Gummitwist: Anleitung, Regeln, Höhen und Sprünge
Gummitwist ist ein traditionelles Hüpfspiel für Kinder, bei dem zwei Spieler ein etwa 3 Meter langes Gummiband mit den Beinen spannen und ein dritter Spieler darin eine verabredete Sprungfolge hüpft; wer fehlerfrei bleibt, macht mit einer höheren oder schwierigeren Stufe weiter, bei einem Fehler ist das nächste Kind an der Reihe. In Österreich und Bayern heißt das Spiel auch Gummihüpfen, in der früheren DDR Gummihopse, Gummihoppe oder Gummihuppe.
Stand · Redaktionell geprüft ·
- ab 3 Spieler

| Spieler | ab 3 |
|---|---|
| Material | Gummiband (Hüpfgummi), etwa 3 Meter |
| Ort | draußen, auf dem Schulhof oder in der Halle |
| Ziel | alle Höhen und Breiten ohne Fehler schaffen |
| Spielart | Kinderspiel, Bewegungsspiel, Hüpfspiel |
| Andere Namen | Gummihüpfen, Gummihopse, Gummihoppe, Gummihuppe |

Gummitwist Spielablauf in fünf Schritten
So spielt ihr eine Runde Gummitwist:
- Band spannen
Zwei Kinder stellen sich gegenüber und spannen das Gummiband um die Knöchel.
- Sprungfolge festlegen
Ihr verabredet vorher, welche Sprünge in welcher Reihenfolge gehüpft werden.
- Hüpfen
Das dritte Kind hüpft die Sprungfolge zwischen, auf und neben den Bändern.
- Fehler
Macht es einen Fehler, ist das nächste Kind dran und die Rollen wechseln.
- Höher und enger
Wer die Folge fehlerfrei schafft, macht auf der nächsten Höhe oder Breite weiter.
Was ist Gummitwist?
Gummitwist ist kein Spiel aus einer Schachtel, sondern ein Schulhofspiel, das Kinder seit Generationen weitergeben. Feste Regeln eines Verlags gibt es deshalb nicht. Die Regeln unterscheiden sich von Land zu Land, von Stadt zu Stadt und sogar von Schule zu Schule und werden meist mündlich weitergegeben; das Grundprinzip bleibt aber gleich. Der Name verbindet das Gummiband mit dem Twist, einer Drehbewegung.
Was ihr braucht
Für Gummitwist reicht wenig Material:
- ein Gummiband von etwa 3 Metern, zum Beispiel eine Gummilitze aus dem Nähbedarf, die ihr zu einem Ring verknotet
- mindestens drei Kinder
- etwas Platz auf ebenem Boden
Eine feste Obergrenze für die Spielerzahl gibt es nicht. Ab etwa sechs Kindern kommt jedes aber seltener an die Reihe.
Grundregel
Zwei Kinder stehen sich gegenüber und halten das Band mit den Beinen gespannt. Das dritte Kind hüpft eine vorher verabredete Sprungfolge. Gelingt sie ohne Fehler, wird es schwieriger: Das Band wandert eine Stufe höher oder wird enger gespannt. Nach einem Fehler ist das nächste Kind dran. Nach einer verbreiteten Regel, die auch die Universität Basel beschreibt, beginnt ihr in eurer nächsten Runde auf der Stufe, an der ihr gescheitert seid.
Was zählt als Fehler?
Als Fehler gilt in den meisten Gruppen:
- das Band berühren, wenn es nicht erlaubt ist
- mit dem Fuß auf dem falschen Band landen
- im Band hängen bleiben oder sich verheddern
- einen Sprung auslassen
- die Reihenfolge der Sprünge vertauschen
- im falschen Bereich landen
Die Höhen
Die Höhe des Bandes steigt von Runde zu Runde. Diese vier Stufen sind fast überall üblich:
- Knöchel (Fußgelenk)
- Knie
- Oberschenkel, oft auch Unterpo genannt
- Hüfte
Manche Gruppen schieben die Wade zwischen Knöchel und Knie ein, und als besonders schwere letzte Stufe gilt die Achselhöhe. Welche Stufen ihr spielt, legt ihr vorher fest.
Die Breiten
Neben der Höhe ändert sich die Breite, also wie weit die Füße der haltenden Kinder auseinander stehen. Je nach Region heißen die Breiten so:
- breit oder Badewanne: die Füße stehen weit auseinander
- normal: die Füße stehen etwa hüftbreit
- schmal oder Baumstamm: die Füße stehen eng zusammen
- Einbein: das Band liegt nur um ein Bein
Habt ihr alle Höhen in einer Breite geschafft, wird das Band enger gespannt, und die Höhen beginnen wieder beim Knöchel.
Die wichtigsten Sprünge
Fast jede Sprungfolge setzt sich aus diesen Grundsprüngen zusammen:
- Mitte: beide Füße landen zwischen den beiden Bändern
- Grätsche: beide Füße landen außerhalb der Bänder
- auf: ein Fuß oder beide Füße landen auf dem Band
- raus: der letzte Sprung, bei dem ihr seitlich aus dem Band springt
Eine schwere Zusatzregel heißt Wackelpudding: Die haltenden Kinder bewegen beim Hüpfen ihre Beine und damit das Band, sodass das springende Kind nie genau weiß, wo es gerade ist.
Gummitwist Sprüche und Rhythmus
Viele Sprungfolgen werden zu einem Spruch gehüpft: Jede Silbe oder jedes betonte Wort steht für einen Sprung, und der Reim gibt den Takt vor. Welche Sprüche bei euch üblich sind, ist von Schule zu Schule verschieden. Ihr könnt auch eigene Reime erfinden und ihnen eine Sprungfolge geben; genau das empfiehlt die Universität Basel als Übung für Kinder.
Diese überlieferten Sprüche nennt Wikipedia als Beispiele für Gummitwist:
- Teddybär, Teddybär, dreh dich um, mach dich krumm, Teddybär, Teddybär, mach dich klein, Teddybär, hüpf auf einem Bein
- Trick, Track, Donald Duck, Micky Maus, rein und raus
- In der Hexenküche geht es lustig zu
- Auf einer spanischen Bank, da saß ein spanischer Mann
Es geht auch ganz ohne Reim. Eine einfache Sprungfolge besteht nur aus Ortsangaben, die ihr laut mitsprecht: Seite, Seite, Mitte, Breite, Seite, Seite, Mitte, raus. Jedes Wort sagt, wo ihr landet.
Gummitwist allein oder zu zweit
Fehlen haltende Kinder, spannt ihr das Band um zwei Stuhlbeine, Pfosten oder Laternenmasten. So kann sogar ein Kind allein üben. Eine Variante für drei Spieler ist das Dreieck: Alle drei stehen im Band und hüpfen abwechselnd, bis nur noch einer übrig ist.
Ab welchem Alter?
Eine feste Altersangabe gibt es für Gummitwist nicht. Kinder brauchen vor allem Rhythmusgefühl und müssen sicher auf einem und auf beiden Beinen springen können. Auf den unteren Stufen klappt das oft schon im Kindergarten, die hohen Stufen und schmalen Breiten fordern auch ältere Kinder. Ein weiteres Spiel für draußen ohne Brett und Karten ist Räuber und Gendarm, bei dem sich zwei Teams verstecken und gegenseitig fangen.