im Uhrzeigersinn erst 3 Karten an jeden, legt dann 2 Karten verdeckt als Skat ab und gibt danach 4 und noch einmal 3 Karten. Jeder hat 10 Karten.
- Reizen
Mittelhand reizt Vorhand mit Zahlenwerten ab 18, Vorhand hält oder passt. Danach reizt Hinterhand gegen den Sieger. Wer das höchste Gebot hält, wird Alleinspieler. Passen alle, wird eingepasst und neu gegeben.
- Skat aufnehmen oder Hand spielen
Der Alleinspieler nimmt den Skat auf und legt 2 beliebige Karten verdeckt zurück, das heißt drücken. Danach sagt er sein Spiel an. Spielt er Hand, bleibt der Skat unbesehen liegen.
- Stiche spielen
Vorhand spielt zum ersten Stich aus. Wer kann, muss Farbe oder Trumpf bedienen. Wer nicht bedienen kann, darf stechen oder eine andere Karte abwerfen. Wer den Stich gewinnt, spielt zum nächsten aus.
- Augen zählen und abrechnen
Nach 10 Stichen zählt der Alleinspieler seine Augen, die gedrückten Karten im Skat zählen für ihn mit. Mit 61 Augen hat er gewonnen. Der Spielwert wird in die Spielliste eingetragen, ein verlorenes Spiel zählt doppelt.
Was ist Skat?
Skat entstand Anfang des 19. Jahrhunderts in Altenburg in Thüringen und ist seit 2016 im bundesweiten Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes eingetragen. Die verbindlichen Regeln legt die Internationale Skatordnung fest, an der sich Turniere und Vereine orientieren. Skat ist ein Stichspiel wie Schafkopf, bei dem einer allein gegen zwei spielt. Ein ähnliches Spiel aus Österreich ist Preference.
Skatkarten und Kartenwerte
Ein Skatblatt hat 32 Karten in 4 Farben mit je 8 Werten: Ass, Zehn, König, Dame, Bube, Neun, Acht und Sieben. Jede Karte bringt eine feste Zahl an Augen, zusammen sind es 120:
| Karte | Augen | Anzahl im Blatt |
|---|---|---|
| Ass | 11 | 4 |
| Zehn | 10 | 4 |
| König | 4 | 4 |
| Dame | 3 | 4 |
| Bube | 2 | 4 |
| Neun, Acht, Sieben | 0 | 12 |
| Summe | 120 | 32 |
Die Farben haben eine feste Rangfolge: Kreuz ist die höchste, danach kommen Pik, Herz und Karo. In dieser Reihenfolge stehen auch die vier Buben, die in Farbspiel und Grand die höchsten Trümpfe sind. Neben dem französischen Blatt wird in Teilen Süd- und Ostdeutschlands auch mit dem deutschen Blatt gespielt, die Farben heißen dort anders:
| Französisches Blatt | Deutsches Blatt | Grundwert im Farbspiel |
|---|---|---|
| Kreuz | Eichel | 12 |
| Pik | Grün | 11 |
| Herz | Rot | 10 |
| Karo | Schellen | 9 |
Rangfolge der Karten
Welche Karte einen Stich gewinnt, hängt von der Spielart ab. Diese Reihenfolgen gelten nach der Skatordnung:
- Farbspiel: Trumpf sind die 4 Buben und die 7 Karten der angesagten Farbe, also 11 Trümpfe. Die Reihenfolge lautet Kreuz-Bube, Pik-Bube, Herz-Bube, Karo-Bube, dann Ass, Zehn, König, Dame, Neun, Acht, Sieben der Trumpffarbe.
- Grand: Nur die 4 Buben sind Trumpf. In den übrigen Farben gilt Ass, Zehn, König, Dame, Neun, Acht, Sieben.
- Null: Es gibt keinen Trumpf, und die Buben zählen zu ihrer Farbe. Die Reihenfolge ist Ass, König, Dame, Bube, Zehn, Neun, Acht, Sieben.
Reizen beim Skat: wer sagt, wer hört
Beim Reizen wird entschieden, wer Alleinspieler wird. Die Plätze am Tisch heißen Vorhand (links vom Geber), Mittelhand und Hinterhand. Gereizt wird nicht mit Spielnamen, sondern mit Zahlen, die einem möglichen Spielwert entsprechen. Das niedrigste Gebot ist 18.
So läuft das Reizen ab:
- Mittelhand sagt Vorhand Werte an, also 18, 20, 22, 23 und so weiter. Vorhand hört und antwortet mit ja, solange sie ein Spiel mit diesem Wert hat, sonst passt sie.
- Hat Mittelhand oder Vorhand gepasst, sagt Hinterhand dem Verbliebenen weiter an, ab dem nächsthöheren Wert.
- Wer zuletzt nicht gepasst hat, wird Alleinspieler. Er muss ein Spiel ansagen, dessen Wert mindestens so hoch ist wie das letzte Gebot.
- Passen alle drei, wird eingepasst: Die Karten werden neu gemischt, und der nächste Spieler gibt.
Ein Beispiel: Mittelhand hat Kreuz-Bube und Pik-Bube und viele Pik-Karten. Sie spielt also Pik mit 2, und das Spiel ist 3 × 11 = 33 wert. Sie reizt Vorhand bis 33. Sagt Vorhand bei 33 noch ja, muss Mittelhand passen, wenn sie kein höheres Spiel hat.
Skat Reiztabelle
Die Skat Reiztabelle zeigt, welche Werte es beim Reizen gibt. Jeder Wert ist der Grundwert einer Spielart mal dem Faktor, also Spitzen plus 1 für das Spiel und plus 1 für jede weitere Gewinnstufe wie Hand oder Schneider. So lest ihr die Tabelle: Zeile mit eurem Faktor suchen, Spalte mit eurer Spielart, und der Wert im Schnittpunkt ist das höchste Gebot, das ihr halten könnt.
| Faktor | Spitzen und Spiel | Karo (9) | Herz (10) | Pik (11) | Kreuz (12) | Grand (24) |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2 | mit/ohne 1, Spiel 2 | 18 | 20 | 22 | 24 | 48 |
| 3 | mit/ohne 2, Spiel 3 | 27 | 30 | 33 | 36 | 72 |
| 4 | mit/ohne 3, Spiel 4 | 36 | 40 | 44 | 48 | 96 |
| 5 | mit/ohne 4, Spiel 5 | 45 | 50 | 55 | 60 | 120 |
| 6 | Faktor 6 | 54 | 60 | 66 | 72 | 144 |
| 7 | Faktor 7 | 63 | 70 | 77 | 84 | 168 |
| 8 | Faktor 8 | 72 | 80 | 88 | 96 | 192 |
| 9 | Faktor 9 | 81 | 90 | 99 | 108 | 216 |
| 10 | Faktor 10 | 90 | 100 | 110 | 120 | 240 |
| 11 | Faktor 11 | 99 | 110 | 121 | 132 | 264 |
Die Nullspiele haben feste Werte, die nicht von Spitzen abhängen:
| Nullspiel | Wert |
|---|---|
| Null | 23 |
| Null Hand | 35 |
| Null ouvert | 46 |
| Null ouvert Hand | 59 |
Alle Reizwerte bis 120 in aufsteigender Reihenfolge: 18, 20, 22, 23, 24, 27, 30, 33, 35, 36, 40, 44, 45, 46, 48, 50, 54, 55, 59, 60, 63, 66, 70, 72, 77, 80, 81, 84, 88, 90, 96, 99, 100, 108, 110, 117, 120. Der Grand ouvert erreicht mit allen 4 Buben den höchsten Wert, 11 × 24 = 264.
Skat Reiztabelle und Skatliste als PDF zum Ausdrucken
Für den Spieltisch gibt es zwei Vorlagen im A4-Format, beide nach der Internationalen Skatordnung:
- Skat Reiztabelle als PDF: alle Reizwerte für Farbspiele bis Faktor 18 und für Grand bis Faktor 11, dazu die festen Werte der Nullspiele und die Liste aller Reizwerte von 18 bis 264.
- Skatliste als PDF: 30 Zeilen für drei Spieler mit Spiel, Wert und Punktestand, darunter die Wertung nach der Skatwettspielordnung mit 50 Punkten je gewonnenem Spiel.
Spielwert berechnen
Der Spielwert eines Farbspiels oder Grands ist der Grundwert mal der Summe der Fälle. Die Summe setzt sich aus den Spitzen und den Gewinnstufen zusammen:
- Spitzen: Die Zahl der Trümpfe, die ihr ab dem Kreuz-Buben lückenlos habt (mit) oder lückenlos nicht habt (ohne). Wer Kreuz-Bube und Pik-Bube hat, aber nicht den Herz-Buben, spielt mit 2. Wer den Kreuz-Buben nicht hat, aber den Pik-Buben, spielt ohne 1. Im Farbspiel sind bis zu 11 Spitzen möglich, im Grand bis zu 4.
- Spiel: zählt immer 1.
- Hand: plus 1, wenn ihr ohne Skat spielt.
- Schneider: plus 1, wenn die Gegner 30 Augen oder weniger haben.
- Schneider angesagt: plus 1, nur im Handspiel.
- Schwarz: plus 1, wenn die Gegner keinen Stich bekommen.
- Schwarz angesagt: plus 1, nur im Handspiel.
- Offen (ouvert): plus 1, der Alleinspieler legt seine Karten vor dem ersten Stich auf.
Ein Beispiel: Ihr spielt Kreuz mit Kreuz-Bube und Pik-Bube, aber ohne Herz-Buben. Das ist mit 2, Spiel 3, also 3 × 12 = 36. Gewinnt ihr dazu Schneider, steigt der Faktor auf 4, und das Spiel ist 48 wert. Wichtig: Die gedrückten Karten im Skat zählen bei den Spitzen mit.
Überreizt
Ist das angesagte Spiel am Ende weniger wert als das letzte Gebot, hat sich der Alleinspieler überreizt, und das Spiel ist verloren. Gewertet wird dann das kleinste Vielfache des Grundwerts, das das Gebot erreicht, und weil das Spiel verloren ist, zählt es doppelt.
Spielarten beim Skat
Der Alleinspieler wählt nach dem Reizen eine von drei Spielarten. Sie unterscheiden sich in Trumpf, Ziel und Wert:
Farbspiel
Im Farbspiel bestimmt der Alleinspieler eine Trumpffarbe: Karo, Herz, Pik oder Kreuz. Zusammen mit den Buben gibt es 11 Trümpfe. Der Grundwert hängt von der Farbe ab und liegt zwischen 9 für Karo und 12 für Kreuz. Ziel sind 61 Augen.
Grand
Im Grand sind nur die 4 Buben Trumpf. Der Grundwert ist 24, deshalb ist der Grand das wertvollste Spiel und lohnt sich mit mehreren Buben und starken Assen. Auch hier braucht der Alleinspieler 61 Augen. Beim Grand ouvert spielt er Hand und legt alle Karten offen, er muss dann jeden Stich machen.
Nullspiel
Im Nullspiel darf der Alleinspieler keinen einzigen Stich bekommen. Es gibt keinen Trumpf, und die Augen spielen keine Rolle. Die Werte sind fest: Null 23, Null Hand 35, Null ouvert 46 und Null ouvert Hand 59. Bekommt der Alleinspieler einen Stich, ist das Spiel sofort verloren.
Gewinnen, Schneider und Schwarz
Ob der Alleinspieler gewinnt, entscheiden in Farbspiel und Grand die Augen in seinen Stichen plus die 2 Karten im Skat:
| Ergebnis | Bedingung |
|---|---|
| Gewonnen | Der Alleinspieler hat mindestens 61 Augen. Mit 60 Augen hat er verloren. |
| Schneider | Eine Partei hat 30 Augen oder weniger. |
| Schwarz | Eine Partei hat keinen einzigen Stich bekommen. |
| Überreizt | Der Spielwert liegt unter dem letzten Gebot, das Spiel ist verloren. |
Ein verlorenes Spiel wird mit doppeltem Wert als Minuspunkte in die Spielliste eingetragen. Auch der Alleinspieler kann Schneider oder Schwarz werden, dann zählt die Gewinnstufe gegen ihn.
Abrechnung und Spielliste
Jedes Spiel wird mit seinem Wert in eine Spielliste eingetragen, gewonnene Spiele als Plus, verlorene doppelt als Minus. Bei Turnieren gilt zusätzlich die Wertung der Skatwettspielordnung: Für jedes gewonnene Spiel bekommt der Alleinspieler 50 Punkte, für jedes verlorene werden ihm 50 Punkte abgezogen. Verliert ein Alleinspieler, bekommen die anderen Spieler am Tisch je 40 Punkte, am Vierertisch je 30 Punkte. Im privaten Kreis reicht meist die einfache Liste.
Welche Hausregeln gibt es beim Skat?
Viele Runden spielen mit Regeln, die nicht in der Internationalen Skatordnung stehen. Sprecht sie vor der ersten Runde ab:
- Ramsch: Wenn alle passen, wird statt neu zu geben Ramsch gespielt. Jeder spielt für sich, nur Buben sind Trumpf, und wer die meisten Augen sammelt, verliert. Die Skatwettspielordnung schließt Ramsch ausdrücklich aus.
- Kontra und Re: Ein Gegenspieler sagt Kontra und verdoppelt den Spielwert, der Alleinspieler kann mit Re noch einmal verdoppeln. In der Internationalen Skatordnung kommt das nicht vor.
- Bock: Nach bestimmten Ereignissen, zum Beispiel einem verlorenen Kontra-Spiel, zählt eine Runde lang jedes Spiel doppelt. Auch das ist eine reine Hausregel.
Wer Stichspiele mit Trumpf und Melden mag, findet bei Gaigel und Binokel zwei verwandte Spiele aus Süddeutschland.
Ein Stichspiel für zwei aus Österreich erklären wir bei Schnapsen Regeln.
Das bayerische Stichspiel mit Ober und Unter als Trümpfen erklären wir bei Schafkopf Regeln.
Zu viert und mit doppeltem Blatt wird Doppelkopf mit Re und Kontra gespielt, neben Skat das bekannteste Stichspiel in Deutschland.